In einer sich rasant wandelnden und unberechenbaren geopolitischen Landschaft sprechen politische Entscheidungsträger und Führungskräfte aus der Wirtschaft zunehmend über die Notwendigkeit digitaler Souveränität. Doch dieses übergeordnete Konzept ist schwer zu fassen, denn es bedeutet für verschiedene Menschen unterschiedliche Dinge.
Je nach Kontext bezeichnet digitale Souveränität im Allgemeinen eine Kombination aus Datensouveränität, operativer Souveränität und technologischer Souveränität. Obwohl diese Begriffe miteinander zusammenhängen, bezieht sich jeder von ihnen auf einen bestimmten Teil der digitalen Infrastruktur eines Unternehmens. In diesem Blogbeitrag konzentriere ich mich auf die operative Souveränität und darauf, wie sie auf der Datensouveränität aufbaut, bevor ich mich in weiteren Beiträgen mit technologischer Souveränität und KI-Souveränität befasse.
“Bei F5 betrachten wir digitale Portabilität als den Schlüssel zur Verwirklichung operativer Souveränität.”
Die Bedeutung der Datensouveränität – also der vollständigen Kontrolle über die Daten eines Unternehmens und darüber, wer darauf zugreifen kann – ist inzwischen allgemein anerkannt, insbesondere da belastbare Daten aus der realen Welt den Rohstoff für künstliche Intelligenz (KI) bilden.
Da KI zunehmend zu einem Wettbewerbsvorteil wird, achten Führungskräfte verstärkt darauf, wo die zugrunde liegenden Daten gespeichert und verarbeitet werden und welcher Rechtsordnung sie unterliegen. Daher werden sensible Datensätze aus öffentlichen Clouds in lokale Rechenzentren oder sogenannte souveräne Clouds verlagert, die eindeutig der vollständigen rechtlichen Kontrolle des jeweiligen Staates unterliegen.
Wir beobachten, dass unsere Kunden die nahtlose Unterstützung der F5 Application Delivery and Security Platform (ADSP) für Bereitstellungen sowohl in lokalen Rechenzentren als auch in der Public Cloud nutzen, um ihre Daten nach Bedarf zu verlagern.
Über die Datensouveränität hinaus
Für die meisten Unternehmen ist die Datensouveränität nach wie vor ein laufender Prozess. Führungskräfte erkennen jedoch zunehmend, dass Datensouveränität für manche Unternehmen nicht ausreicht, da unerwartete Ereignisse – sowohl Naturereignisse als auch geopolitische Entwicklungen – digitale Infrastrukturen und Prozesse beeinträchtigen können.
Was geschieht mit Ihren digitalen Diensten und Anwendungen, wenn die Unterseekabel, über die ein Rechenzentrum angebunden ist, ausfallen oder von einem böswilligen Akteur absichtlich durchtrennt werden? Oder wenn Stromausfälle während einer Naturkatastrophe wichtige Verbindungs- und IT-Infrastrukturen beeinträchtigen? Und vielleicht am kritischsten: Was passiert, wenn eine geopolitische Entwicklung oder eine Änderung der politischen Rahmenbedingungen dazu führt, dass Ihr Cloud- oder Managed-Services-Anbieter seine Dienste für Sie einstellt, sich aus Ihrer Region zurückzieht oder den Zugriff auf wichtige Funktionen einschränkt? Das Risiko solcher Störungen schärft zunehmend das Bewusstsein für die Notwendigkeit operativer Souveränität – also die Fähigkeit eines Unternehmens, die vollständige Kontrolle, Transparenz und Autonomie darüber zu bewahren, wie seine IT-Systeme und seine digitale Infrastruktur verwaltet und betrieben werden, unabhängig davon, ob diese Ressourcen intern gehostet oder an Dritte ausgelagert sind. Operative Souveränität erhöht nicht nur die Resilienz, sondern kann auch weitere positive Nebeneffekte haben. So können Sie durch mehr Kontrolle und Transparenz über Ihre digitale Infrastruktur und Ihre Prozesse beispielsweise Möglichkeiten erkennen, Verschwendung und Ineffizienzen zu reduzieren.
