Vor der russischen Invasion arbeitete Vita Plaksina als Auftragnehmerin für F5 in der Ukraine und lebte mit ihrem Mann, ihren Kindern und ihrem Yorkshire Terrier in Kyjiw. Ihre zehnjährige Tochter war in der Schule sehr erfolgreich, und ihr fünfjähriger Sohn bereitete sich auf die Einschulung vor. Sie und ihr Mann hatten gerade ein Ferienhaus in der Nähe von Kyjiw gekauft und planten einen dreiwöchigen Urlaub in Spanien und Italien. „Wir waren gerade dabei, als Familie richtig aufzublühen“, sagt sie.
Doch nur ein Jahr später lebt Plaksina nun in Polen – ihr Leben und ihre Familie wurden aus ihrem gewohnten Umfeld gerissen. Ihre Kinder besuchen eine öffentliche Schule in Warschau und haben Schwierigkeiten, sich an die fremde Kultur zu gewöhnen. Ihren Mann hat sie seit mehr als neun Monaten nicht gesehen. Er ist noch immer in der Ukraine, wo Männer im wehrfähigen Alter aufgefordert wurden, im Land zu bleiben. Sie sprechen miteinander, wann immer beide Zugang zum Internet haben. Doch der Krieg dauert an, und sie wissen nicht, wann sie wieder vereint sein werden.
“„Es ist eine äußerst schwierige Zeit für alle unsere ukrainischen und russischen Mitarbeitenden und Auftragnehmer, und ihr Mut und ihre Widerstandskraft beeindrucken mich immer wieder aufs Neue.“ ”
Während Plaksina versucht, das Beste aus ihrer Situation zu machen, hat sie das Gefühl, dass ihr Leben stillsteht. „Obwohl ich hierbleibe, sind mein Herz und meine Seele in der Ukraine“, sagt sie. „Ich bin froh, eine Arbeit zu haben und meinen Kindern ein stabiles Leben bieten zu können. Aber ich glaube und hoffe weiterhin, dass der Krieg bald enden wird und ich die Möglichkeit haben werde, mit meinem Mann zusammenzuleben, während unsere Kinder aufwachsen.“
Plaksina gehört zu den 29 Mitarbeitenden und Auftragnehmenden von F5, die in der Ukraine oder in Russland ansässig waren, als die Kämpfe im Februar 2022 begannen. Während diese F5-Mitarbeitenden mit den traumatischen Folgen des Krieges zu kämpfen haben, bietet F5 ihnen umfassende Unterstützung – von Visa- und Umzugshilfen für Mitarbeitende, die sich für einen Umzug entscheiden, bis hin zu finanzieller und psychologischer Unterstützung für diejenigen, die in ihrer Heimat bleiben.
„Als Unternehmen, bei dem der Mensch an erster Stelle steht, fielen uns viele der unternehmerischen Entscheidungen, die wir treffen mussten, sehr leicht“, sagt Ana White, Executive Vice President und Chief People Officer bei F5. „Es ist eine äußerst schwierige Zeit für alle unsere ukrainischen und russischen Mitarbeitenden und Auftragnehmer, und ihr Mut und ihre Widerstandsfähigkeit beeindrucken mich immer wieder aufs Neue.“
Das Ende des Krieges in der Ukraine abwarten
Heute befinden sich noch drei der in der Ukraine ansässigen Auftragnehmer von F5 im Land, und das Unternehmen steht mit jedem von ihnen in engem Kontakt. Einer dieser Auftragnehmer ist lurii Syvak, ein User-Experience-Designer (UX), der in Iwano-Frankiwsk lebt, etwa 200 Kilometer östlich der polnischen Grenze.
Vor Beginn des Krieges hatte Syvak geplant, mit seiner Freundin in die Tschechische Republik zu ziehen, um eine Vollzeitstelle bei F5 anzutreten. Doch nach der russischen Invasion durften Männer zwischen 18 und 60 Jahren die Ukraine nicht mehr verlassen. Außerdem wollte Syvak seiner Mutter helfen und die betagten Großeltern seiner Freundin unterstützen, die sich alle entschieden hatten, das Land nicht zu verlassen.

