Sicherer Fernzugriff bei gleichzeitigem Schutz vor verschlüsselten Bedrohungen

F5-Ökosystem | 18. Mai 2020

Da viele nicht systemrelevante Unternehmen weiterhin geschlossen bleiben, um die Ausbreitung von COVID-19 einzudämmen, und Beschäftigte sowie Auftragnehmer dadurch noch mindestens einige Wochen von zu Hause aus oder mobil arbeiten müssen, verlagert sich der technologische Fokus der Unternehmen allmählich von der Absicherung des Anwendungszugriffs und der Aufrechterhaltung der Benutzerproduktivität hin zur Anwendungssicherheit.

Gleichzeitig suchen Angreifer weiterhin nach Gelegenheiten, während die Nutzer nach wie vor von zu Hause oder aus der Ferne arbeiten. Wie F5-CEO François Locoh-Donou bei der jüngsten Telefonkonferenz zu den Quartalsergebnissen von F5 treffend feststellte, nutzen Angreifer die Neugier der Menschen aus. Da diese Neugier nun geweckt ist, versuchen Angreifer, mehr darüber herauszufinden, wie Unternehmen Anwendungen und den Datenzugriff für ihre extern arbeitenden Nutzer absichern. Sie versuchen, Informationen über persönliche Konjunkturhilfen oder Zuschüsse und Darlehen für kleine Unternehmen im Rahmen des Paycheck Protection Program (PPP) zu stehlen. In Verbindung mit der verstärkten Nutzung potenziell anfälliger Heimnetzwerke sowie der zunehmenden Verwendung geschäftlicher und privater Geräte in diesen Netzwerken eröffnen sich Angreifern nun immer mehr neue Möglichkeiten, geschäftliche und persönliche Daten zu stehlen.

Wie heutige Bedrohungen aussehen

Phishing- und Spear-Phishing-Angriffe haben deutlich zugenommen, seit viele ehemalige Büroangestellte von zu Hause aus oder mobil arbeiten. Die Zahl der Phishing-Websites ist gestiegen—und steigt in dieser Zeit weiterhin exponentiell an. Viele davon locken mit Falschinformationen zu COVID-19 oder angeblichen Heilmitteln. Auch Angriffe zum Diebstahl von Zugangsdaten haben drastisch zugenommen. Angreifer versenden gefälschte Kalender- und Videokonferenzeinladungen, teilweise mit Titeln wie „Personalabteilung – Gespräch über Entlassungen“, um Nutzer zu verängstigen und dazu zu verleiten, auf die Einladung zu klicken. Anschließend gelangen die Nutzer auf eine überzeugend wirkende, aber gefälschte Anmeldeseite, auf der ihre Zugangsdaten gestohlen werden. Ransomware breitet sich unvermindert weiter aus. Zudem ist mit dem sogenannten Videobombing eine neue Bedrohung entstanden: Angreifer schleusen sich in Videokonferenzen ein, um Besprechungen zu stören, oder zeichnen private Videokonferenzen sogar heimlich auf, um vertrauliche Unternehmensinformationen zu stehlen.

Daher müssen sich die Security-Operations- (SecOps) und IT-Teams von Unternehmen nun praktisch über Nacht darum kümmern, für nahezu ihre gesamte Belegschaft den Fernzugriff auf Anwendungen und kritische Daten von praktisch überall aus abzusichern. Gleichzeitig müssen sie sich darüber im Klaren sein, dass Mitarbeiter, Auftragnehmer und andere im Homeoffice tätige Personen möglicherweise leicht zu kompromittierende Heimnetzwerke nutzen, um auf kritische Anwendungen und Daten zuzugreifen.

Die Absicherung des Fernzugriffs trägt dazu bei, einige dieser Bedenken auszuräumen. F5 BIG-IP Access Policy Manager bietet über SSL-VPN eine sichere Fernzugriffslösung. Mit SSL-VPN können Beschäftigte im Homeoffice und an anderen externen Arbeitsorten über einen sicheren, verschlüsselten Tunnel auf ihr Unternehmensnetzwerk zugreifen. Der Tunnel ist sowohl für ein- als auch für ausgehende Verbindungen mit einer behördentauglichen 2048-Bit-Schlüsselverschlüsselung geschützt. Jede Anwendung und jede Datei, auf die Beschäftigte im Homeoffice oder an anderen externen Arbeitsorten zugreifen, wird durch einen sicheren, verschlüsselten Tunnel übertragen.

