Das Bot-Problem messen
Betrugsmaschen werden immer raffinierter und häufig von organisierten Gruppen von Cyberkriminellen durchgeführt. Da die Angreifer ihre Methoden unablässig ändern, um Sicherheitsmaßnahmen zu umgehen, sind IT-Sicherheitsteams ständig in der Defensive – und ihre ohnehin knappen Ressourcen werden bis an die Belastungsgrenze beansprucht.
“Ein Beispiel: Nur 15 % der Unternehmen schützen sich derzeit vor Web-Scraping-Angriffen, obwohl 73 % wöchentlich mit einem solchen Angriff konfrontiert sind.1”
Ob entgangene Transaktionen, Kundenabwanderung, Umsatzrückgänge oder ein schlecht informiertes Unternehmen, das suboptimale Geschäftsentscheidungen treffen muss – jedes dieser Szenarien ist die Folge von Situationen, mit denen Unternehmen bei Bot-Angriffen regelmäßig konfrontiert sind:
- Ausfallzeiten von Systemen/Anwendungen
- Schlechte Website-Performance
- Negative Auswirkungen auf SEO-Kampagnen
- Einbrechender Werbe-ROI
- Verzerrte Traffic-Analysen
- Gestohlene Konten und Zugangsdaten
- Verlust persönlicher/privater Informationen
- Schwindendes Kundenvertrauen
Allzu oft reichen die Bemühungen der IT-Abteilung zur Abwehr dieser Angriffe nicht aus. Die Folgen sind Betriebsunterbrechungen, ein schlechtes Kundenerlebnis und negative Auswirkungen auf das Geschäftsergebnis des Unternehmens.
Branchenspezifische Herausforderungen durch Bots
Um die technischen Aktivitäten besser mit der Praxis zu verknüpfen, betrachten wir die Herausforderungen durch Bots aus der Perspektive konkreter Anwendungsfälle. Durch Bot-Angriffe verursachter Betrug kann sich auf unterschiedliche Weise auf verschiedene Branchen auswirken.
Einzelhandel
Onlinehändler und E-Commerce-Unternehmen sind regelmäßig Ziel bösartiger Bot-Angriffe. Dazu zählen unter anderem das Horten von Warenbeständen (auch bekannt als „Grinch-Bots“), Geschenkkartenbetrug, die Blockierung von Warenbeständen, Scalping, Scraping, Credential Stuffing und Layer-7-DDoS-Angriffe. Es ist ganz einfach: Händler können ihr Geschäft nicht aufrechterhalten, wenn Waren und Dienstleistungen nicht zum richtigen Zeitpunkt, zum richtigen Preis und an die richtigen Kunden verkauft werden können.
Gesundheitswesen
Die zunehmende Digitalisierung im medizinischen Bereich hat die Angriffsfläche für böswillige Akteure vergrößert. Forschungsdaten von Imperva Research Labs zeigten kürzlich einen Anstieg des schädlichen Bot-Traffics auf Websites im Gesundheitswesen um 372 Prozent. Gleichzeitig sank der Anteil des legitimen menschlichen Traffics auf Websites im Gesundheitswesen. Der Anteil des schädlichen Bot-Traffics auf diesen Websites stieg hingegen von 18,9 % auf 26,8 %. Dieser gefährliche gegenläufige Trend ist auf Dauer nicht tragbar – für keine Branche und insbesondere nicht für das Gesundheitswesen.
Krankenhäuser und Krankenversicherungen, Labore, Gesundheitsdienstleister und Pharmaunternehmen speichern allesamt sensible medizinische Daten. Als Ziele botgesteuerter Cyberangriffe sind sie weiterhin einem erhöhten Risiko ausgesetzt. Störungen im Gesundheitswesen haben leider nicht nur Auswirkungen auf die Verfügbarkeit medizinischer Systeme, sondern können auch aufsichtsrechtliche Sanktionen nach sich ziehen, die Fähigkeit des Anbieters zur Erbringung von Gesundheitsleistungen beeinträchtigen und sogar Menschenleben gefährden.
Telekommunikation
Da die Telekommunikationsbranche 5G, Edge Computing und IoT-Technologien rasch eingeführt hat, zählt sie zu den Branchen, die 2020 den stärksten Anstieg bei DDoS-Angriffen verzeichneten: Gegenüber 2019 stieg deren Zahl um 210 %; Telekommunikationsunternehmen und Internetanbieter waren mit 45,7 % am stärksten von schädlichen Bots betroffen.
Viele Telekommunikationsunternehmen setzen inzwischen auf die Virtualisierung von Netzwerkfunktionen, um Netzwerke von physischen Geräten zu entkoppeln und sie als Software auf CPUs auszuführen. Dieser Wandel erhöht die Anfälligkeit, beispielsweise gegenüber hohen Datenverkehrslasten bei einem DDoS-Angriff.
