Selbstsigniertes Zertifikat
Was ist ein selbstsigniertes Zertifikat?
Ein selbstsigniertes Zertifikat ist ein digitales Zertifikat, bei dem der Zertifikatsinhaber seinen eigenen privaten Schlüssel verwendet, um den zugehörigen öffentlichen Schlüssel elektronisch zu signieren. In den meisten Fällen gelten solche Zertifikate nicht als vertrauenswürdig. Das liegt daran, dass ein selbstsigniertes Zertifikat im Wesentlichen ein „selbst ausgestelltes“ Zertifikat ist, dem die Bestätigung durch eine vertrauenswürdige dritte Stelle fehlt. Aufgrund dieser Eigenschaft werden selbstsignierte Zertifikate im Japanischen umgangssprachlich manchmal als „Ore-Ore-Zertifikate“ bezeichnet, was so viel wie „Ich-Ich-Zertifikate“ bedeutet.
Eine Ausnahme von dieser Regel bilden Stammzertifikate, die von öffentlichen Zertifizierungsstellen (Public CAs) zur eigenen Authentifizierung ausgestellt werden. Stammzertifikate öffentlicher Zertifizierungsstellen, die nach klar definierten und eingehaltenen Richtlinien arbeiten, gelten als vertrauenswürdig und sind in Webbrowsern vorinstalliert. Wenn ein Browser mit einer Website kommuniziert, prüft er das von der Website vorgelegte Serverzertifikat und dessen Aussteller. Anschließend verwendet er das gespeicherte Stammzertifikat der ausstellenden Zertifizierungsstelle, um die Signatur zu entschlüsseln und die Echtheit des Zertifikats zu bestätigen.
Grundsätzlich sollten SSL-Serverzertifikate immer von unabhängigen Zertifizierungsstellen ausgestellt werden. Von der Verwendung selbstsignierter Zertifikate wird abgeraten, da sie nicht von Zertifikaten zu unterscheiden sind, die von böswilligen Dritten gefälscht wurden. Wird ein Webbrowser so konfiguriert, dass er selbstsignierte Zertifikate akzeptiert, werden auch gefälschte Zertifikate akzeptiert, was zu Sicherheitslücken führt. In solchen Fällen wird selbst die Verschlüsselung wirkungslos, sodass die Kommunikation abgehört und auf dem Übertragungsweg manipuliert werden kann.
