Anbieter generativer KI schreiben die Regeln für automatisierten Datenverkehr neu – F5-Bericht

Veröffentlicht am 28. März 2025
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  • Ein neuer Bericht von F5 Labs zeigt, dass inzwischen mehr als die Hälfte der Seitenaufrufe für Webinhalte automatisiert erfolgt, da LLM-Scraper zunehmend eingesetzt werden.
  • Mehr als ein Drittel der Anmeldeversuche in der Technologiebranche sind Angriffe zur Kontoübernahme.
  • Das Gesundheits- und Gastgewerbe sind im Web am häufigsten Ziel von Angriffen; auf Mobilgeräten ist die Unterhaltungsbranche am stärksten betroffen.

SEATTLE – Laut einer neuen Studie von F5 führt der Aufstieg generativer KI dazu, dass Bots inzwischen häufiger als Menschen auf bestimmte Arten von Webinhalten zugreifen.

F5 Labs’ 2025 Bericht über fortschrittliche persistente Bots analysiert 207 Milliarden Web- und API-Transaktionen aus dem Zeitraum von November 2023 bis September 2024. Er untersucht Daten von Kunden, die bereits Maßnahmen zur Bot-Abwehr einsetzen, und zeigt, wie sich Betreiber automatisierter Zugriffe verhalten, wenn sie mit Gegenmaßnahmen konfrontiert werden.

Dem Bericht zufolge stammten 50,04 % der Seitenanfragen für Inhalte1 aus automatisierten Quellen, verglichen mit 22,3 % der Suchanfragen im Web und 21,5 % der „In den Warenkorb“-Transaktionen. Dies deutet auf ein erhebliches Wachstum bei Web-Scrapern hin, wie sie von LLM-Anbietern wie OpenAI, Anthropic und Perplexity eingesetzt werden, sowie auf die Hartnäckigkeit dieser Bots, die auch nach einer Blockierung weiterhin Anfragen senden.

Insgesamt stammten 21,22 Milliarden der überwachten Transaktionen (10,2 %) aus verschiedenen automatisierten Quellen, von denen einige harmlos waren. 10 Milliarden Transaktionen (4,8 %) entfielen jedoch auf schädlichen Bot-Traffic.

„Seit Jahren zielt Bot-Traffic vor allem auf Suchvorgänge sowie auf jene Abschnitte der User Journey ab, in denen sich jemand registriert oder anmeldet, um einen Dienst zu nutzen, einen Artikel in den Warenkorb legt, den Kauf abschließt oder sein Passwort ändern möchte“, so David Warburton, Director, F5 Labs. „Der enorme Anstieg beim Scraping von Inhalten, der zweifellos mit dem rasanten Aufschwung generativer KI und großer Sprachmodelle (LLMs) zusammenhängt, verdeutlicht, wie dynamisch Bot-Traffic ist und wie wichtig es für Unternehmen ist, Veränderungen bei Angriffsmustern ständig im Blick zu behalten.“

Bots lassen nach – aber nicht für alle

Muster und Verbreitung des Bot-Traffics variierten je nach Branche. Die im Web am häufigsten angegriffenen Branchen waren das Gastgewerbe (44,6 % des Traffics stammten von Bots), das Gesundheitswesen (32,6 %) und der E-Commerce (22,7 %).

Auf Mobilgeräten war die Unterhaltungsbranche (23 %) mit Abstand der am häufigsten angegriffene Sektor, deutlich vor E-Commerce (4,5 %) und Schnellrestaurants (4,2 %).

Mehrere Branchen sind nach wie vor in hohem Maße von Credential-Stuffing-Angriffen betroffen, die darauf abzielen, die Kontrolle über Benutzerkonten zu übernehmen. Im Web entfiel bei Unternehmen aus dem Technologiesektor mehr als ein Drittel der Anmeldeversuche auf versuchte Kontoübernahmen (33,5 %), gefolgt vom allgemeinen Einzelhandel (25,7 %) und der Gaming-Branche (19,6 %). Auf Mobilgeräten waren solche Angriffe bei Unterhaltungsunternehmen (24,7 %) und eCommerce-Anbietern (23,8 %) am häufigsten.

Auch der Grad der Ausgereiftheit der Angriffe variierte je nach Branche. Der überwiegende Teil des automatisierten Datenverkehrs, der sowohl im Web als auch auf Mobilgeräten auf das Gesundheitswesen abzielte, wurde als „einfach“ eingestuft. In anderen Branchen war der Anteil des als „fortgeschritten“ eingestuften, komplexeren Datenverkehrs relativ hoch – im Web waren der allgemeine Einzelhandel, Banken und Fluggesellschaften am stärksten betroffen.

