Anwendungen. Anwendungen überall.

F5-Ökosystem | 29. August 2016

In den vergangenen Jahren haben wir (also das Unternehmen) im Rahmen unserer State of Application Delivery -Umfragen Rechenzentren eingehend untersucht, um herauszufinden, wie, warum und wo Unternehmen Anwendungen bereitstellen und ausliefern. Natürlich liegt unser Schwerpunkt auf Anwendungsdiensten, doch es gibt eine Vielzahl von Technologien und Kontextinformationen, die für dieses zentrale Thema sowohl relevant als auch interessant sind. Denn ohne Anwendungen gibt es auch keine Anwendungsdienste. Zumindest aus unserer Perspektive im Netzwerk stehen Anwendungen gewissermaßen im Mittelpunkt des Universums.

Eine der Fragen, die wir stellen, lautet ganz einfach, wie viele Anwendungen das Unternehmen in seinem Portfolio hat. Diese können sich in der Cloud oder im Rechenzentrum befinden, gehostet sein oder auf einem Mainframe laufen. Wir gehen dabei nicht unbedingt ins Detail (sonst würde die Umfrage doch wirklich sehr unübersichtlich, oder?), sondern möchten lediglich verstehen, wie viele Anwendungen es in einem bestimmten Unternehmen tatsächlich gibt.

Denn in der Praxis sehen wir, dass eine große Bandbreite an Anwendungen bereitgestellt wird. Basierend auf den tatsächlichen Nutzungsdaten lag die durchschnittliche Anzahl virtueller Server (die in etwa einer Anwendung oder einem Dienst entsprechen) im Juli 2016 bei 122. Der höchste Wert, den wir beobachtet haben? Über 12.000. Ja, das stimmt. Es gibt mindestens eine Organisation, bei der derzeit über 12.000 virtuelle Server (Anwendungen) laufen.

Unsere Umfragedaten (und tatsächlichen Nutzungsdaten) zeigen, dass dies definitiv ein Ausreißer ist. Unseren Daten zufolge verwalten die meisten Unternehmen zwischen 1 und 200 Anwendungen – mit Ausnahme sehr großer Organisationen (mehr als 5.000 Beschäftigte).

Apps nach Unternehmensgröße weltweit

Tatsächlich stellen weltweit 54 % der Befragten über alle Unternehmensgrößen hinweg zwischen 1 und 200 Anwendungen bereit. 23 % stellen zwischen 201 und 500 Anwendungen bereit, weitere 15 % zwischen 501 und 1.000.

Nur sehr wenige (9 %) fallen in die Kategorie „So weit kann ich gar nicht zählen“ mit 1.001 bis 3.000 Anwendungen. Aber es gibt sie. Und mehr als 3.000? Das sind noch weniger.

Laut Ben Kepes, der im Juli 2014 für Forbes.com schrieb, „werden in einem Unternehmen durchschnittlich 508 Anwendungen genutzt.“

Ich denke, diese Zahl ist für ein typisches Großunternehmen durchaus repräsentativ. Bei kleineren Unternehmen würde ich sie mindestens halbieren.

Dennoch ist das keineswegs ein unbedeutendes Unterfangen. Selbst 204 Anwendungen zu skalieren, abzusichern und zu verwalten, reicht mehr als aus, um Betriebsteams stärker auszulasten, als ihnen vermutlich lieb ist.

Die Sache ist die: Eigentlich müsste diese Zahl steigen. Zwar werden viele Anwendungen in die Cloud verlagert – insbesondere standardisierte Geschäftsanwendungen in Form von SaaS-Angeboten –, doch die dadurch entstehenden „Lücken“ werden von anderen Anwendungen gefüllt. Und bei den meisten davon handelt es sich nicht um spektakuläre mobile Apps und Spiele für Kunden.

Laut Salesforce.com „State of IT 2016“ konzentriert sich heute der Großteil der Ressourcen für die App-Entwicklung (42 %) auf die Produktivität der Mitarbeiter. Auf interne Abläufe und betriebliche Effizienz ausgerichtete Apps.

Die Automatisierung von Geschäftsprozessen, die Steigerung der Produktivität und die Verbesserung der unternehmensweiten Datentransparenz gehören zu den zentralen Anliegen der IT. Viele davon werden durch die Entwicklung von Apps und Systemen angegangen, die genau diese Ziele erreichen.

Einige werden Cloud-Technologien einbinden und daher APIs und Integrationsarbeiten erfordern, während andere weiterhin lokal betrieben werden. Einige werden eine mobile App benötigen, andere lediglich eine einfache webbasierte Benutzeroberfläche. Wenn wir den neuen Best Practices zur „Öffnung“ der IT folgen und eine stärkere Zusammenarbeit und Wiederverwendung ermöglichen wollen, sollten alle über APIs verfügen.

salesforce-state-of-it-2016

Unabhängig davon erhöhen diese Anwendungen die bestehende Last. Auch sie müssen skaliert, abgesichert und verwaltet werden. Sie müssen aktualisiert und integriert werden. Sie tragen zum zunehmenden Ost-West-Datenverkehr bei, und wenn sie eine externe Cloud-Lösung einbeziehen, erhöhen sie auch die Belastung durch den Nord-Süd-Datenverkehr.

Wenn wir an Anwendungen denken, stellen wir uns allzu oft eine schicke, ansprechend gestaltete mobile App vor. Doch nicht alle vom Unternehmen verwalteten Anwendungen sind dieser Art. Einige dienen rein praktischen Zwecken, andere ausschließlich dazu, Daten aus der Ferne zu erfassen und sicher an die Zentrale zu übertragen. Dort können sie aufbereitet, analysiert und den Analysten bereitgestellt werden, die täglich auf diese Daten angewiesen sind, um geschäftliche Entscheidungen zu treffen.

Wir leben wirklich in einer Welt der Anwendungen – innerhalb wie außerhalb des Unternehmens.

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Schlagwörter: Cloud, 2016

Über den Autor

Lori Mac Vittie
Lori Mac VittieDistinguished Engineer und Chief Evangelist | F5

Lori MacVittie ist Distinguished Engineer und Chief Evangelist im Office of the CTO von F5 und verfügt über umfassende Expertise in den Bereichen Anwendungsbereitstellung, Automatisierungsstrategie und Infrastruktur. Sie ist dafür bekannt, Komplexität verständlich zu machen – ob sie Leitplanken für KI-Agenten definiert, fragile Multicloud-Architekturen analysiert oder die Grenzen skalierbarer Systeme auslotet. Sie verfügt über mehr als dreißig Jahre Branchenerfahrung in der Anwendungsentwicklung, IT-Architektur sowie im Netzwerk- und Systembetrieb. Bevor sie zu F5 kam, war sie als mehrfach ausgezeichnete Technologie-Redakteurin tätig. MacVittie hat einen Masterabschluss in Informatik und ist eine produktive Autorin, deren Veröffentlichungen die Bereiche Sicherheit, Cloud und Unternehmensarchitektur abdecken. Außerdem spielt sie leidenschaftlich gern Brett- und Videospiele und vertritt mit voller Überzeugung klare Ansichten zum Thema Käse.

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