Der Cloud-fähige ADC: Welche Vorteile bietet er für das Unternehmen?

F5-Ökosystem | 28. Dezember 2016
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Ein Cloud-fähiger Application Delivery Controller (ADC) ist kein herkömmlicher ADC. Er kann auf kundenspezifischer oder handelsüblicher Standardhardware (COTS) bereitgestellt werden und ist eine skalierbare Softwarelösung, die sowohl eine schnelle, sichere und hochverfügbare Bereitstellung als auch ein entsprechendes Deployment von Anwendungen unterstützt. Ein Cloud-fähiger ADC ermöglicht einen modernen, zweistufigen Ansatz für Rechenzentrumsarchitekturen, der herkömmliche Stabilität, Sicherheit und Skalierbarkeit mit modernen, flexiblen, Cloud- und DevOps-freundlichen programmierbaren Funktionen kombiniert.

Welche Vorteile bietet das für das Unternehmen?

Lange vor DevOps oder der Cloud gab es BPM. Das steht für Business Process Management – für diejenigen unter Ihnen, die nicht von ihren Redakteuren gezwungen wurden, kopfüber in diese seltsame, softwaregesteuerte Welt einzutauchen. Nein, ich bin nicht verbittert, aber gezeichnet bin ich durchaus, vielen Dank auch. Kurz nach BPM folgte die Geschäftsprozessoptimierung (Business Process Optimization, BPO), allerdings erst, nachdem die erste BPM-Welle die Geschäftswelt im Sturm erobert und ihr beigebracht hatte, kritische Geschäftsprozesse zu automatisieren und zu orchestrieren, um sowohl Agilität zu ermöglichen – also Prozesse schnell an veränderte Geschäftsbedingungen anzupassen – als auch die Produktivität zu steigern. Die Optimierung kam später, aber sie kam.

Die Diskussionen rund um Cloud, DevOps und zunehmend auch NetOps konzentrieren sich stärker auf die Vorteile der Automatisierung. Dabei wird insbesondere hervorgehoben, dass sich die Markteinführungszeit verkürzen und die Betriebskosten senken lassen und dass IT-Organisationen angesichts des überwältigenden Anwendungswachstums die nötige Skalierbarkeit erreichen können. Schließlich geht es um Agilität.

Weniger häufig wird über die zweite Komponente gesprochen, nämlich die Produktivität. Es mag offensichtlich erscheinen, dass Automatisierung die Produktivität steigert. Wenn Automatisierung die Ausführung einer Aufgabe beschleunigt, kann eine Person, die sie nutzt, in einem bestimmten Zeitraum natürlich deutlich mehr Aufgaben erledigen. Denn genau so wird Produktivität gemessen: anhand der Anzahl der in einem bestimmten Zeitraum erledigten Aufgaben. Ob es sich dabei um Stunden oder Tage, Wochen oder Monate handelt, ist nicht entscheidend. Entscheidend ist das Volumen und die Frage, ob es infolge der getätigten Investitionen zunimmt – etwa durch Investitionen in die Cloud, in Automatisierung oder in Anwendungen, mit denen Aufgaben schneller erledigt werden können.

Wenn wir im Zusammenhang mit Produktivität über Anwendungen sprechen, denken die meisten unweigerlich an CRM-Systeme, Bestandsverwaltungs-Apps, die RFID-Tags scannen, oder andere stark geschäftsbezogene Lösungen. An die Anwendungen, die die IT nutzt, um die zunehmend softwaredefinierten Dienste, über die diese Anwendungen bereitgestellt werden, zu verwalten, überwachen und implementieren denken wir hingegen nur selten.

Und doch sollten wir das tun. Geschäftlicher Erfolg wird an Umsatz und Wachstum gemessen. Und nichts beeinträchtigt beides so sehr wie steigende IT-Budgets, die durch den Bedarf an schnelleren und häufigeren Anwendungsbereitstellungen verursacht werden. In übersichtliche mathematische Gleichungen übertragen, ähneln beide Faktoren stark den Formeln, mit denen Unternehmen ihre Produktivität messen.

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Unterschätzen Sie nicht die Bedeutung der Produktivität. In einer aktuellen Umfrage von Tech Pro Research zu den anstehenden Budgets für 2017 zählten Ausgaben und Prioritäten zur Verbesserung von Prozessen und Produktivität bei den Befragten durchweg zu den drei wichtigsten Punkten. Unter den wichtigsten IT-Prioritäten für 2017 bezogen sich die erste und die dritte auf die Optimierung von Prozessen und die Steigerung der Produktivität.

Dazu sollten auch die Verbesserung von Prozessen und die Steigerung der Produktivität in der IT gehören, da diese zunehmend direkt für den Geschäftserfolg verantwortlich ist. In einer von Anwendungen geprägten Welt ist die Bereitstellung der App – einschließlich der Gewährleistung von Sicherheit, Geschwindigkeit und Skalierbarkeit – eine entscheidende Komponente, ohne die Anwendungen ihr volles Potenzial nicht entfalten können.

Das bedeutet, dass sich die IT auf Infrastrukturarchitekturen konzentrieren muss, die effiziente Prozesse und Produktivitätssteigerungen bei den eigenen Mitarbeitenden ermöglichen und fördern. Denn man kann nur eine begrenzte Zahl von Personen auf ein Problem ansetzen, bevor dies beides eher behindert als verbessert. Zu viele Köche verderben schließlich den Brei.