In den ersten Tagen nach Beginn des Konflikts war das Leben laut Syvak chaotisch, und die Menschen in seinem Umfeld konzentrierten sich auf das nackte Überleben – darauf, genügend Lebensmittel, Medikamente, Bargeld, sauberes Wasser und Benzin für ihre Autos zu beschaffen. Doch im Laufe der Monate haben sie ihre neue Realität akzeptiert und konzentrieren sich nun darauf, die Kriegsanstrengungen zu unterstützen. Syvak selbst hat mit seinem SUV Lebensmittel, Medikamente und Ausrüstung dorthin gebracht, wo sie benötigt werden. Und obwohl er nicht arbeiten konnte, ist er mit seinem UX-Team in Kontakt geblieben. Er bot sogar einem in der Ukraine ansässigen F5er und dessen Familie seine Wohnung an, als sie vor den Kämpfen in Kyjiw flohen.
Syvak sagt, die Unterstützung von F5 für ihn und die anderen Auftragnehmer in der Ukraine sei „enorm“ gewesen. In den ersten Tagen und Monaten meldeten sich die Personalverantwortlichen täglich bei ihm, manchmal sogar mehrmals am Tag, um ihn über mögliche Angriffe zu informieren, ihm bei der Beschaffung der benötigten Dinge zu helfen und sicherzustellen, dass er und seine Familie in Sicherheit waren. Auch jetzt, ein Jahr später, arbeitet er weiterhin als Auftragnehmer für F5 und kann so seine Familie unterstützen. Zudem ist er mit mehreren Mitgliedern des HR-Teams eng befreundet. Sie melden sich nach wie vor mehrmals pro Woche bei ihm und tauschen Fotos und Geschichten aus ihrem Leben mit ihm aus.
„Deine gesamte Realität ist vom Krieg bestimmt“, sagt Syvak. „Und wenn dir Menschen von ganz alltäglichen Dingen erzählen, macht dich das ein wenig glücklicher, weil es dich daran erinnert, dass es nicht immer so war. Wenn andere Menschen ein normales Leben führen, erinnert dich das daran, dass auch du eines Tages wieder ein normales Leben haben wirst.“
Umzug aus Russland in die USA
F5 hatte bereits in den Jahren vor 2022 Mitarbeitende aus seiner Niederlassung in Moskau an andere Standorte versetzt. Nach Kriegsbeginn beschloss das Unternehmen rasch, seine russische Niederlassung zu schließen. Mitarbeitenden, die sich gegen einen Wechsel an einen Unternehmensstandort außerhalb Russlands entschieden, wurde eine Abfindung angeboten. Diejenigen, die Russland verlassen wollten, wurden zügig umgesiedelt, bevor sowohl die Zahl der Flüge aus Russland als auch die Zahl der Länder zurückging, die bereit waren, die betroffenen F5-Mitarbeitenden aufzunehmen.
„Es war wichtig, dass unsere russischen Mitarbeiter wussten, dass sie weiterhin einen Platz bei F5 hatten, auch wenn wir unser Moskauer Büro schlossen“, sagt White. „Insbesondere NGINX blickt dort auf eine lange Geschichte zurück, und wir wollten sicherstellen, dass unsere Teams auch in Kriegszeiten eine Zukunft im Unternehmen außerhalb Russlands hatten.“
Maxim Konovalov, Vice President of Engineering, war damals einer von acht Mitarbeitern im Moskauer Büro von F5, die sich für einen Umzug entschieden. Konovalov sagt, er habe Russland verlassen, weil er den Krieg entschieden ablehne. Gleichzeitig wollte er das Team erhalten, das er bei F5 aufgebaut hatte, und seinen Kollegen zeigen, dass ein Umzug sowohl für sie als auch für das Unternehmen die richtige Entscheidung war. „Es war nicht einfach, und es ist immer noch nicht einfach, besonders mit Kindern“, sagt er. „Es ist schwer, sein Leben zu verändern, wenn man fast 50 ist – sein Leben in Russland aufzugeben und sich anderswo alles von Grund auf neu aufzubauen.“

Konovalov flog mit seiner Frau und seinen beiden Kindern per Direktflug von Moskau in die Vereinigten Arabischen Emirate. Dort arbeitete er einige Monate im F5-Büro in Dubai, bevor er im August 2022 in die Region San Francisco umzog. F5 half Konovalov und seiner Familie dabei, die erforderlichen Visa zu erhalten. Das Unternehmen übernahm außerdem seine Umzugskosten und unterstützte ihn und seine Familie bei der Suche nach einer vorübergehenden Unterkunft in Kalifornien. „F5 hat uns enorme finanzielle und moralische Unterstützung geboten“, sagt Konovalov. „Das Unternehmen hat großartige Arbeit geleistet, und all das hat dazu beigetragen, unser Leid unter Umständen zu lindern, die wir uns nie hätten vorstellen können.“
