Wir leben in einer Welt der Anwendungen. Eine der Folgen – ob beabsichtigt oder nicht – ist, dass sich die Art und Weise verändert, wie wir Erfolg messen. Heute messen wir Downloads und Installationen statt Besucherzahlen, Mikrosekunden und Verfügbarkeitsquoten statt Kosten pro Quadratmeter. Das bedeutet: Performance ist das A und O und die Prätorianergarde ist die Infrastruktur, die dafür sorgt, dass die Performance erhalten bleibt.

Die Performance sicherzustellen setzt voraus, dass Sie einen (nahezu) Echtzeit-Überblick über die Leistung haben. Denn wenn Sie nicht wissen, dass etwas nicht funktioniert, können Sie es auch nicht beheben. Um dies zu erkennen, müssen Sie die Anwendungserfahrung der Kunden und Mitarbeiter, mit denen Sie interagieren und Geschäfte tätigen, überwachen und messen. Untersuchungen zeigen jedoch, dass dies nicht unbedingt der Fall ist. Laut einer Studie von Copper Egg überwacht mehr als die Hälfte (54 %) der Unternehmen nur einen relativ kleinen Teil ihrer Anwendungen – genauer gesagt höchstens 25 %.
Fest steht, dass wir bei der Überwachung und Messung von Performance und Verfügbarkeit wachsamer sein müssen. Beide sind eng miteinander verknüpft , da die Performance eine wesentliche Komponente der Verfügbarkeit ist. Apps mit schlechter Performance werden aufgegeben, verflucht und mit ungefähr so viel Sorgfalt gelöscht wie ein gebrauchtes Bonbonpapier. Wir könnten zahlreiche Studien anführen, um dies zu belegen, aber im Interesse der 99 %, die die Infografiken bereits gesehen und die Berichte gelesen haben, verzichten wir darauf. Es genügt zu sagen, dass die Performance entscheidend ist. Ob wir sie in die „Betriebszeit“ einbeziehen oder nicht, ist eine Frage der betrieblichen Richtlinien und kein Abbild der Realität.
Jede Mikrosekunde Verzögerung kann das Unternehmen Geld kosten, sei es durch Produktivitätsverluste oder letztlich durch entgangene Gewinne. Bei Anwendungen ist Zeit Geld, und die gesamte IT ist gefordert, gemeinsam Architekturen zu entwerfen und zu implementieren, die den Anforderungen an die Messung und Überwachung der Anwendungsleistung und -verfügbarkeit gerecht werden. Das bedeutet, zu verstehen, was wir tatsächlich messen und wie sich die Zahlen auf Leistung und Verfügbarkeit auswirken, damit wir die Daten analysieren und geeignete Korrekturmaßnahmen ergreifen können, um die Erwartungen der Benutzer an das Anwendungserlebnis zu erfüllen oder hoffentlich sogar zu übertreffen.
Ping mich nicht, Bro
Das bedeutet, dass wir uns von simplistischen Überwachungs- und Messverfahren verabschieden müssen. Die Verwendung eines Pings zur Ermittlung der Verfügbarkeit einer Anwendung beispielsweise liefert keinerlei Erkenntnisse über deren Leistung und nur sehr wenige über ihre Verfügbarkeit. Je weiter wir über die Virtualisierung hinaus zur Containerisierung übergehen, desto mehr verliert die Überwachung gemeinsam genutzter Systeme an Aussagekraft. Dadurch verlagern sich Überwachung und Messung auf höhere Ebenen des Stacks – hin zu den Anwendungen, von denen das Unternehmen inzwischen abhängig ist. Auch der Übergang zu Microservices wird sich darauf auswirken, wie und was wir messen.
Das bedeutet, dass sowohl neu bewertet werden muss, was und wie bei Apps überwacht und gemessen wird, als auch, wie diese Daten in Systeme zurückgespeist werden können, damit bei Bedarf Anpassungen vorgenommen werden können. Die Leistung und Verfügbarkeit einzelner Systeme sind wichtig, doch wenn die „App“ verteilt ist und aus mehreren Diensten besteht, muss damit begonnen werden, die „App“ anhand all ihrer Bestandteile zu messen.
Anwendungen und Architekturen haben sich weiterentwickelt. Es ist (vielleicht schon längst) an der Zeit, auch die bestehenden Strategien zur Überwachung und Messung ihrer Leistung und Verfügbarkeit weiterzuentwickeln.
Weitere Informationen dazu, was gemessen werden sollte (und warum), finden Sie in „Messen und Überwachen: Anwendungen und Stacks“.
Über den Autor

Lori MacVittie ist Distinguished Engineer und Chief Evangelist im Office of the CTO von F5 und verfügt über umfassende Expertise in den Bereichen Anwendungsbereitstellung, Automatisierungsstrategie und Infrastruktur. Sie ist dafür bekannt, Komplexität verständlich zu machen – ob sie Leitplanken für KI-Agenten definiert, fragile Multicloud-Architekturen analysiert oder die Grenzen skalierbarer Systeme auslotet. Sie verfügt über mehr als dreißig Jahre Branchenerfahrung in der Anwendungsentwicklung, IT-Architektur sowie im Netzwerk- und Systembetrieb. Bevor sie zu F5 kam, war sie als mehrfach ausgezeichnete Technologie-Redakteurin tätig. MacVittie hat einen Masterabschluss in Informatik und ist eine produktive Autorin, deren Veröffentlichungen die Bereiche Sicherheit, Cloud und Unternehmensarchitektur abdecken. Außerdem spielt sie leidenschaftlich gern Brett- und Videospiele und vertritt mit voller Überzeugung klare Ansichten zum Thema Käse.
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