Status der Anwendungsdienste 2020: Einblicke in die Cloud

F5-Ökosystem | 25. Februar 2020

Wie Sie wahrscheinlich bereits gesehen haben, haben wir unseren Bericht „State of Application Services (SOAS) 2020“ offiziell veröffentlicht. Falls Sie den entsprechenden Beitrag noch nicht gelesen haben, hören Sie hier auf zu lesen und kommen Sie anschließend zurück. Ich warte … Gut, da Sie nun wieder da sind, möchte ich den unermüdlichen Einsatz von Lori MacVittie und Cindy Borovick würdigen, die diesen äußerst wertvollen Bericht nun bereits im sechsten Jahr zusammengestellt haben. Dieser Bericht sieht nicht nur gut aus: Er hilft uns, unsere Vision besser auf Sie, unsere Kunden, abzustimmen, und liefert wertvolle Erkenntnisse zum aktuellen Stand der Anwendungsdienste.

Wie Sie in Loris Einführung gesehen haben, verwendet sie den Begriff „Cloud-native“ mehrfach. Aber verstehen wir wirklich, was sie damit meint? Ich verbringe die meiste Zeit damit, mit unseren Außendienstteams und Kunden zu sprechen, und nach allem, was ich höre, bedeutet dieser Begriff für jeden etwas anderes. Wenn ich an einem beliebigen Tag zehn Personen danach fragen würde, bekäme ich garantiert zehn verschiedene Antworten. Es ist wichtig, dass wir hier ein gemeinsames Verständnis schaffen. Falls Sie also diesen Beitrag vom August noch nicht gelesen haben, kann ich Ihnen dies nur wärmstens empfehlen.

In den USA ist gerade Vorwahlsaison – das bedeutet pausenlose Wahlwerbung, Experten, die die Zukunft vorhersagen, und alle möglichen interessanten Interpretationen von Daten. Wenn Sie das nicht verfolgen oder nicht in den USA leben, fragen Sie sich wahrscheinlich: Na und? Warum schreibt dieser Mann über Vorwahlen? Nun, während der Vorwahlversammlung in Iowa am 3. Februar beherrschte ein Thema, das vielen von uns sehr am Herzen liegt, mehrere Nachrichtenzyklen: eine Anwendung und die Frage, wie ihr Versagen einen ganzen Prozess ins Chaos stürzte. Mit der App wollte man effizienter arbeiten, schnell Ergebnisse der Vorwahlversammlung erhalten und die Nutzer besser bedienen. Kommt Ihnen das bekannt vor? Dafür braucht es mehr als nur die App selbst – nämlich robuste Anwendungsdienste.

Damit wären wir wieder bei SOAS. Der Bericht gewährt einen Blick hinter die Kulissen und zeigt, wie und warum Organisationen bestimmte Entscheidungen treffen. Eines ist sicher: Die digitale Transformation findet statt (tatsächlich bei 80 % der befragten Organisationen) und sie beschleunigt sich. Ein Ziel, das Kunden mit der digitalen Transformation verfolgen, sind betriebliche Verbesserungen, was für mich insbesondere im Hinblick auf die Cloud von Interesse ist. Was der Demokratischen Partei von Iowa widerfahren ist, kommt in der Unternehmenswelt nur allzu häufig vor – hoffentlich ohne die entsprechende Presseberichterstattung und die Kommentare politischer Experten. Daher stellt sich die Frage: Warum findet die digitale Transformation in der überwältigenden Mehrheit der Unternehmen statt?

Erkenntnis Nr. 1: Clouds und Geschwindigkeit

Einer der wichtigsten Faktoren ist Geschwindigkeit. Unternehmen versuchen mit Hochdruck, schneller Innovationen voranzutreiben und ihre Kunden zügig auf neue Weise anzusprechen. Dabei rückt die Verbesserung betrieblicher Abläufe in den Mittelpunkt, was wiederum die Einführung von Cloud-Technologien vorantreibt. Das bringt mich zu meiner ersten Erkenntnis: 56 % der Kunden entscheiden sich aus Geschwindigkeitsgründen für die Cloud. Die Wahl einer Technologie oder Architektur muss auf die Geschäftsergebnisse abgestimmt sein – andernfalls besteht die Gefahr, dass Sie Lösungen entwickeln, die eher dem Lebenslauf als dem Unternehmen dienen. Wenn Sie verstehen, dass betriebliche Effizienz der Treiber für die Cloud-Einführung ist, ändert sich dann Ihr Design? Erhält „Cloud-native“ dann eine Bedeutung, die eher dem Beitrag von Lori entspricht?

Okay, wir entscheiden uns aus Geschwindigkeitsgründen für die Cloud. Nun müssen wir eine Cloud-Plattform auswählen. Wie wir wissen, gibt es eine Vielzahl von Optionen. Es zeigt sich jedoch, dass eine deutliche Mehrheit der Kunden (87 % der im Bericht Befragten) angibt, eine Multi-Cloud-Strategie zu verfolgen. Warum?

