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F5-Ökosystem | 12. Oktober 2016

Unternehmen verlagern ihre Produktivitätsanwendungen zunehmend mit Microsoft Office 365 in die Cloud. Laut einem aktuellen Gartner-Bericht nutzen 78 Prozent der befragten Unternehmen Office 365 oder planen dessen Nutzung. Darüber hinaus führen Unternehmen neue cloudbasierte Anwendungen ein und migrieren gleichzeitig ihre selbst entwickelten Altsysteme in die Cloud. Die erforderliche Flexibilität und Geschwindigkeit bei der Cloud-Migration bei gleichzeitiger Gewährleistung der Sicherheit dieser Produktivitätsanwendungen bereitet vielen CIOs und CISOs schlaflose Nächte.

Ein Bericht des Cloud-Sicherheitsunternehmens SkyHigh Networks verdeutlicht dieses Dilemma: Im Durchschnitt sind Unternehmen monatlich mit 2,7 Bedrohungen für Office 365 konfrontiert, von denen 1,3 auf kompromittierte Konten zurückzuführen sind. Auch wenn diese Zahlen nicht besonders hoch erscheinen, werden demselben Bericht zufolge über 58 Prozent der in der Cloud gespeicherten sensiblen Daten in Office-Dokumenten aufbewahrt.

Unternehmen möchten ihren Benutzern einen schnellen, einfachen und sicheren Zugriff auf Office 365 ermöglichen. Die Umstellung von Anwendungen, die im eigenen Rechenzentrum betrieben werden, auf Cloud- und SaaS-Anwendungen wie Office 365 kann jedoch vorhandene Ressourcen belasten und zu einer unvorhersehbaren Leistung für die Benutzer führen. Eine der größten Herausforderungen für Unternehmen, die Office 365 und SaaS-Anwendungen nutzen, besteht darin, ihren Benutzern ein angemessenes Maß an Identitäts- und Zugriffsverwaltung mit dem erforderlichen Sicherheitsniveau bereitzustellen.

Identitätsföderation und einmaliges Anmelden (Single Sign-On, SSO) bilden zusammen mit der Multi-Faktor-Authentifizierung (MFA) die erste Verteidigungslinie gegen unbefugte oder böswillige Zugriffe auf Office 365. Dies gilt insbesondere, wenn eine Organisation Microsoft Azure Active Directory als Speicher für Benutzeranmeldeinformationen verwendet. Bestimmte Funktionen in Office 365, wie etwa der bedingte Zugriff, setzen Identitätsföderation und SSO sogar voraus.

Wie bereits in meinem früheren Blogbeitrag erläutert, ist die Verbundidentität die beliebteste Methode zur Absicherung des Zugriffs auf Office 365. Bei der Verbundidentität überprüft ein lokaler Identitätsanbieter die Anmeldedaten der Benutzer. Eine Synchronisierung von Kennworthashes mit Azure Active Directory ist nicht erforderlich. Einer der Gründe für die Beliebtheit der Verbundidentität ist, dass die Anmeldedaten der Benutzer einer Organisation lokal verbleiben und von der Organisation verwaltet werden. Die Verbundidentität verringert das Risiko verlorener oder gestohlener Anmeldedaten und vereinfacht die Integration neuer oder vorhandener MFA-Methoden. Viele Organisationen möchten, dass die Kennwörter ihrer Benutzer von einem lokalen SAML-Identitätsanbieter (IdP) oder von Microsoft Active Directory Federation Services (ADFS) überprüft werden.

Microsoft liefert ADFS zwar als Bestandteil von Windows Server 2012 aus, unterstützt jedoch auch Produkte von Drittanbietern für Identitätsföderation und SSO. Viele dieser Drittanbieterlösungen ermöglichen ebenso wie ADFS SSO, erweitern die Identitätsföderation auf weitere Anwendungen, vereinfachen die Benutzerverwaltung und das Ausscheiden von Benutzern und zentralisieren die Föderationsverwaltung – mitunter umfassender als ADFS.

Wie bei jeder IT-Lösung sollte ein Unternehmen die Vor- und Nachteile abwägen, bevor es sich für die Implementierung einer Identitäts- und Zugriffslösung für Office 365 entscheidet. Im Folgenden finden IT-Teams eine Checkliste mit Fragen, die sie bei der Einführung einer neuen Identitäts- und Zugriffslösung für Office 365 berücksichtigen sollten:

  • Muss zusätzliche Infrastruktur im Netzwerk bereitgestellt werden?
  • Falls ja, wie hoch sind die Kosten für Anschaffung, Bereitstellung, Administration und Verwaltung?
  • Werden Application Delivery Controller benötigt, um die Last für schnellen Zugriff und hohe Verfügbarkeit zu verteilen?
  • Wie hoch sind die Gesamtbetriebskosten (Total Cost of Ownership, TCO) der Identitäts- und Zugriffslösung?
  • Lässt sich die Lösung schnell und einfach skalieren, um die zukünftigen Anforderungen des Unternehmens zu erfüllen?
  • Bedeutet Skalierung noch mehr zusätzliche Infrastruktur?
  • Kann die Verwaltung von Cloud-Anwendungen automatisiert werden, oder muss ein Administrator für jede Cloud-Anwendung manuell Regeln erstellen oder ändern? Manuelle Prozesse sind kostspielig und zeitaufwendig.
  • Kann die Identitäts- und Zugriffslösung mit bestehenden Sicherheitsmethoden zusammenarbeiten, beispielsweise mit vorhandenen Prüfungen des Sicherheitsstatus von Mobilgeräten, die von führenden Enterprise-Mobility-Management-Lösungen (EMM) durchgeführt werden, oder mit bestehenden MFA-Angeboten?

Unternehmen benötigen eine Identitäts- und Zugriffslösung für Office 365, die ihre vorhandenen Zugriffs- und Sicherheitstools einbinden und nutzen kann, ohne sie zu einem Anbieterwechsel oder zur Änderung ihrer Prozesse zu zwingen. Sie brauchen eine Lösung, die die bereits weitverbreitete Ausuferung der Infrastruktur nicht noch verstärkt, zugleich aber skalierbar ist, um dem Wachstum und den Anforderungen ihres Unternehmens gerecht zu werden.

In unserem nächsten Blogbeitrag stellen wir Lösungen für die Herausforderungen rund um sichere Identitäten und Zugriffe in Office 365 sowie die zahlreichen damit abdeckbaren Anwendungsfälle vor.

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Schlagwörter: 2016

Über den Autor

Jay Kelley
Jay KelleySenior Manager, Produktmarketing | F5

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