Während wir weiterhin beobachten, wie sich agile Methoden wellenartig auf die übrigen IT-Bereiche (etwa Netzwerk und Sicherheit) ausbreiten, erleben wir neben der fortschreitenden Ausweitung von DevOps auf angrenzende IT-Themen auch den Aufstieg von Architekturen und Technologien wie SDN und SDDC.
Das liegt daran, dass der Bedarf an (Bereitstellungs-)Geschwindigkeit mit einem nahezu ebenso unstillbaren Verlangen wächst wie die Nachfrage der Verbraucher nach Apps. Das Unternehmenswachstum hängt heute von der Skalierbarkeit der IT ab – nicht nur im Hinblick auf Transaktionsraten und Durchsatz, sondern auch auf betrieblicher Ebene.
Die Skalierbarkeit zu erreichen, die erforderlich ist, um eine rasch steigende (und oft unvorhersehbare) Nachfrage zu bewältigen, bedeutet mehr Hardware (ob maßgeschneidert oder COTS), mehr Plattformen, mehr Dienste und überhaupt mehr von allem. Mehr Komponenten, die überwacht, gesichert, konfiguriert und lizenziert werden müssen. Das ist Management.
Um die für die Bereitstellung von Anwendungen und Bereitstellungsdiensten erforderliche Geschwindigkeit zu erreichen, muss der Bereitstellungsprozess automatisiert werden. Das ist Orchestrierung.
Diese beiden Dinge sind nicht dasselbe. Es ist sogar gefährlich, sie miteinander gleichzusetzen, da sie dadurch eng aneinander gekoppelt werden und sich die Prozesse nur schwer kurzfristig ändern lassen. Dies ist jedoch häufig notwendig, um die Effizienz zu steigern oder dem System Komponenten hinzuzufügen, die erforderlich sind, um die Leistung, Geschwindigkeit und Sicherheit der Apps aufrechtzuerhalten, auf die Unternehmen sowohl für ihre Produktivität als auch für ihren Gewinn angewiesen sind. Das kann mehrmals im Jahr der Fall sein. Studien von Experten für Geschäftsprozessmanagement zufolge ändern Unternehmen ihre Kernprozesse vier- bis siebenmal im Jahr. Grundlage dafür sind die Analyse all der von der IT erfassten Daten sowie Rückmeldungen von privaten und geschäftlichen Nutzern.
Die Orchestrierung von Geschäftsprozessen (Business Process Orchestration, BPO) wurde Mitte der 2000er-Jahre zu einer Notwendigkeit, um diese Art von Agilität auf der Geschäftsebene zu gewährleisten.

Und jetzt beobachten wir das auch auf der IT-Ebene.
Die Orchestrierung betrieblicher Prozesse wird für die erfolgreiche Transformation jedes Unternehmens entscheidend sein, das den Umfang und die Geschwindigkeit von Bereitstellungen ermöglichen möchte, die für den Geschäftserfolg erforderlich sind.
Das bedeutet jedoch nicht, dass das Management nicht ebenfalls wichtig ist.
Management ist nach wie vor erforderlich. Auch wenn bestimmte Managementaufgaben automatisiert werden können (und häufig auch sollten), handelt es sich dabei nicht um Orchestrierung. Automatisierte nächtliche Backups kritischer Systeme, Upgrades, Lizenzverwaltung, Patches und sogar die Verwaltung von Assets (Inventarisierung) sind wichtige Maßnahmen, mit denen die IT ihre operative Skalierbarkeit sicherstellen kann. So kann ein einzelner Administrator eine wachsende Zahl von Geräten verwalten – doch auch das ist keine Orchestrierung.
Umgekehrt ist Orchestrierung kein Management. Zwar können Sie durchaus vom Einsatz von Orchestrierungs-Engines (Systemen, Frameworks oder wie auch immer Sie sie nennen möchten) wie OpenStack oder Cisco ACI oder VMware NSX profitieren, doch keine davon ermöglicht das eigentliche Management der bereitgestellten Komponenten. Sie können beispielsweise durchaus ein BIG-IP erstellen und starten, um LBaaS bereitzustellen, sind jedoch nicht dafür zuständig, diese Instanz tatsächlich zu verwalten. Sie führen keine Updates durch, spielen keine Hotfixes ein, überwachen keine Warnmeldungen und übernehmen auch keine der alltäglichen Aufgaben, die weiterhin dafür sorgen, dass der Geschäftsbetrieb aufrechterhalten wird. Das ist die Aufgabe des Managements, nicht der Orchestrierung.
Und obwohl sie nicht dasselbe sind, sind beide in einer von Anwendungen geprägten Welt gleichermaßen wichtig. Orchestrierung ermöglicht die Skalierung des Unternehmens, indem sie der IT die Skalierung von Anwendungsbereitstellungen erlaubt, während das Management den Geschäftsbetrieb aufrechterhält, indem es all jene Aufgaben übernimmt, von denen wir offenbar vergessen (danke, Cloud), dass sie weiterhin erledigt werden müssen.
Das Management arbeitet mit der Orchestrierung zusammen, indem es die eigenständige Bereitstellung und Implementierung ermöglicht. Beides ist jedoch nicht dasselbe – und sollte es auch nicht sein.
Über den Autor