Finanzdienstleistungen
Credential Stuffing und andere automatisierte Angriffe auf Web- und mobile Apps, APIs sowie OFX-Dateien (Open Financial Exchange) führen zu Kontoübernahmen und Betrug durch die Erstellung neuer Konten, wodurch erhebliche finanzielle Schäden entstehen. Groß angelegte Credential-Stuffing-Angriffe können außerdem die Leistung der Website beeinträchtigen und sogar zu Ausfällen führen.
Standardmäßig können sich nicht verwaltete Fintech-Apps von Drittanbietern mit Zustimmung der Nutzer bei Apps von Finanzinstituten anmelden, als wären sie die Nutzer selbst. Ohne angemessene Transparenz, Verwaltung und Kontrollen können diese Tools die Anwendungen unnötig belasten. Cyberkriminelle nutzen sie zudem als Angriffsvektor, um Credential-Stuffing-Angriffe zu verschleiern.
Manueller Betrug, bei dem Betrüger echte Nutzer nachahmen, Konten übernehmen oder neue gefälschte Konten erstellen. Von Menschen ausgeführte Angriffe richten sich häufig gegen besonders wertvolle Ziele. Wenn automatisierte Angriffe scheitern, greifen Hacker dabei auf manuelle Kontoübernahmen zurück.
Unabhängig von der Branche ist der Umgang mit Bots eine Herausforderung, die nur durch Zusammenarbeit bewältigt werden kann. In einem früheren Beitrag haben wir bereits darüber geschrieben und darauf hingewiesen, dass in modernen, virtualisierten und App-basierten Umgebungen eine Abkehr von zentralisierten Sicherheitskonzepten erforderlich ist.
Gehen Sie es nicht allein an
Wie von Forrester empfohlen: „Eine ganzheitliche Abwehr von Bots setzt voraus, dass alle betroffenen Parteien zusammenarbeiten. Das E-Commerce-Team muss seine Anforderungen an das Kundenerlebnis bei der Bot-Abwehr kommunizieren und das Sicherheitsteam über bevorstehende Ereignisse informieren, die zu einem Anstieg des Bot-Traffics führen könnten.“
Diese Aussage verdeutlicht, dass Unternehmen die Rolle aller betroffenen Parteien berücksichtigen müssen, um die von bösartigen Bots ausgehenden Risiken zu verstehen und darauf zu reagieren. Ein weiteres Beispiel: Sicherheits- und Anwendungsentwicklungsteams müssen zusammenarbeiten, um sich auf Angreifer einzustellen, die ihre Angriffsmethoden anpassen, um Gegenmaßnahmen zu umgehen. Dabei dürfen sie keine Schutzmaßnahmen einführen, die unnötige Hürden schaffen und Benutzer (Kunden) frustrieren.
Darüber hinaus ist es entscheidend, Partnerbeziehungen zu nutzen, um das Thema und die entsprechenden Maßnahmen innerhalb des Unternehmens bis auf die C-Level-Führungsebene zu bringen. Dort bieten sich mehr Möglichkeiten für Up- und Cross-Selling. Es ist einfacher, an das Budget eines bestehenden Modernisierungsprojekts anzuknüpfen, als zusätzliche Mittel für eine Einzellösung einzufordern. Auf diesen Punkt gehen wir in einem früheren Beitrag näher ein. Darin empfehlen wir, den Blick nach außen zu richten, um ein wirksames Ökosystem zur Betrugsbekämpfung aufzubauen.
Adaptive Apps in der Cloud zur Abwehr von Bots
Betrug hinzunehmen, sollte nicht die Standardhaltung sein. Auch die Einführung von Anwendungen zu verzögern, um nachträgliche Sicherheitsprüfungen durchzuführen, ist aus geschäftlicher Sicht nicht sinnvoll. Stattdessen sollten Sie Sicherheit im Entwicklungsprozess nach vorne verlagern und auf sichere Cloud-Plattformen wie Google Cloud umsteigen, um die Anwendungsentwicklung zu modernisieren, die Verfügbarkeit zu verbessern und sichere, anpassungsfähige Anwendungen schneller auf den Markt zu bringen.
Dieser Ansatz ist von entscheidender Bedeutung, da moderne Anwendungsarchitekturen die Angriffsfläche vergrößert haben und Angreifer durch Automatisierung die in den OWASP Top 10 aufgeführten Bedrohungen effektiver ausnutzen können. Betrüger machen sich diese größere Angriffsfläche und die Automatisierung zunutze; automatisierte Bedrohungen erfordern automatisierte Abwehrmaßnahmen.
Adaptive Anwendungen mit F5 und Google Cloud absichern
Google Cloud ist ein flexiblerer und sicherer Cloud-Anbieter, der auf Open Source setzt. Damit ist Google Cloud die beste Plattform für die Migration von Infrastrukturen und die Modernisierung von Anwendungen. Zudem ist die Plattform besonders Multi-Cloud-freundlich und bietet wegweisende Funktionen rund um Kubernetes sowie Big Data und Analysen. Sicherheit hatte für Google Cloud schon immer höchste Priorität. Dank der robusten Sicherheitsmechanismen und modernsten Verschlüsselung der Plattform können Unternehmen sensible personenbezogene Daten sicher speichern und analysieren.
