In den letzten Jahren haben Unternehmen aller Branchen auf die eine oder andere Weise eine Reise der digitalen Transformation begonnen. Sie nutzen die zunehmende Verbreitung digitaler Technologien, um neue Geschäftsmodelle zu entwickeln oder die Produktivität bestehender Modelle zu steigern. Zentrale digitale Treiber wie das Internet (als allgegenwärtige Plattform für Erreichbarkeit), Anwendungen und Open-Source-Kompetenz (als Plattform für Fachkenntnisse), die Cloud (als umfassende Computing- und Datenplattform) und seit Kurzem auch KI/ML (als Plattform zur Gewinnung neuer Erkenntnisse) helfen Unternehmen dabei, ihre Produktivität und das Kundenerlebnis zu verbessern.
Auch wenn das Tempo der digitalen Transformation je nach Unternehmen und Branche variiert, lässt sich der Weg der digitalen Transformation insgesamt in drei Phasen unterteilen.
- Aufgabenautomatisierung. In dieser Phase führt die Digitalisierung dazu, dass Unternehmen bislang von Menschen ausgeführte Aufgaben auf unterschiedliche Weise „automatisieren“. Das bedeutet, dass weitere Anwendungen eingeführt oder entwickelt und in die Geschäftsabläufe eingebunden werden. Begonnen hat dies mit der Automatisierung klar definierter Einzelaufgaben, um die Effizienz zu steigern. Ein typisches Beispiel sind IVR-Systeme, die häufig gestellte Fragen zu einem Produkt oder einer Dienstleistung beantworten, bei Bedarf aber an einen menschlichen Ansprechpartner weiterleiten. Einzelne Aufgaben werden automatisiert, jedoch nicht durchgängig integriert.
- Digitale Expansion. Wenn Unternehmen beginnen, Cloud-native-Infrastrukturen zu nutzen und die Automatisierung durch ihre eigene Softwareentwicklung voranzutreiben, entsteht eine neue Generation von Anwendungen, die die Skalierung und weitere Expansion ihres digitalen Modells unterstützt. Treibende Kraft hinter dieser Phase sind Führungskräfte, die sich an Anwendungsentscheidungen beteiligen, mit denen sich das Unternehmen differenzieren oder ein einzigartiges Kundenerlebnis bieten kann. So integrieren beispielsweise Gesundheitsdienstleister zunehmend Patientenakten und Abrechnungssysteme mit Systemen für Aufnahme, Entlassung und Terminplanung. Automatisierte Terminerinnerungen können dann manuelle Prozesse überflüssig machen. Die Konzentration auf die durchgängige Verbesserung von Geschäftsprozessen ist ein häufiges Thema in dieser Phase.
- KI-gestützte Geschäftserweiterung. Wenn Unternehmen auf ihrem Weg der Digitalisierung weiter voranschreiten und fortschrittlichere Funktionen von Anwendungsplattformen, Geschäftstelemetrie und Datenanalysen sowie ML-/KI-Technologien nutzen, wird ihr Geschäft zunehmend durch KI unterstützt. Diese Phase eröffnet neue, bislang nicht verfügbare Möglichkeiten zur Steigerung der betrieblichen Produktivität. Ein Einzelhändler stellte beispielsweise fest, dass 10 % bis 20 % seiner fehlgeschlagenen Anmeldeversuche von legitimen Benutzern stammten, die Schwierigkeiten mit dem Validierungsprozess hatten. Die standardmäßige Verweigerung des Zugriffs bedeutete potenziell erhebliche Umsatzeinbußen. Mithilfe von Verhaltensanalysen lassen sich legitime Benutzer von Bots unterscheiden, die versuchen, sich Zugriff zu verschaffen. Technologie und Analysen ermöglichen es, diese Benutzer KI-gestützt zu identifizieren und ihnen Zugang zu gewähren. Dadurch werden der Umsatz gesteigert und die Kundenbindung verbessert.
Die zunehmende Nutzung von Anwendungen, Geschäftstelemetrie und Datenanalysen ermöglicht es Unternehmen, digital zu skalieren. Die Einführung einer agilen Entwicklungsmethodik, mit der Änderungen schnell und iterativ umgesetzt werden können, hat den Lebenszyklus vom „Code bis zum Nutzer“ verkürzt. In digitalen Unternehmen bildet der „Code“ die Geschäftsabläufe ab, und die Geschwindigkeit der Änderungen vom „Code bis zum Nutzer“ steht für geschäftliche Agilität. In dieser neuen Ära der digitalen Wirtschaft sind Anwendungen zum Lebenselixier der Weltwirtschaft geworden. Jedes Unternehmen entwickelt sich zu einem Anwendungsunternehmen, und jede Branche wird anwendungszentriert.
Da sich die Automatisierung der IT-Infrastruktur und anwendungsorientierte DevOps-Prozesse in der Branche weitgehend etabliert haben, zeichnet sich unserer Einschätzung nach eine Ebene verteilter Anwendungsdienste ab, die Anwendungsinfrastruktur, Telemetrie- und Analysedienste vereint. Umfang, Agilität und Komplexität digitaler Unternehmen erfordern Anwendungen, die über ein eigenes Situationsbewusstsein verfügen und sich automatisch an Betriebs- und Geschäftsbedingungen anpassen können. Dadurch wird eine neue Generation von Anwendungsdiensten entstehen, die die von Apps und ihrer Infrastruktur erzeugten Telemetriedaten erfassen, analysieren und auf deren Grundlage Maßnahmen ergreifen. Diese Funktionen eröffnen neue geschäftliche Einsatzmöglichkeiten. Eine durchgängige Instrumentierung vom Code bis zum Kunden ermöglicht es Anwendungsdiensten, diese Telemetriedaten auszugeben und auf Erkenntnisse aus KI-gestützten Analysen zu reagieren. Diese verteilten Anwendungsdienste helfen Anwendungsverantwortlichen, Leistung, Sicherheit, Betriebsfähigkeit und Anpassungsfähigkeit ihrer Anwendungen ohne erheblichen Entwicklungsaufwand zu verbessern.
F5 ist seit jeher führend darin, seine Kunden bei der Skalierung und Absicherung ihrer Anwendungen zu unterstützen. Wir sind ein wichtiger Partner auf dem Weg der digitalen Transformation unserer Kunden. Gemeinsam mit ihnen wollen wir eine Vorreiterrolle bei der Konzeption und Entwicklung dieser neuen Generation verteilter Anwendungsdienste übernehmen.
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