Lori MacVittie ist Distinguished Engineer und Chief Evangelist im Office of the CTO von F5 und verfügt über umfassende Expertise in den Bereichen Anwendungsbereitstellung, Automatisierungsstrategie und Infrastruktur. Sie ist dafür bekannt, Komplexität verständlich zu machen – ob sie Leitplanken für KI-Agenten definiert, fragile Multicloud-Architekturen analysiert oder die Grenzen skalierbarer Systeme auslotet. Sie verfügt über mehr als dreißig Jahre Branchenerfahrung in der Anwendungsentwicklung, IT-Architektur sowie im Netzwerk- und Systembetrieb. Bevor sie zu F5 kam, war sie als mehrfach ausgezeichnete Technologie-Redakteurin tätig. MacVittie hat einen Masterabschluss in Informatik und ist eine produktive Autorin, deren Veröffentlichungen die Bereiche Sicherheit, Cloud und Unternehmensarchitektur abdecken. Außerdem spielt sie leidenschaftlich gern Brett- und Videospiele und vertritt mit voller Überzeugung klare Ansichten zum Thema Käse.
Weitere Blogbeiträge von Lori Mac VittieÄhnliche Blogbeiträge
F5 und Equinix bündeln ihre Kräfte, um die sichere Anwendungsbereitstellung in Multicloud-Umgebungen zu vereinfachen
F5 und Equinix ermöglichen es Unternehmen, sich weltweit sicher und zuverlässig mit ihren Partnern zu vernetzen.

API-Sicherheitsrisiken und -herausforderungen
Erfahren Sie, warum APIs für die moderne App-Entwicklung unverzichtbar sind und wie Sie sie vor den häufigsten Sicherheitslücken schützen. Profitieren Sie von Expertentipps und direkt umsetzbaren Strategien.
Ein Meilenstein für die Community Impact Grants von F5
F5 feiert das fünfjährige Bestehen seines innovativen Community Impact Grant-Programms, das gemeinnützige Organisationen, bei denen sich F5-Mitarbeitende ehrenamtlich engagieren, mit Fördermitteln in Höhe von 5.000 US-Dollar unterstützt.
Mit moderner, anpassungsfähiger und sicherer Gesundheits-IT Leben retten
Die IT-Investitionen im Gesundheitswesen tragen dazu bei, die schnellsten Wege zu einer besseren Versorgung zu finden, indem sie die medizinische Betreuung näher an die Patientinnen und Patienten bringen. Viele Gesundheitsunternehmen nutzen riesige Mengen an klinischen und anderen Gesundheitsdaten, um Entwicklungen zu verfolgen und übergreifende Trends in der gesamten Gesundheitslandschaft zu erkennen. Gleichzeitig nähern sie sich einer möglichst präzisen, individuell zugeschnittenen Versorgung an.
Verbesserung der Benutzer- und Administrationserfahrung durch sicheren hybriden Zugriff
Diese Kombination aus BIG-IP Access Policy Manager und Azure Active Directory ermöglicht Identitätsföderation, zentralisierten Benutzerzugriff (über Single Sign-on) und erhöhte Anwendungssicherheit (durch Multi-Faktor-Authentifizierung) für geschäftskritische Anwendungen sowie cloudbasierte und SaaS-Anwendungen. Dieser Ansatz vereinfacht die Einrichtung und Bereitstellung, reduziert den Verwaltungsaufwand und verbessert die gesamte Administration.
Das Internet der Sicherheitsdinge
Nein, das ist keine Tirade über die Sicherheit des IoT. Es ist eine Geschichte über Veränderung – genauer gesagt über Veränderung und ihre Auswirkungen auf die Sicherheit. Veränderung ist allgegenwärtig. Es gibt unzählige Axiome und Sprichwörter über Veränderung, also ist es ...