HTTP/2 ist eine umfassende Weiterentwicklung des HTTP-Standards, die darauf abzielt, die Geschwindigkeit und Sicherheit der Client-Server-Kommunikation im Internet zu verbessern. HTTP/2 bietet mehrere neue Funktionen und bleibt dabei abwärtskompatibel. Browser und Server ohne HTTP/2-Unterstützung funktionieren daher weiterhin problemlos, während Systeme mit entsprechender Unterstützung von den Leistungsverbesserungen profitieren können.
Geschwindigkeitsverbesserungen
Der Schwerpunkt der Verbesserungen in HTTP/2 liegt auf der Geschwindigkeit. Eine wesentliche Einschränkung von HTTP/1 besteht darin, dass über eine bestimmte Verbindung jeweils nur eine Ressource angefordert werden kann. Um die Ladezeiten von Webseiten zu minimieren, die aus Dutzenden von Bildern, Skripten und Stylesheets bestehen (wie es bei den meisten der Fall ist), öffnen Browser in der Regel mehrere HTTP/1-Verbindungen zu einer Website gleichzeitig, damit sie Ressourcen parallel anfordern können. Dabei entsteht für jede Verbindung ein erheblicher zusätzlicher Aufwand. HTTP/2 verwendet Multiplex-Verbindungen, um mehrere Ressourcen über eine einzige Verbindung zu übertragen, wodurch die Anzahl der Verbindungen zwischen Clients und Webservern erheblich reduziert wird .
HTTP/2 nutzt außerdem in großem Umfang Komprimierung, wodurch Bandbreite eingespart und die Leistung verbessert wird. Bei HTTP/2 werden Header als komprimierte Binärdaten und nicht als für Menschen lesbarer Klartext übertragen. Die beträchtliche Bandbreiteneinsparung wiegt den geringfügigen Anstieg der CPU-Auslastung (für das Komprimieren und Dekomprimieren der Header) sowie den Nachteil auf, dass Benutzer die Header nicht lesen können (beispielsweise zu Debugging-Zwecken).
HTTP/2 führt außerdem eine Priorisierung von Ressourcen ein, um das Benutzererlebnis beim Laden von Seiten zu verbessern. Webbrowser und andere Clients können nun angeben, in welcher Reihenfolge sie Ressourcen empfangen möchten. Browser mit guter HTTP/2-Unterstützung können Seiten deutlich schneller darstellen, indem sie die Ressourcen priorisieren, die der Benutzer zuerst sehen muss. Erste Tests der HTTP/2-Leistung haben gezeigt, dass manche Seiten fast doppelt so schnell geladen werden.
Sicherheitsverbesserungen
Obwohl HTTP/2 die Sicherheitsanforderungen für HTTP nicht ausdrücklich geändert hat, setzen fast alle Browser, die HTTP/2 verwenden, voraus, dass SSL/TLS aktiviert ist. Damit ist dies für Websites faktisch obligatorisch. Da HTTP/2 pro Client eine einzige, gemultiplexte Verbindung verwendet, sind die Kosten für die Absicherung von Websites erheblich gesunken. Statt für jede der zahlreichen von einem Browser geöffneten Verbindungen einen SSL/TLS-Handshake durchzuführen (bei dem Clients und Server ihre Identität überprüfen und Verschlüsselungsschlüssel austauschen), ist nur noch ein einziger erforderlich, der für die gesamte Dauer einer Clientsitzung gilt.
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