Doch was passiert, wenn ein Benutzer seinen Browser öffnet und auf eine Website zugreift, während er über VPN mit seinem Unternehmensnetzwerk und den zugehörigen Anwendungen verbunden ist? Oder wenn er sein privates, webbasiertes E-Mail-Konto aufruft und auf einen Link in einer empfangenen E-Mail klickt? Wie können SecOps oder die IT-Abteilung sicherstellen, dass der Benutzer nicht durch Verschlüsselung verschleierte, vertrauliche Unternehmensdaten an diese Website übermittelt? Oder dass die verschlüsselte Website, die der Benutzer aufruft, nicht zu einem bösartigen Command-and-Control-Server (C2-Server) führt, der auf eine Kommunikation wartet, um eine bereits im Netzwerk lauernde Advanced Persistent Threat (APT) zu aktivieren? Oder gar, dass die aufgerufene verschlüsselte Website oder Webanwendung nicht neue, noch gefährlichere Malware herunterlädt, die anschließend im Netzwerk ausgeführt wird?

Schutz von Kunden und ihren Mitarbeitern

F5 SSL Orchestrator schützt vor verschlüsselten Bedrohungen. Er dient als zentrale Stelle zum Entschlüsseln und erneuten Verschlüsseln des ein- und ausgehenden verschlüsselten Datenverkehrs. Laut F5 Labs, Chrome, der am weitesten verbreitete Webbrowser, ruft mittlerweile über 86 % der Webseiten über sichere HTTPS-Verbindungen ab; bei Firefox liegt der Anteil der über HTTPS geladenen Seiten im Durchschnitt bei immer noch beeindruckenden 80,5 %.

Sie verstecken Malware und andere schädliche Nutzdaten im verschlüsselten Datenverkehr. Zwar können verschiedene Lösungen im Sicherheits-Stack eines Unternehmens verschlüsselten Datenverkehr entschlüsseln, doch wurden diese Geräte nie für die rechenintensive Aufgabe konzipiert, Datenverkehr zu entschlüsseln und anschließend wieder zu verschlüsseln. Daher können sie die leistungsstarken Sicherheitsfunktionen, für die sie ursprünglich angeschafft wurden, häufig nicht unterstützen oder durchsetzen. Diese Geräte können beim Versuch, Datenverkehr zu entschlüsseln, schlicht ausfallen, den Datenverkehr vollständig an der Überprüfung vorbeileiten oder die neuesten Verschlüsselungsprotokolle und Chiffren nicht unterstützen, wodurch die Wahrscheinlichkeit steigt, dass Bedrohungen in das Netzwerk gelangen. Werden zudem alle Sicherheitsgeräte hintereinander geschaltet oder verkettet, besteht das Risiko, dass der Datenverkehr erneut ungehindert die Überprüfung umgeht, wenn ein Sicherheitsgerät ausfällt, offline geht oder ersetzt werden muss, da ein Glied in der Kette unterbrochen wurde.

F5 SSL Orchestrator ermöglicht es SecOps und der IT, dynamische Serviceketten zu entwerfen. Auf Grundlage der kontextbezogenen Policy-Engine von SSL Orchestrator prüfen dabei nur die Sicherheitslösungen den entschlüsselten Datenverkehr, die für den jeweiligen Datenverkehrstyp erforderlich sind. Der Datenverkehr wird von SSL Orchestrator automatisch an die passende dynamische Servicekette weitergeleitet, von den dafür vorgesehenen vorhandenen Sicherheitslösungen im Sicherheits-Stack geprüft und anschließend zur erneuten Verschlüsselung an SSL Orchestrator zurückgeleitet.

Durch die Kombination von BIG-IP APM und SSL Orchestrator können Unternehmen den Zugriff von Mitarbeitern, Auftragnehmern und anderen Benutzern, die nun im Homeoffice oder an einem anderen Ort arbeiten, auf ihr Netzwerk, ihre Anwendungen und ihre Daten absichern. Darüber hinaus schützen diese Lösungen davor, dass Benutzer, die bereits einen sicheren Remote-Zugriff auf das Netzwerk, die Anwendungen und die Daten des Unternehmens haben, absichtlich oder versehentlich sensible Daten ausschleusen, mit bösartigen Command-and-Control-Servern kommunizieren oder über Phishing oder andere Angriffsmethoden in verschlüsseltem Datenverkehr verborgene Malware herunterladen. Kurz gesagt: F5 ermöglicht und schützt Anwendungen sowie den Zugriff darauf – von überall aus.

Weitere Informationen zu F5 BIG-IP APM finden Sie hier.

Weitere Informationen zu F5 SSL Orchestrator finden Sie hier.

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Schlagwörter: 2020

Über den Autor

Jay Kelley
Jay KelleySenior Manager, Produktmarketing | F5

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