F5 hilft Atruvia, den massiven Anstieg des Datenverkehrs in der Banking-App zu bewältigen

F5 hat den Finanz-IT-Dienstleister Atruvia dabei unterstützt, den durch die Einführung einer dynamischen neuen App bei den von ihm betreuten Banken in Deutschland verursachten zwölfmal höheren Datenverkehr erfolgreich zu bewältigen. Laut Atruvia sind der Application Delivery Controller (ADC) und die Web Application Firewall (WAF) von F5 äußerst skalierbar und zuverlässig.

Herausforderung

Atruvia ist der IT-Dienstleister für 772 Genossenschaftsbanken in Deutschland, die zusammen 29 Millionen Kunden betreuen und rund 30 % des deutschen Privatkundenmarkts im Bankwesen ausmachen.

Angesichts des zunehmenden Wettbewerbs durch neue Marktteilnehmer wollten die Kunden von Atruvia eine dynamische Online-Banking-App einführen, die aus Microservices in Containern besteht und ihren Kunden deutlich mehr Funktionen sowie ein besseres Kundenerlebnis als die Vorgänger-App bietet. Außerdem sollten Kunden und Bankmitarbeiter über dieselbe Plattform nahtlos zusammenarbeiten können.

Bei Tests der neuen Online-Banking-App Anfang 2022 stellte Atruvia fest, dass die Anzahl der HTTPS-Anfragen pro Benutzerinteraktion im Vergleich zur langjährig eingesetzten Legacy-Banking-App um das Zwölffache gestiegen war. Dieser Anstieg drohte die vorhandenen Kapazitäten von Atruvia für Lastverteilung und WAF zu übersteigen. Die Auslastung der Hauptprozessoren (CPUs) sprang von etwa 30–40 % auf 80 % und stieg weiterhin drastisch an.

Auf Druck der Genossenschaftsbanken, die neue App bereitzustellen, musste Atruvia seine ADC- und WAF-Infrastruktur schnell skalieren. „Die Situation war sehr unbeständig, und uns wurde klar, dass es bei der Bestellung von Hardware zu Verzögerungen und Schwierigkeiten kommen kann“, erinnert sich Lutz Reinegger, Leiter Rechenzentrumsinfrastruktur und Netzwerk bei Atruvia. „Bei anderen Anbietern kann es bis zu 13 bis 16 Monate dauern, bis eine Lieferung eintrifft.“

Lösung

Anstatt mit einer neuen Lösung zu experimentieren, entschied sich Atruvia dafür, seine bestehende F5-ADC-Infrastruktur, die sich als äußerst zuverlässig erwiesen hatte, massiv auszubauen. Reinegger erklärt: „Wir brauchten etwas, auf das wir uns verlassen konnten. Etwas, bei dem wir uns zu 100 Prozent sicher waren, dass es funktionieren würde. Mit der iSeries hatten wir gute Erfahrungen gemacht, und es war nicht der richtige Zeitpunkt für Experimente. Da wir die F5-Lösung bereits einsetzten, wussten wir, was uns erwartete. Letztlich waren aber auch die stabile Beziehung zu F5 sowie der partnerschaftliche und transparente Umgang miteinander ausschlaggebend.“

Nach der zügigen Bearbeitung der Bestellung lieferte F5 rechtzeitig 30 zusätzliche Appliances der BIG-IP i11800 Series an die Atruvia-Rechenzentren in Karlsruhe und Münster, um die Einführung der neuen Online-Banking-App zu unterstützen. Die Erweiterung bewältigt das hohe Datenverkehrsaufkommen, das durch die neue App entsteht. Diese bietet den Nutzern ein deutlich ansprechenderes und interaktiveres Erlebnis als zuvor. Die neue App besteht aus Microservices, die mehrmals pro Woche aktualisiert werden können.

F5 informierte Atruvia umfassend und transparent über den Status jeder einzelnen Lieferung, kommunizierte zuverlässig und hielt sämtliche Zusagen ein. Laut Atruvia hebt sich F5 von anderen Anbietern dadurch ab, dass das Unternehmen auf den Aufbau einer langfristigen Geschäftsbeziehung setzt, anstatt Lieferengpässe zur Gewinnmaximierung auszunutzen.

“Wir brauchten etwas, auf das wir uns verlassen konnten. Wir brauchten etwas, bei dem wir uns zu 100 % sicher waren, dass es funktionieren würde. Mit der iSeries hatten wir gute Erfahrungen gemacht, und es war nicht der richtige Zeitpunkt für Experimente. ”

Lutz Reinegger, Leiter Rechenzentrumsinfrastruktur & Netzwerk, Atruvia

Infolgedessen verfügt Atruvia nun über 38 iSeries-Appliances. Insgesamt nutzen 80 % der Atruvia-Anwendungen F5-Technologie für das lokale Traffic-Management. Mit der Implementierung der neuen iSeries-Hardware trieb Atruvia zudem seine Strategie zur Konsolidierung der ADC-Anbieter voran, indem nach und nach mehr als 30 Citrix-NetScaler-Geräte auf die neue F5-Plattform migriert wurden.

„Wir sind sehr froh, dass wir weder bei der Firmware noch bei der Hardware mit größeren Qualitätsproblemen zu kämpfen haben, wie wir sie bei anderen Anbietern erlebt haben. Und wir sind sehr zufrieden, dass wir uns für die bewährte iSeries entschieden haben“, sagt Reinegger.