IT-Produktivität und Prozesse sind entscheidend

Produktivität und Prozessoptimierung im IT-Bereich setzen Infrastrukturkomponenten voraus, die mit den richtigen Technologien ausgestattet sind und in den richtigen Umgebungen zur Verfügung stehen. All dies muss mit den richtigen Systemen verwaltet werden, um eine zuverlässige, konsistente und vorhersehbare Bereitstellung zu gewährleisten. Dafür sind APIs zur Integration in das Orchestrierungsökosystem des Rechenzentrums, Servicevorlagen, die eine schnelle Bereitstellung und Konfiguration von Diensten auf einer einheitlichen, standardisierten Grundlage ermöglichen, sowie eine zentrale Kommandozentrale zur Überwachung und Verwaltung der Verteilung dieser Dienste über externe Clouds im öffentlichen Bereich und interne Clouds im privaten Bereich erforderlich. Bei einem cloudfähigen ADC geht es nicht nur um die Eignung für die Bereitstellung in der Public Cloud – so wichtig diese Eigenschaft auch ist –, sondern auch um die Eignung für die Bereitstellung in der Private Cloud, die zunehmend an Bedeutung gewinnt. Darüber hinaus geht es darum, durch die mittels Automatisierung und Orchestrierung erzielten Skaleneffekte die Produktivität zu steigern.

Es geht jedoch nicht nur darum, dies schneller und häufiger zu tun, sondern auch darum, die Produktivität derjenigen zu steigern, die eine wachsende Zahl cloudfähiger ADCs überwachen und verwalten, welche Anwendungen im Rechenzentrum und in der Cloud unterstützen. Das bedeutet, die Anzahl der Konsolen und APIs zu reduzieren, mit denen man sich vertraut machen und die man nutzen muss. Es bedeutet, eine bessere Möglichkeit zur Lizenzierung und Nutzungsverfolgung bereitzustellen, die weder manuell gepflegte Tabellen noch die Beherrschung der komplexeren Funktionen von Excel erfordert. Es bedeutet, eine zentralisierte, entwicklerfreundliche Plattform für das Workflow-Management bereitzustellen, die es Entwicklung und Betrieb ermöglicht, die Infrastruktur „als Code“ zu behandeln, ohne dabei die Anforderungen von Unternehmen an Nachvollziehbarkeit und Auditierbarkeit zu vernachlässigen.

Die Automatisierung wiederkehrender manueller Aufgaben mithilfe von Skripten und Vorlagen gilt seit jeher als bewährtes Mittel, um die Produktivität und Geschwindigkeit in der IT zu steigern. Ein cloudfähiger ADC trägt dem Rechnung und ermöglicht es der IT, sich von einfachen Skripten hin zur Prozessorchestrierung und schließlich zur Optimierung weiterzuentwickeln. Er unterstützt die Cloud in all ihren Formen und gibt Unternehmen die Freiheit, für jede Anwendung die optimale Umgebung zu wählen, ohne dabei auf Services verzichten zu müssen.

Ein Cloud-fähiger ADC ist eine Plattform für Anwendungsdienste, die in der Cloud, im Rechenzentrum, auf kundenspezifischer Hardware oder auf handelsüblicher Standardhardware (COTS) bereitgestellt werden kann. Er ist programmierbar und eignet sich hervorragend, um die Vorteile eines „Infrastructure as Code“-Ansatzes für Anwendungsdienste zu nutzen. Unterstützt wird er durch Tools für die Verwaltung, Überwachung, Bereitstellung, Lizenzierung und Konfiguration sowohl in Makroumgebungen (öffentliche oder private Cloud, On-Premises oder extern) als auch in Mikroumgebungen (Produktion oder Entwicklung, Test oder Qualitätssicherung).

Ein ADC ist nicht allein deshalb Cloud-fähig, weil er sich in nahezu jeder Cloud-Umgebung bereitstellen lässt. Er ist Cloud-fähig, weil er die mit der Cloud verbundene Agilität sowie entsprechende Geschäftsmodelle und Vorteile bietet.

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Schlagwörter: 2016

Über den Autor

Lori Mac Vittie
Lori Mac VittieDistinguished Engineer und Chief Evangelist | F5

Lori MacVittie ist Distinguished Engineer und Chief Evangelist im Office of the CTO von F5 und verfügt über umfassende Expertise in den Bereichen Anwendungsbereitstellung, Automatisierungsstrategie und Infrastruktur. Sie ist dafür bekannt, Komplexität verständlich zu machen – ob sie Leitplanken für KI-Agenten definiert, fragile Multicloud-Architekturen analysiert oder die Grenzen skalierbarer Systeme auslotet. Sie verfügt über mehr als dreißig Jahre Branchenerfahrung in der Anwendungsentwicklung, IT-Architektur sowie im Netzwerk- und Systembetrieb. Bevor sie zu F5 kam, war sie als mehrfach ausgezeichnete Technologie-Redakteurin tätig. MacVittie hat einen Masterabschluss in Informatik und ist eine produktive Autorin, deren Veröffentlichungen die Bereiche Sicherheit, Cloud und Unternehmensarchitektur abdecken. Außerdem spielt sie leidenschaftlich gern Brett- und Videospiele und vertritt mit voller Überzeugung klare Ansichten zum Thema Käse.

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