Trotz des hohen Bot-Traffics verzeichnete die Mehrheit der untersuchten Branchen im Vergleich zu 2023 einen Rückgang der automatisierten Aktivitäten, was darauf hindeutet, dass die eingesetzten Maßnahmen zur Bot-Abwehr die gewünschte Wirkung zeigten.

Ausnahmen bildeten das Gastgewerbe im Web mit einem Anstieg von 18,3 % und Schnellrestaurants (QSR) im Web mit einem Plus von 11,2 %. Obwohl der Anteil des Bot-Traffics auf Mobilgeräten im Unterhaltungssektor deutlich höher war als in allen anderen Branchen, verzeichnete dieser gegenüber 2023 dennoch einen Rückgang um 11,5 %.

„Bestimmte Branchen sind dauerhaft Ziel unerwünschten Bot-Traffics“, fügte Warburton hinzu. „Das Gastgewerbe verzeichnet ein hohes Aufkommen, weil Aggregatoren Hotelzimmerpreise und Verfügbarkeitsdaten auslesen wollen oder böswillige Akteure versuchen, Treuepunkte zu stehlen. Ebenso werden E-Commerce-Anbieter von Wiederverkäufern und Bots ins Visier genommen, die darauf trainiert sind, Gutschein- und Geschenkkartendaten auszunutzen.“

Aus den Daten geht klar hervor, dass sich bestimmte Branchen im Laufe der Zeit angepasst haben: Häufig angegriffene Sektoren wie Fluggesellschaften und Finanzdienstleister haben Schutzmaßnahmen aufgebaut, um weniger versierte Angreifer abzuwehren. Dadurch müssen sie sich nun mit einem höheren Anteil an Datenverkehr von technisch versierteren, äußerst hartnäckigen Akteuren auseinandersetzen.

Schadensbegrenzung: ein zweischneidiges Schwert?

Der Bericht untersuchte außerdem, wie sich Abschreckungsmaßnahmen auf den Bot-Traffic auswirken, und verglich dabei die Erfahrungen von Kunden, die den automatisierten Datenverkehr überwachten, mit denen von Kunden, die ihn eindämmten.

Auf Mobilgeräten war der Trend eindeutig und entsprach den Erwartungen. Bei Unternehmen, die Maßnahmen zur Abwehr des Datenverkehrs ergriffen, war der Anteil automatisierter Aktivitäten im Suchdatenverkehr deutlich geringer (0,9 % gegenüber 24,8 % bei Unternehmen, die den Datenverkehr lediglich überwachten). Dasselbe Muster zeigte sich bei der Anmeldung (5 % bei Unternehmen mit Abwehrmaßnahmen gegenüber 21,7 % bei Unternehmen mit reiner Überwachung) und bei der Registrierung (2,4 % gegenüber 21,7 %).

Im Web zeigte sich ein anderes Bild. Bei den meisten Abläufen war der automatisierte Traffic bei Unternehmen, die Bots aktiv abwehrten, höher als bei Unternehmen, die sie lediglich überwachten. Bei diesen Kunden entfielen in der Suche 20,9 % des Traffics auf automatisierte Zugriffe, gegenüber 14,9 % bei denjenigen, die diese nur überwachten. Das gleiche Bild zeigte sich bei „In den Warenkorb“ (19,2 % gegenüber 18,2 %), beim Bezahlvorgang (8,6 % gegenüber 7,4 %) und bei der Kontowiederherstellung (6,6 % gegenüber 4,6 %).

„Normalerweise würden wir erwarten, dass Gegenmaßnahmen zu einem Rückgang des Bot-Traffics führen, da blockierte Betreiber sich auf der Suche nach leichteren Zielen anderen Websites zuwenden“, so Warburton. „Mittlerweile gibt es jedoch ganze Geschäftsmodelle, die auf dem Scraping von Daten, Preisen und geistigem Eigentum basieren. Deren Betreiber geben nicht so leicht auf, wenn sie auf Widerstand stoßen. Ein Anstieg des Traffics kann bedeuten, dass diese Akteure ihre Bemühungen verstärken und dabei vielfältiger vorgehen – nicht unbedingt, dass sie damit Erfolg haben. Diese Studie und unsere gesamte Erfahrung bei F5 zeigen durchgängig, dass Gegenmaßnahmen wirksam sind und Abschreckung einen Unterschied macht.“

[1] Definiert als Anfragen nach Seiten, auf denen ein Produkt, ein Artikel, ein Preis oder eine Dienstleistung angezeigt wird. „Content“ war einer von 17 im Bericht untersuchten Abläufen. Weitere waren unter anderem: „Suche“, „In den Warenkorb“, „Angebote“ (für Versicherungen usw.), „Registrierung“, „Transaktion“, „Anmeldung“, „Kontoverwaltung“, „Bewertungen“ und „Bezahlvorgang“.

Über F5

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