Erkenntnis Nr. 2: Clouds und Apps

Ein Grund wird deutlich, wenn man betrachtet, wie die Wahl des Cloud-Anbieters getroffen wird. 42 % der Befragten gaben an, die Cloud für jede Anwendung einzeln auszuwählen, während 30 % ihre Entscheidung von der Art der Anwendung abhängig machen. Das ist sinnvoll und wird wahrscheinlich auch künftig so bleiben, da bestimmte Clouds manche Dienste besser bereitstellen. Ähnlich wie „Cloud-native“ ist auch „Cloud“ selbst ein weit gefasster Begriff, der einer genaueren Betrachtung bedarf. Wenn Sie das gewünschte Ergebnis – oder in diesem Fall Ihre App – auf die Funktionen eines Cloud-Dienstes abstimmen, können Sie betriebliche Abläufe verbessern und möglicherweise den Programmieraufwand Ihres Teams reduzieren, indem Sie die Funktionen des Cloud-Anbieters nutzen.

Die Überlegung, für bestimmte Funktionen gezielt bestimmte Clouds auszuwählen, ist schlüssig. Wenn das Ziel der Cloud-Nutzung jedoch Geschwindigkeit ist, kann eine Auswahl nach Anwendungstyp oder für jede einzelne Anwendung unbeabsichtigt zu betrieblicher Komplexität führen.

Erkenntnis Nr. 3: Clouds und Komplexität

Die Reduzierung der Komplexität ist einer der Hauptgründe, warum sich Kunden zunächst der Automatisierung und anschließend der Orchestrierung zuwenden. A&O ist ein wesentlicher Faktor, um mit der Cloud Skaleneffekte zu erzielen, und gewinnt dadurch für Unternehmen, die die digitale Transformation vorantreiben, an strategischer Bedeutung. Doch nur wenige Unternehmen (lediglich 11 %) nutzen nur eine einzige Public Cloud, während die Mehrheit (51 %) zwei bis sechs verschiedene Public Clouds betreibt. Für die meisten (rund 80 %) bringt dies Herausforderungen mit sich. Was nannten die Befragten unserer Umfrage also als ihre größten Bedenken beim Umstieg auf eine Multi-Cloud-Umgebung? 67 % der Befragten gaben an, dass ihnen einheitliche Sicherheitsrichtlinien wichtig sind. Dies deckt sich mit den Antworten auf die zweite Frage zu den Herausforderungen bei der Verwaltung von Anwendungen in einer Multi-Cloud-Umgebung.

Ein weiterer Punkt, den es bei der Umfrage im nächsten Jahr zu beachten gilt, ist die Notwendigkeit, Einblick in Anwendungen zu erhalten. Ich höre dieses Thema immer häufiger, und ich glaube, dass es im Laufe des nächsten Jahres bei den Herausforderungen im Zusammenhang mit Multi-Cloud-Umgebungen weiter an Bedeutung gewinnen wird. Tatsache ist: Was man nicht sehen (oder messen) kann, kann man weder verwalten noch absichern.

Was folgt daraus für uns? Cloud-native ist zwar nach wie vor ein Begriff mit vielen Definitionen, lässt sich aber eher als Methodik und Ansatz denn als konkrete Technologie verstehen. Wie wichtig es ist, dieses Verständnis fest in Ihrem Unternehmen zu verankern, kann gar nicht genug betont werden. Für Teams und Einzelpersonen, die an der digitalen Transformation beteiligt sind, muss es oberste Priorität haben, sich auf das angestrebte Geschäftsergebnis zu verständigen und es zu verstehen, um daraus technische Konzepte und Lösungen abzuleiten. Scheuen Sie sich nicht, regelmäßig innezuhalten und sich zu fragen: „Wie trägt X zum angestrebten Geschäftsergebnis bei?“ Falls dies nicht der Fall ist, sollten Sie genau wissen, mit welchen Gegenmaßnahmen Sie wieder auf Kurs kommen und das gewünschte Ergebnis erreichen können. Die heutige Technologielandschaft bietet eine Fülle von Wahlmöglichkeiten; die Ergebnisse und nachgelagerten Auswirkungen dieser Entscheidungen zu verstehen, ist unverzichtbar. Wenn uns die Vorwahlen in Iowa eines vor Augen geführt haben, dann, dass die enge Verzahnung von Technologie und Geschäftsergebnissen durch die Digitalisierung von Prozessen das eigentliche Ziel der digitalen Transformation ist. Verliert man aus den Augen, welchem Zweck die Technologie dient, können die Folgen chaotisch sein.

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Schlagwörter: 2020

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