NIS2: Cybersicherheit rückt deutlich stärker in den Fokus

F5-Ökosystem | 29. September 2023

Neue EU-Richtlinie bedeutet, dass deutlich mehr Unternehmen bessere Sicherheit, Transparenz und Kontrolle benötigen

Mit ihren strengen neuen Anforderungen wird die überarbeitete Richtlinie zur Netz- und Informationssicherheit (NIS) deutlich mehr Unternehmen in der EU dazu verpflichten, Cybersicherheit ernst zu nehmen.

In weniger als einem Jahr wird NIS2 (so wird die neue Richtlinie genannt) zahlreiche Organisationen gesetzlich dazu verpflichten, ihre internen Systeme vollständig abzusichern und dafür zu sorgen, dass externe Schnittstellen nicht für Angriffe und Datendiebstahl anfällig sind.

Dabei wird großer Wert auf Risikomanagement, Meldewesen und Wiederherstellung gelegt. Bei Nichteinhaltung drohen Geldbußen von bis zu 10 Millionen € oder 2 % des weltweiten Jahresumsatzes (je nachdem, welcher Betrag höher ist).

Doch solche Bußgelder könnten nur die Spitze eines weitaus größeren finanziellen Eisbergs sein.

Da NIS2 für eine weitaus größere Gruppe von Unternehmen gilt als die Vorgängerrichtlinie, werden die Auswirkungen entlang der gesamten Lieferketten zu spüren sein. Cybersicherheit wird bei Beschaffungsprozessen an Bedeutung gewinnen und könnte darüber entscheiden, welche Unternehmen neue Aufträge erhalten.

Leider verfügen die meisten Unternehmen nicht über das interne Fachwissen, um die zahlreichen Anforderungen der neuen Richtlinie zu erfüllen. Dies gilt insbesondere, da sich ihre Systeme zunehmend über mehrere Cloud-Umgebungen erstrecken und viele Beschäftigte weiterhin im Homeoffice arbeiten.

NIS2 macht vollständige Transparenz unverzichtbar

NIS2 gilt für alle Unternehmen mit mehr als 50 Beschäftigten und einem Jahresumsatz von über 10 Millionen Euro und betrifft unter anderem die Telekommunikations- und Lebensmittelbranche, die Abfallwirtschaft, digitale Plattformen, öffentliche Einrichtungen und Lieferdienste. Darüber hinaus wird die Richtlinie erhebliche Auswirkungen auf wesentliche Dienste haben, die bereits unter die ursprüngliche NIS-Richtlinie fallen, etwa in den Bereichen Energie, Gesundheitswesen, Bankwesen und Verkehr.

Da NIS2 von den EU-Mitgliedstaaten umgesetzt wird, müssen betroffene Unternehmen sicherstellen, dass alle externen Schnittstellen geschützt sind, einschließlich der Anwendungen, die für die Interaktion mit Kunden und Lieferanten verwendet werden.

Im Falle einer Sicherheitsverletzung müssen sie innerhalb von 24 Stunden, nachdem sie von dem Vorfall Kenntnis erlangt haben, eine Frühwarnmeldung einreichen, gefolgt von einer ersten Bewertung innerhalb von 72 Stunden und einem Abschlussbericht innerhalb eines Monats.

Daher ist es für Unternehmen unerlässlich, einen vollständigen Überblick darüber zu haben, was in ihren digitalen Abläufen und an ihren digitalen Schnittstellen zu Kunden, Partnern und Lieferanten geschieht.

In einer idealen Welt sollte regulatorischer Druck eigentlich nicht nötig sein: Die meisten geschäftlichen Interaktionen finden inzwischen online statt, daher sollten Führungskräfte in Unternehmen eine solche Transparenz bereits einfordern.

Dennoch verfügen viele kleinere Unternehmen, die in den Geltungsbereich der neuen Richtlinie fallen, nicht unbedingt über ein Security Operations Center und die zugehörigen Reporting-Tools, die zur Einhaltung der Vorgaben erforderlich sind. Darüber hinaus fehlen ihnen wahrscheinlich die notwendigen Kompetenzen und Ressourcen, um diese Tools intern zu entwickeln und zu implementieren.

Es versteht sich von selbst, dass der Druck groß ist, einfach zu implementierende Mechanismen einzuführen, um die NIS2-Anforderungen zu erfüllen – und zwar ohne das Erlebnis für Kunden und Partner zu beeinträchtigen.

Insbesondere benötigen sie eine zentrale Konsole, über die sie ihr gesamtes Anwendungsportfolio verwalten können. Cloudbasierte Lösungen für Anwendungssicherheit und Anwendungsbereitstellung, wie etwa F5 Distributed Cloud Services, können diesen Bedarf decken.

Auch für größere Unternehmen ist das alles andere als einfach. Eine der größten Herausforderungen, die sich aus der verstärkten regulatorischen Aufmerksamkeit für das Thema Sicherheit ergibt, ist die zusätzliche Komplexität bei der Absicherung und Überwachung einer digitalen Infrastruktur, die sich zunehmend über mehrere Clouds und unternehmenseigene Rechenzentren erstreckt.