Der F5 Bot-Schutz nutzt Innovationen von Google Cloud wie die Datenanalyseplattform BigQuery, die Machine-Learning-Plattform TensorFlow sowie die Datenverarbeitungspipelines Google Cloud Dataflow und Pub/Sub. Mit proaktiver, mehrschichtiger Sicherheit begegnet er Bedrohungen, indem er schädlichen Bot-Datenverkehr blockiert und verwirft, bevor dieser Ihr Netzwerk erreichen kann. Dadurch werden Bots abgewehrt, die versuchen, Konten zu übernehmen, Schwachstellen auszukundschaften oder Denial-of-Service-Angriffe auf Ihre Netzwerk- und Anwendungsebenen durchzuführen. Der F5 Bot-Schutz trägt außerdem dazu bei, die zusätzliche Belastung Ihres Netzwerks bei der Verarbeitung des erhöhten Datenverkehrs zu reduzieren.
Auf die sich anpassenden Bedrohungsaktivitäten von Angreifern reagieren
Eine Verlagerung der Sicherheitsmaßnahmen nach links und die Automatisierung von Reaktionen mit vordefinierten Aktionen reichen nicht aus. Es ist inakzeptabel, sich mit einem Bot-Management zufriedenzugeben, das Cyberkriminelle nicht abschreckt oder Kunden mit unnötigen Hürden frustriert, die letztlich zu Transaktionsabbrüchen und Umsatzeinbußen führen. Stattdessen müssen sich Sicherheitsmaßnahmen an Angreifer anpassen, die ihre Methoden weiterentwickeln, um Gegenmaßnahmen zu umgehen – ohne dabei die Nutzer zu frustrieren.
Mit dem Bot-Schutz von F5 können Sie dynamisch reagieren, wenn sich Anwendungen und Angreifer an betriebliche Anforderungen und Bedrohungsaktivitäten anpassen. Unsere Lösung verbessert die Geschäftsergebnisse erheblich, indem sie Betrugsverluste drastisch reduziert, ein besseres Kundenerlebnis ermöglicht und gleichzeitig die betriebliche Effizienz sowie die Business Intelligence maximiert. Wir sind einzigartig positioniert, um Anwendungen vom Kerncode in der Cloud bis zu den Kunden zu begleiten – mit einem einheitlichen Lösungsportfolio, das vier Säulen abdeckt:
1. Bedrohungen immer einen Schritt voraus sein
Die zunehmende Verbreitung unterschiedlicher Architekturen, Cloud-Dienste und Drittanbieterintegrationen hat die Angriffsfläche drastisch vergrößert. Täglich werden schwerwiegende Anwendungsschwachstellen veröffentlicht, die Angreifer rasch in automatisierte Frameworks integrieren, um sie aufzuspüren und finanziell auszunutzen.
2. Sicherheit integrieren
Effektive Anwendungssicherheit ist automatisiert und integriert. Automatisierung steigert die Wirksamkeit, indem Sicherheitskontrollen bereits früher im Entwicklungslebenszyklus eingeführt und stabilisiert werden. Dies führt zu einer höheren Wirksamkeit bei geringerem manuellem Aufwand. Die Integration entlastet zudem die Sicherheitsressourcen.
3. Schnellere Markteinführung
Unternehmen benötigen eine einheitliche und automatisierte Sicherheitslösung, um die zunehmende Komplexität beim Schutz von Anwendungen über verschiedene Architekturen, Clouds und Entwickler-Frameworks hinweg effektiv zu bewältigen – und das mit der Geschwindigkeit der Anwendungsentwicklung.
4. Sorgen Sie für einen reibungslosen Netzwerkbetrieb
Die praxiserprobteste KI-/ML-Engine erfasst proprietäre Signale, die nicht gefälscht werden können, und klassifiziert sie auf Grundlage der Erkenntnisse aus über zwei Milliarden Angriffen pro Tag. Das Ergebnis ist eine umfassende, fortschrittliche Abwehr, die das Netzwerk vor einer Überlastung durch schädlichen Datenverkehr schützt und gleichzeitig sicherstellt, dass legitimer Datenverkehr und die daraus resultierenden Transaktionen ohne Verzögerung fortgesetzt werden.
Um den Bot-Herausforderungen, mit denen Ihr Netzwerk – und Ihr Unternehmen – konfrontiert sind, einen Schritt voraus zu sein, erfahren Sie mehr auf unserer Seite zu F5 und Google Cloud Platform (GCP).
Quelle:
1 Quelle: Forrester, „State of Online Fraud And Bot Management“, Januar 2021, im Auftrag von Google
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