Der spannendste Technologietrend 2022: IT/OT-Konvergenz

F5-Ökosystem | 24. Februar 2022


In nur zwei Jahren hat sich die Anzahl der Geräte in einem durchschnittlichen Haushalt mehr als verdoppelt: von gerade einmal zehn im Jahr 2019 auf sage und schreibe 25 im Jahr 2021, wie eine Deloitte-Umfrage zeigt.

Ich gebe zu, zu diesem explosionsartigen Wachstum beizutragen, wenn man die weit gefasste Definition von „vernetzten Geräten“ zugrunde legt, zu denen auch Spielkonsolen zählen. Schuldig im Sinne der Anklage.

Dazu gehört eine wachsende Nutzergruppe, die auf eine Vielzahl „smarter“ Geräte zur Verbesserung der Sicherheit zu Hause setzt, darunter Bewegungsmelder, Türschlösser, Überwachungskameras und Geräte zur Gefahrenprävention wie Wasser- oder Rauchmelder. Im Jahr 2021 waren weltweit etwa 12,17 % der Haushalte „smart“. Laut einer Statista-Prognose zu diesem Thema soll dieser Anteil bis 2025 auf 21,09 % steigen.

Diese Konvergenz von physischer und digitaler Sicherheit ist ein Beispiel für den übergreifenden Technologietrend der IT/OT-Konvergenz. Zwar denken wir bei OT (Operational Technology) in der Regel an Industriemaschinen in der Fertigung oder an kritische Stromgeneratoren in der Energiewirtschaft, doch tatsächlich kommen digitale Steuerungssysteme für physische Geräte wahrscheinlich in jedem Unternehmen zum Einsatz.

Als wir den Markt fragten, welcher Technologietrend 2021 die größte Begeisterung auslöste, lautete die etwas überraschende Antwort: die Konvergenz von IT und OT.

Top-4-Trend

Wenig überraschend ist vielleicht, welche Branchen dieser Konvergenz von IT und OT am enthusiastischsten gegenüberstehen. Neben der Energie- und Versorgungswirtschaft zeigte natürlich auch die Fertigungsindustrie große Begeisterung für die IT/OT-Konvergenz. Gleiches galt jedoch auch für das Gesundheitswesen und – interessanterweise – für Technologieunternehmen.

IT/OT

Da bei der IT/OT-Konvergenz Systeme zur Verwaltung und Steuerung physischer Prozesse mit Systemen zur Verwaltung und Steuerung digitaler Prozesse zusammengeführt werden, dürften diese Ergebnisse eigentlich nicht so überraschend sein. Schließlich verfügen die meisten Unternehmen über ein umfangreiches Portfolio beider Arten von Assets, auch wenn dies nicht immer auf den ersten Blick erkennbar ist.

HLK-Systeme beispielsweise gehören zur OT. Das gilt auch für digitale Türschlösser und die Aufzüge am Hauptsitz von F5. Wenn ich ins Büro fahre, gibt es keine Knöpfe, die ich drücken müsste. Das System wird vollständig durch digitale Mechanismen gesteuert, die eng mit denselben Richtlinien verknüpft sind, die auch meinen Zugriff auf digitale Ressourcen regeln. Die Konvergenz führt beide Welten zusammen – im Guten wie im Schlechten.

Berichten zufolge konnten Mitarbeitende während des viel beachteten Facebook-Ausfalls im Jahr 2021 nicht auf Konferenzräume und Gebäude zugreifen. Das ist durchaus vorstellbar. Die meisten Technologieunternehmen würden bestätigen, dass in einer hochgradig integrierten IT-/OT-Umgebung Systeme, die den Zugang zu allem Möglichen – von Aufzügen bis hin zu Türen – steuern, durch Netzwerk- und Systemausfälle beeinträchtigt werden können.

Fachleute aus der OT-Welt sind sich bereits der Sensibilität operativer Technologien und des erhöhten Sicherheitsbedarfs vieler der von ihnen betreuten Systeme und Geräte bewusst. Es überrascht daher nicht, dass Sicherheitsexperten eine Vorreiterrolle dabei einnehmen, die langfristigen Auswirkungen der IT/OT-Konvergenz auf die allgemeine Sicherheit zu verstehen – nicht nur im Hinblick auf die IT und das Unternehmen, sondern auch auf Verbraucher und Kunden. Schließlich gelang es Angreifern bereits 2014, über ein vernetztes HLK-System in die Systeme von Target einzudringen.

Deshalb ist auch die Begeisterung für Zero Trust ein gutes Zeichen. Mit der zunehmenden Konvergenz von IT und OT und der untrennbaren Verknüpfung ihrer Systeme und Daten wird unsere Fähigkeit, den Zugriff auf physische und digitale Ressourcen zu kontrollieren, immer wichtiger.

Die Folgen der zunehmenden Konvergenz von IT und OT zeigen sich in unserer jährlichen Studie am Aufstieg identitätszentrierter Sicherheitskonzepte und an der wachsenden Bedeutung, die der Zugriffskontrolle für alles, insbesondere aber für APIs, beigemessen wird. Daher ist die Begeisterung für Web Application and API Protection (WAAP) eine vorhersehbare Entwicklung.

Da die IT/OT-Konvergenz beide Seiten der IT zusammenführt, wird ein umfassenderer – und wahrscheinlich einheitlicher – Ansatz zur Absicherung des Zugriffs erforderlich sein, sei es über eine Konsole oder CLI, eine Anwendung oder API. Letztlich bedeutet das, Anwendungen vor Angriffen, Missbrauch und Fehlgebrauch zu schützen – unabhängig davon, auf welcher Seite der IT/OT-Grenze sie sich einst befanden.



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Schlagwörter: Office of the CTO, 2022

Über den Autor

Lori Mac Vittie
Lori Mac VittieDistinguished Engineer und Chief Evangelist | F5

Lori MacVittie ist Distinguished Engineer und Chief Evangelist im Office of the CTO von F5 und verfügt über umfassende Expertise in den Bereichen Anwendungsbereitstellung, Automatisierungsstrategie und Infrastruktur. Sie ist dafür bekannt, Komplexität verständlich zu machen – ob sie Leitplanken für KI-Agenten definiert, fragile Multicloud-Architekturen analysiert oder die Grenzen skalierbarer Systeme auslotet. Sie verfügt über mehr als dreißig Jahre Branchenerfahrung in der Anwendungsentwicklung, IT-Architektur sowie im Netzwerk- und Systembetrieb. Bevor sie zu F5 kam, war sie als mehrfach ausgezeichnete Technologie-Redakteurin tätig. MacVittie hat einen Masterabschluss in Informatik und ist eine produktive Autorin, deren Veröffentlichungen die Bereiche Sicherheit, Cloud und Unternehmensarchitektur abdecken. Außerdem spielt sie leidenschaftlich gern Brett- und Videospiele und vertritt mit voller Überzeugung klare Ansichten zum Thema Käse.

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