Wie Multi-Cloud Automatisierung unverzichtbar machte

F5-Ökosystem | 07. Dezember 2020

Eine Umfrage des britischen Immobilienportals Tepilo ergab, dass es durchschnittlich vier Monate dauert, bis sich ein neues Haus wie ein Zuhause anfühlt. Ich entspreche offenbar nicht dem Durchschnitt.

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Ich bin außerdem kein Brite, vielleicht kann ich das also als Ausrede gelten lassen. Wissen Sie, ich wohne jetzt seit sieben Jahren in meinem Haus und kann mir immer noch nicht merken, welcher Lichtschalter den Ventilator einschaltet und welcher die Steckdosen im Wohnzimmer ausschaltet. Wie Sie sich vorstellen können, sorgt eine Verwechslung für ziemliche Bestürzung bei allen, die gerade einen Film ansehen oder ein Videospiel spielen.

In dieser Hinsicht gleicht absichtlich kein Haus dem anderen. Zwar sind die Mechanismen – die Schalter und Wippen – gleich und wir alle wissen, wie man sie bedient, doch ihre Anordnung und Position im Haus sind nicht standardisiert.

Wenn ich mich jedoch für ein Hausautomationssystem entscheiden und es mitnehmen würde, wäre dies wahrscheinlich nicht mehr das gelegentlich auftretende Problem, das es derzeit ist. Denn der Ventilator und die Beleuchtung würden über eine vertraute, standardisierte Benutzeroberfläche bedient.

Das ist die Realität von Cloud-Umgebungen. Sie alle nutzen dieselben Mechanismen – APIs, Konsolen und Prozesse –, um gängige betriebliche Aufgaben auszuführen. Das ist einer der Vorteile der Cloud. Auch bei der Einarbeitung neuer IT-Fachkräfte lässt sich der dafür erforderliche Zeitaufwand erheblich reduzieren. Die Ebene für die Verwaltung der Infrastruktur ist in jedem Unternehmen gleich. Dieselben APIs. Dieselben Konsolen. Dieselben Prozesse.

In einem individuell konzipierten Rechenzentrum – ob Private Cloud oder herkömmliches Rechenzentrum – trifft dies nicht unbedingt zu. Dort kommen mehrere Frameworks zum Einsatz (etwa OpenShift, OpenStack usw.), deren Betrieb spezifische Kenntnisse und Fachkompetenz erfordert.

Dadurch verkürzt sich letztlich die Einarbeitungszeit für neue IT-Fachkräfte, da sie bereits über praktische Kenntnisse der „Cloud“ verfügen. Wenn Sie Ihr Cloud-Betriebsteam erweitern müssen, suchen Sie jemanden, der mit Cloud X vertraut ist. Dieses Konzept ist nicht neu. Wenn Sie einen Entwickler für eine Anwendung benötigen, die JavaScript-Kenntnisse voraussetzt, suchen Sie in der Regel nicht nach einem Python-Spezialisten.

Dies ist einer der Gründe, warum Multi-Cloud-Umgebungen eine Herausforderung darstellen: Sie erfordern mehr Fachwissen und machen es beim Onboarding wieder notwendig, Mitarbeitende in der Verwaltung der Infrastruktur zu schulen. Wie bei meinem Haus gleicht keine Cloud der anderen. Auch wenn die grundlegenden Infrastrukturkonzepte ähnlich sein mögen, unterscheiden sich Terminologie, Objektmodelle, APIs und Konsolen.

Es überrascht nicht, dass die Realität domänenspezifischer Tools und Prozesse, die jeweils nur für eine bestimmte Cloud-Umgebung gelten, zur Entstehung von Cloud-„Silos“ in Unternehmen geführt hat. Die Hälfte aller Befragten in unserer jährlichen Studie gab an, beim aktuellen Management ihrer Multi-Cloud-Umgebung auf dedizierte Teams für jede Cloud-Umgebung zu setzen. Darüber hinaus erklärte die andere Hälfte, dass dies ihr bevorzugtes Modell sei.

Das überrascht mich nicht. Wenn man die Cloud als Produkt betrachtet – und genau das ist sie –, stellt man schnell fest, dass sie dieselben betrieblichen Altlasten mit sich bringt wie jedes andere Produkt. Modelle, APIs und Workflows unterscheiden sich von Cloud zu Cloud. Daher ist es sinnvoll, sich auf den Aufbau von Fachwissen für eine bestimmte Cloud zu konzentrieren, anstatt sich mit einer mittelmäßigen Verwaltung aller Clouds zufriedenzugeben.

Die Realität von Multi-Cloud-Umgebungen hat zur Einführung von Tools zur Infrastrukturautomatisierung geführt. Automatisierung vereinfacht nicht nur die Bereitstellung, Konfiguration und den Betrieb, sondern Infrastrukturautomatisierungstools sind zudem Cloud-unabhängig. Das bedeutet, dass dieselben Terraform-Vorlagen oder Ansible-Skripte, die für eine Cloud verwendet werden, auch für eine andere eingesetzt werden können, da die Tools selbst von den Unterschieden abstrahieren, die die Verwaltung von Multi-Cloud-Umgebungen so komplex machen.

Dies ist ein Beispiel dafür, wie die Vereinheitlichung von Methoden und Tools es allen ermöglicht, schneller und mit größerer Sicherheit voranzukommen. Dieses Leitmotiv zieht sich durch die gesamte Unternehmens-IT. Standardisierung ist ein Mittel, um Konsistenz zu erreichen – sei es auf der Ebene der Anwendungssicherheit und -bereitstellung, der Anwendungsinfrastruktur (Web- und Anwendungsserver) oder der Datenspeicherung. Konsistenz ist – man verzeihe die Wiederholung – ein wiederkehrendes Thema bei den Herausforderungen von Multi-Cloud-Umgebungen.

So hat die Multi-Cloud Automatisierung von einem optionalen Extra und Wettbewerbsvorteil zu einer Notwendigkeit gemacht.

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Schlagwörter: 2020

Über den Autor

Lori Mac Vittie
Lori Mac VittieDistinguished Engineer und Chief Evangelist | F5

Lori MacVittie ist Distinguished Engineer und Chief Evangelist im Office of the CTO von F5 und verfügt über umfassende Expertise in den Bereichen Anwendungsbereitstellung, Automatisierungsstrategie und Infrastruktur. Sie ist dafür bekannt, Komplexität verständlich zu machen – ob sie Leitplanken für KI-Agenten definiert, fragile Multicloud-Architekturen analysiert oder die Grenzen skalierbarer Systeme auslotet. Sie verfügt über mehr als dreißig Jahre Branchenerfahrung in der Anwendungsentwicklung, IT-Architektur sowie im Netzwerk- und Systembetrieb. Bevor sie zu F5 kam, war sie als mehrfach ausgezeichnete Technologie-Redakteurin tätig. MacVittie hat einen Masterabschluss in Informatik und ist eine produktive Autorin, deren Veröffentlichungen die Bereiche Sicherheit, Cloud und Unternehmensarchitektur abdecken. Außerdem spielt sie leidenschaftlich gern Brett- und Videospiele und vertritt mit voller Überzeugung klare Ansichten zum Thema Käse.

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