Heute arbeitet Konovalov im F5-Büro in San José. Vor dem Krieg reiste er häufig geschäftlich in die USA, was ihm die Eingewöhnung erleichtert hat. Seiner Frau und seinen Kindern fällt es jedoch schwer, eine neue Sprache zu lernen und sich an eine fremde Kultur anzupassen. „Ich persönlich würde sehr gerne hierbleiben“, sagt Konovalov, „aber bei meiner Familie bin ich mir nicht sicher. Letztlich werde ich das tun, was für sie am besten ist.“
Vorläufiger Umzug nach Polen
Plaksina zufolge reifte ihre Entscheidung, die Ukraine zu verlassen und nach Polen zu gehen, nach und nach. Als der Krieg begann, blieben sie und ihre Familie zunächst in ihrer Wohnung in Kyjiw und suchten jedes Mal, wenn die Luftschutzsirenen ertönten, einen unterirdischen Luftschutzbunker auf. „Emotional war das ein solcher Schock, und wir konnten einfach nicht akzeptieren, was da geschah“, sagt sie. „Wir wollten glauben, dass der Krieg sehr bald beendet sein würde.“
Vom Beginn der Invasion an habe sie rund um die Uhr Unterstützung vom HR-Team von F5 erhalten, erzählt sie – obwohl ihr Vertrag mit dem Unternehmen bereits wenige Wochen später auslaufen sollte. „Sie fragten uns, wie es uns ging, ob wir in Sicherheit waren und ob wir umziehen wollten“, sagt sie. „Und sie sagten uns, wir sollten uns keine Sorgen machen, unsere Verträge würden verlängert. Diese Unterstützung war einfach großartig, denn so mussten wir uns in einer sehr schwierigen und von Unsicherheit geprägten Zeit keine Sorgen um unsere Arbeit oder unsere finanzielle Situation machen.“

Nach einigen Wochen beschlossen Plaksina und ihre Familie, in die Westukraine zu reisen, wo es sicherer war und sie bei Verwandten wohnen konnten. Doch selbst dort gab es nur unregelmäßig Strom, sie konnte nicht arbeiten, und es fühlte sich an, als wäre „das Leben völlig zum Stillstand gekommen“. Ihr Mann kehrte schließlich nach Kyjiw zurück, um seine Arbeit in der Automobilbranche wieder aufzunehmen. Plaksina hingegen beschloss, die Ukraine zu verlassen, damit ihre Kinder ihre Schulausbildung fernab von den ständigen Erinnerungen an den Krieg fortsetzen konnten. Sie entschied sich für Polen, das der Ukraine am nächsten gelegene Land, und sicherte sich mit Unterstützung von F5 eine Vollzeitstelle.
„Während dieser ganzen Zeit stand ich täglich in sehr engem Kontakt mit der Personalabteilung – tagsüber und sogar nachts“, sagt Plaksina. „Ich war wirklich froh, dass sie mir diese Stelle angeboten und mich bei meinem Umzug unterstützt haben. Mit einer Arbeitsstelle in ein anderes Land zu ziehen, hat alles so viel einfacher gemacht.“
Plaksina, ihre Kinder und der Yorkshire Terrier leben jetzt in einer Wohnung, bei deren Suche F5 ihr geholfen hat. Sie arbeitet in Vollzeit als Recruiterin im Personalwesen im polnischen Büro von F5, wo ihr zufolge alle „sehr nett und herzlich“ sind.
Plaksina freut sich auf den Tag, an dem sie wieder mit ihrem Mann vereint sein kann – und hofft, dass es nicht mehr allzu lange dauern wird. In der Zwischenzeit unterstützt F5 sie und andere weiterhin dabei, diese äußerst schwierigen Umstände zu bewältigen, während der Krieg in sein zweites Jahr geht.
„Wenn man erlebt, dass für die Kolleginnen und Kollegen, die Führungskräfte und sogar die Vizepräsidenten der Mensch an erster Stelle steht, wird einem klar, dass dies eine ganz besondere Unternehmenskultur ist, zu der man unbedingt gehören möchte“, sagt sie. „Ich fühle mich als Mitarbeiterin und als Mensch gut aufgehoben – und ich kann gar nicht sagen, wie wichtig das in dieser schwierigen Zeit für mich war.“
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