Die Studie „State of Application Services 2019“ gibt Aufschluss darüber, wie die Telekommunikationsbranche Anwendungsdienste implementiert, um die Chancen der digitalen Wirtschaft zu nutzen und den Übergang zu 5G zu vollziehen. Während sich Telekommunikationsnetze weiterentwickeln, um eine Vielzahl von Anwendungsfällen in unterschiedlichen Branchen zu unterstützen, zeigt sich, dass die befragten Telekommunikationsunternehmen ihre technologische Vorreiterrolle ausbauen. Vier von fünf (80 %) der Befragten aus der Telekommunikationsbranche setzen die digitale Transformation um – deutlich mehr als die lediglich 69 % unter allen weltweit Befragten. Die befragten Telekommunikationsunternehmen sind nicht nur bei Technologieinvestitionen führend, sondern bewerten auch ihre Strukturen, Prozesse und Arbeitsabläufe neu, um die Gesamtbetriebskosten zu senken und zugleich agilere Methoden einzuführen. Der erste Schritt besteht darin, sich von nach Einzelfunktionen getrennten IT-Teams (Silos) zu lösen. Dabei haben wir festgestellt, dass 58 % der Befragten aus der Telekommunikationsbranche diesen Wandel vollzogen haben, verglichen mit 55 % aller Befragten.
60 % der Befragten setzen Container ein und ebnen damit den Weg für neue Bereitstellungen von Anwendungsdiensten.
Die Befragten aus der Telekommunikationsbranche liegen bei der Einführung von Containern leicht vor ihren Mitbewerbern: Drei von fünf (60 %) setzen sie ein, verglichen mit 56 % aller Befragten. Noch bemerkenswerter ist, wie sich die Befragten aus der Telekommunikationsbranche durch die Einführung neuerer Anwendungsdienste abheben. Die vier wichtigsten Anwendungsdienste, deren Bereitstellung in der Telekommunikationsbranche geplant ist, sind SDN-Gateways, IoT-Gateways, Service Mesh und Komprimierung. Der Aufstieg von Containern hat die Bereitstellungspläne für die drei letztgenannten Dienste vorangetrieben. Die Komprimierung wiederum verdeutlicht die Notwendigkeit, trotz sinkender Netzwerkkosten ein positives Kundenerlebnis aufrechtzuerhalten. Betrachtet man die vier wichtigsten Dienste der Telekommunikationsbranche, zeigt sich ein deutlicher Gegensatz zwischen diesen Anwendungen und den Plänen der Gesamtheit aller Befragten.

Anwendungsdienste ermöglichen es Telekommunikationsanbietern, ihrer Verantwortung gegenüber Privat-, Geschäfts- und Behördenkunden gerecht zu werden, indem sie unter Berücksichtigung der geltenden Vorschriften und des breiteren gesellschaftlichen Umfelds jederzeit verfügbare Netzwerkdienste bereitstellen. Daher sind Telekommunikationsanbieter ihren Mitbewerbern hinsichtlich der Bandbreite der eingesetzten Anwendungsdienste voraus und nutzen im Durchschnitt 17 solcher Dienste. Branchenübergreifend setzten nur 27 % der Befragten mehr als 20 Anwendungsdienste ein, während es in der Telekommunikationsbranche 40 % waren.
71 % der Befragten setzen Initiativen zur Automatisierung und Orchestrierung um – wobei entwicklerorientierte Lösungen eine Vorreiterrolle einnehmen.
Automatisierung und Orchestrierung werden für die effiziente Verwaltung der Netze von Telekommunikationsanbietern unverzichtbar sein. Cloudbasierte Microservice-Architekturen sind für die agile Bereitstellung von 5G unerlässlich. Doch nur durch Automatisierung und Orchestrierung können Betreiber die erforderliche Skalierung bewältigen und gleichzeitig die Betriebskosten senken. Auf die Frage, wie sich die digitale Transformation auf ihre Anwendungsentscheidungen auswirkt, nannten die Befragten aus der Telekommunikationsbranche die „Implementierung von Automatisierung und Orchestrierung“ als häufigste Antwort. Der Anteil stieg dabei von 56 % im Jahr 2018 auf 66 % im Jahr 2019.

Darüber hinaus liegen die Befragten aus der Telekommunikationsbranche leicht über dem Durchschnitt aller Umfrageteilnehmer: 71 % setzen heute Automatisierung und Orchestrierung ein, verglichen mit 68 % insgesamt.
SDN und NFV ermöglichen es Telekommunikationsunternehmen, ihre Netzwerkdomänen zu virtualisieren und nicht nur auf das enorme Datenvolumen in ihren Netzwerken zu reagieren, sondern auch auf die Verlagerung der Datenverkehrsmuster von den traditionell statischen Punkt-zu-Punkt-Verbindungen hin zu den dynamischeren Echtzeitanforderungen von IoT- und Cloud-Workloads. Als die Verfügbarkeit des Netzwerks noch die wichtigste Anforderung für Telekommunikationsanbieter war, war die Gleichung wesentlich einfacher und erforderte nicht unbedingt das Experimentieren mit neuen Technologien. Ihr Profil verändert sich jedoch – insbesondere im Zusammenhang mit 5G. In einer Welt, in der Netzwerkressourcen je nach Netzwerknachfrage erweitert oder reduziert werden, lassen sich profitable Dienste nur mit cloudbasierten Microservices, Automatisierung und Orchestrierung realisieren. Daher ist jetzt der richtige Zeitpunkt, Telekommunikationsanbieter als Technologieführer von morgen willkommen zu heißen!
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