Atruvia nutzt die F5 Automation Toolchain Application Services 3 Extension (AS3) und die Tools von HashiCorp Terraform, um BIG-IP-Instanzen zu automatisieren. Damit ist dies die erste Plattform bei Atruvia, die Infrastructure as Code (IaC) produktiv einsetzt. „Wir brauchen keine ansprechende grafische Benutzeroberfläche, sondern APIs und die Möglichkeit, Infrastruktur als Code bereitzustellen. Wir sind sehr zufrieden, dass die Plattformen von F5 auf diese Weise eingesetzt werden können“, so Reinegger. Atruvia strebt für seine DevOps-Teams einen vollständig automatisierten Self-Service für das lokale Traffic-Management und das Management von Anwendungsdiensten an.

Ergebnisse

Zuverlässige, optimierte Nutzererlebnisse bieten

Die neue App, die über die erweiterte F5-Infrastruktur von Atruvia bereitgestellt wird, kommt bei den Kunden sehr gut an. Im Apple App Store erhielt sie eine Bewertung von 4,4 Sternen und im Google Play Store von 4,6 Sternen.

Letztendlich werden die Mitarbeitenden der Atruvia-Kundenbanken dieselbe App nutzen wie ihre Kundinnen und Kunden. Dadurch wird die Infrastruktur weiter optimiert und den Kundinnen und Kunden ein nahtloseres Erlebnis geboten. So könnten sie beispielsweise online mit der Recherche zu einer Baufinanzierung beginnen und anschließend eine Filiale aufsuchen, um mit einer Beraterin oder einem Berater zu sprechen, ohne wieder von vorn anfangen zu müssen. Atruvia geht dabei Schritt für Schritt und Microservice für Microservice vor und modelliert sorgfältig die voraussichtliche Auslastung, um zu vermeiden, dass die Infrastrukturkapazität kurzfristig erweitert werden muss. Denn intern nutzen die Banken ein geschlossenes MPLS-Netzwerk, wodurch die Bereitstellung zusätzlicher Kapazitäten für die Lastverteilung längere Vorlaufzeiten erfordert.

App-Infrastruktur erfolgreich skalieren

Dank der neuen F5-Infrastruktur können inzwischen fast alle 29 Millionen Kunden der von Atruvia betreuten Banken die neue App nutzen. Mehr als 96 % des Kundenverkehrs läuft über die neue Banking-App.

Wie gut die Lösung skalierte, zeigen die Datenverkehrskennzahlen für Atruvias BIG-IP Advanced WAF und BIG-IP LTM: Ende 2022 wurden tägliche Spitzenwerte (ohne Sondereffekte) von mehr als 47.000 HTTPS-Anfragen pro Sekunde verzeichnet, ein Jahr später waren es bereits mehr als 65.000 HTTPS-Anfragen pro Sekunde.

“Wir sind sehr froh, dass wir weder bei der Firmware noch bei der Hardware größere Qualitätsprobleme haben, wie wir sie bei anderen Anbietern erlebt haben. Und wir sind sehr froh, dass wir uns für die bewährte iSeries entschieden haben.”

Lutz Reinegger, Leiter Rechenzentrumsinfrastruktur & Netzwerk, Atruvia

Atruvia bewegt sich ebenfalls in Richtung einer Hybrid-Cloud-Umgebung, die eine grundlegende Kommunikation zwischen Microsoft Azure und der bestehenden lokalen Infrastruktur ermöglicht. Laut Reinegger besteht der letzte Schritt darin, auf Basis der vorhandenen Rechenzentren eine echte Hybrid Cloud von Grund auf aufzubauen und diese anschließend mit Public-Cloud-Anbietern zu verbinden, um Workloads nahtlos zwischen den verschiedenen Verfügbarkeitszonen und den eigenen Rechenzentren zu verschieben. Dadurch erhält Atruvia die Flexibilität, unterschiedliche Workloads in verschiedenen Umgebungen auszuführen.

„Öffnen wir die Cloud-Anwendungen für den Zugriff von außen durch die breite Öffentlichkeit? Oder betrachten wir die Cloud eher als eine Backend-Erweiterung unserer eigenen lokalen Rechenzentren? Über solche Fragen wird derzeit diskutiert“, sagt er.

Kosten und Komplexität reduzieren

Die Leistungsreserven der Hardware bieten Atruvia mehr Flexibilität. Die Auslastung der neuen ADC-Infrastruktur liegt bei unter 50 % – gegenüber mehr als 80 % vor der Erweiterung. Dadurch werden Anfragen deutlich schneller verarbeitet. „Bei einer X86-Architektur lässt sich die Leistung durch das Hinzufügen weiterer CPU-Kerne nicht linear skalieren“, erklärt Reinegger. „Wir wollen die Auslastung zwischen 50 % und 70 % halten, um auf unvorhergesehene Lastspitzen vorbereitet zu sein.“

Atruvia konnte zudem seine Geräte konsolidieren, indem das Unternehmen eine Plattform eines anderen Anbieters auf der neuen F5-Hardware betreibt. Dadurch konnte Atruvia Kosten sparen, die Komplexität reduzieren und die Anzahl der Anbieter in seinen Rechenzentren verringern.

Logo von F5 hilft Atruvia, den massiven Anstieg des Datenverkehrs in der Banking-App zu bewältigen

Vorteile

  • Zuverlässige, optimierte Nutzererlebnisse bereitstellen
  • App-Infrastruktur erfolgreich skalieren
  • Senkt Kosten und Komplexität
  • IT-Architektur optimieren

Herausforderungen

  • Eine Verzwölffachung der HTTPS-Anfragen
  • Eine Verdopplung der Verarbeitungslast
  • Erhebliche Störungen der globalen IT-Lieferketten