Heutzutage betreiben viele Unternehmen Anwendungen und die zugehörigen Microservices in mehreren Umgebungen. Während das Frontend einer App möglicherweise in einer Public Cloud ausgeführt wird, kann sich das Backend in einem internen Rechenzentrum befinden. Gleichzeitig melden sich Mitarbeitende zunehmend von vielen verschiedenen Orten aus bei Systemen und Apps an, etwa von zu Hause oder aus Coworking-Spaces.

Um diese zunehmend komplexe digitale Landschaft NIS2-konform abzusichern, benötigen viele Unternehmen einen Managed Service, der sich über verschiedene Cloud-, Computing- und Netzwerkumgebungen erstreckt. F5 verfügt über die dafür erforderliche Expertise.

Auch wenn die Zeit immer drängender wird, ist es noch nicht zu spät, zu handeln.

Die EU-Mitgliedstaaten müssen die neue Richtlinie bis zum 18. Oktober 2024 in nationales Recht umsetzen. Daher müssen sich alle betroffenen Organisationen beeilen, ihre Sicherheits- und Überwachungsmaßnahmen so robust zu gestalten, dass sie Bußgelder und – noch wichtiger – die mit Verstößen gegen die Vorschriften verbundenen Reputationsschäden vermeiden.

Glücklicherweise ist die Technologie, die sie benötigen, um in diesem neuen regulatorischen Umfeld erfolgreich zu sein, bereits einsatzbereit.

In einem zukünftigen Blogbeitrag werden wir näher darauf eingehen, wie F5 seine Kunden bereits bei der Einhaltung der NIS2-Richtlinie unterstützt. Bleiben Sie dran!

Teilen
Schlagwörter: 2023

Über den Autor

Ähnliche Blogbeiträge

F5 und Equinix bündeln ihre Kräfte, um die sichere Anwendungsbereitstellung in Multicloud-Umgebungen zu vereinfachen
F5-Ökosystem | 05.08.2025

F5 und Equinix bündeln ihre Kräfte, um die sichere Anwendungsbereitstellung in Multicloud-Umgebungen zu vereinfachen

F5 und Equinix ermöglichen es Unternehmen, sich weltweit sicher und zuverlässig mit ihren Partnern zu vernetzen.

API-Sicherheitsrisiken und -herausforderungen
F5-Ökosystem | 21.07.2025

API-Sicherheitsrisiken und -herausforderungen

Erfahren Sie, warum APIs für die moderne App-Entwicklung unverzichtbar sind und wie Sie sie vor den häufigsten Sicherheitslücken schützen. Profitieren Sie von Expertentipps und direkt umsetzbaren Strategien.

Ein Meilenstein für die Community Impact Grants von F5
F5-Ökosystem | 21.01.2025

Ein Meilenstein für die Community Impact Grants von F5

F5 feiert das fünfjährige Bestehen seines innovativen Community Impact Grant-Programms, das gemeinnützige Organisationen, bei denen sich F5-Mitarbeitende ehrenamtlich engagieren, mit Fördermitteln in Höhe von 5.000 US-Dollar unterstützt.

Mit moderner, anpassungsfähiger und sicherer Gesundheits-IT Leben retten
F5-Ökosystem | 22.05.2023

Mit moderner, anpassungsfähiger und sicherer Gesundheits-IT Leben retten

Die IT-Investitionen im Gesundheitswesen tragen dazu bei, die schnellsten Wege zu einer besseren Versorgung zu finden, indem sie die medizinische Betreuung näher an die Patientinnen und Patienten bringen. Viele Gesundheitsunternehmen nutzen riesige Mengen an klinischen und anderen Gesundheitsdaten, um Entwicklungen zu verfolgen und übergreifende Trends in der gesamten Gesundheitslandschaft zu erkennen. Gleichzeitig nähern sie sich einer möglichst präzisen, individuell zugeschnittenen Versorgung an.

Verbesserung der Benutzer- und Administrationserfahrung durch sicheren hybriden Zugriff
F5-Ökosystem | 16.09.2020

Verbesserung der Benutzer- und Administrationserfahrung durch sicheren hybriden Zugriff

Diese Kombination aus BIG-IP Access Policy Manager und Azure Active Directory ermöglicht Identitätsföderation, zentralisierten Benutzerzugriff (über Single Sign-on) und erhöhte Anwendungssicherheit (durch Multi-Faktor-Authentifizierung) für geschäftskritische Anwendungen sowie cloudbasierte und SaaS-Anwendungen. Dieser Ansatz vereinfacht die Einrichtung und Bereitstellung, reduziert den Verwaltungsaufwand und verbessert die gesamte Administration.

Das Internet der Sicherheitsdinge
F5-Ökosystem | 11.05.2015

Das Internet der Sicherheitsdinge

Nein, das ist keine Tirade über die Sicherheit des IoT. Es ist eine Geschichte über Veränderung – genauer gesagt über Veränderung und ihre Auswirkungen auf die Sicherheit. Veränderung ist allgegenwärtig. Es gibt unzählige Axiome und Sprichwörter über Veränderung, also ist es ...