Aus praktischer Sicht bedeutet das Erreichen operativer Souveränität, die Abhängigkeit von bestimmten Infrastrukturen und einzelnen Anbietern zu verringern. Eine Multicloud-Strategie ist beispielsweise sinnvoll, da in der aktuellen geopolitischen Lage das Risiko besteht, dass politische Entscheidungsträger plötzlich in einen Markt eingreifen, den sie als strategisch wichtig erachten. Eine Regierung könnte beschließen, den Zugang zu bestimmten KI-Modellen oder modernen Halbleitern einzuschränken. Im Falle einer solchen Störung müssen Sie in der Lage sein, Anwendungen und andere digitale Workloads schnell von einem Rechenzentrum in ein anderes oder von einem Cloud-Anbieter zu einem anderen zu verlagern.
Operative Resilienz gewährleisten
Aus Compliance-Sicht kann operative Souveränität dazu beitragen, die „Resilienz“ zu stärken, die auf der politischen Agenda zunehmend höchste Priorität genießt, wie der Digital Operational Resilience Act (DORA) der EU verdeutlicht. Die inzwischen geltende Verordnung soll sicherstellen, dass Banken, Versicherungsunternehmen, Wertpapierfirmen und andere Finanzunternehmen digitalen Störungen wie Cyberangriffen oder Systemausfällen standhalten, darauf reagieren und sich davon erholen können.
Im August veröffentlichte die Europäische Zentralbank (EZB) Leitlinien, in denen sie betont, dass Finanzinstitute sicherstellen müssen, ihre digitalen Dienste bei Bedarf zu einem anderen Cloud-Anbieter übertragen zu können. Bei Cloud-Diensten, die kritische oder wichtige Funktionen unterstützen, fordert die EZB Finanzunternehmen dazu auf, mehrere aktive Rechenzentren an unterschiedlichen geografischen Standorten mit unabhängiger Stromversorgung und Netzwerkanbindung zu betreiben sowie hybride Cloud-Architekturen und mehrere Cloud-Anbieter zu nutzen.
Tatsächlich betrachten wir bei F5 die digitale Portabilität als Schlüssel zur operativen Souveränität. Wir haben dafür gesorgt, dass unsere Plattform es unseren Kunden erleichtert, Anwendungen und andere digitale Assets bei Bedarf von einer Cloud-Umgebung in eine andere oder in ein lokales Rechenzentrum zu übertragen. Entscheidend ist, dass wir es Unternehmen auch ermöglichen, die ihren Anwendungen vorgelagerten Richtlinien für die Anwendungsbereitstellung und Sicherheit zu übertragen. So bleibt das Sicherheitsniveau dieser Anwendungen bei der Migration in eine andere Umgebung unverändert.
Die Erlangung operativer Souveränität wird immer wichtiger, ist dank des technologischen Fortschritts und der zunehmenden Vielseitigkeit von Technologien aber auch immer besser realisierbar. Mit den richtigen Tools können Unternehmen in einer unberechenbaren Welt stets einen Schritt voraus sein.
Allerdings sieht der richtige Ansatz für jedes Unternehmen anders aus, und die optimale Lösung lässt sich am besten im persönlichen Gespräch ermitteln. Auf dem MWC 2026, der vom 2. bis 5. März in Barcelona stattfindet, veranstalten wir zahlreiche Fachgespräche, darunter eine Session, in der erläutert wird, wie die Plattform von F5 einheitliche Richtlinien in allen hybriden Multicloud-Umgebungen ermöglicht. Besuchen Sie uns gerne an unserem Stand in Halle 2 oder kontaktieren Sie uns, um einen Termin zu vereinbaren.
Freuen Sie sich auf weitere Blogbeiträge, in denen wir die Konzepte der technologischen Souveränität und der KI-Souveränität näher beleuchten und zeigen, wie sie sich pragmatisch umsetzen lassen.
In der Zwischenzeit erfahren Sie mehr über die F5 Application Delivery and Security Platform hier.
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