Reaktion auf das Coronavirus: Sechs Möglichkeiten, die Verfügbarkeit und Leistung von Apps für Ihre Endnutzer zu verbessern

F5-Ökosystem | 20. März 2020

Die Auswirkungen des Coronavirus (COVID-19) auf Unternehmen weltweit sind erheblich und haben den Alltag von Millionen Menschen verändert. Jeder von uns hat mit schwierigen persönlichen Herausforderungen zu kämpfen und versucht gleichzeitig, das Richtige für sein Unternehmen, seine Kollegen und seine Kunden zu tun. Wenn Sie IT-Fachkraft sind, stehen Sie wahrscheinlich auch bei zahlreichen neuen Herausforderungen für die Geschäftskontinuität an vorderster Front. Sie müssen schnell auf beispiellose Änderungen bei Arbeitszeiten, beim Fernzugriff auf Anwendungen sowie auf einen sprunghaften Anstieg der Anforderungen an Netzwerke und Daten reagieren. All dies kann aufgrund überlasteter Ressourcen die Stabilität und Leistung von Anwendungen beeinträchtigen – und damit Ihre Fähigkeit, Ihre Kunden bei der Anpassung an COVID-19 zu unterstützen.

Neben der Skalierung Ihres Remotezugriffs hat F5 mehrere Empfehlungen, die bei eingeschränkter Anwendungsverfügbarkeit und -leistung helfen können. Im Folgenden finden Sie sechs Optimierungen, die Sie jetzt mithilfe von F5 BIG-IP Lösungen umsetzen können, um die Benutzererfahrung Ihrer Endanwender zu verbessern. Außerdem erhalten Sie zusätzliche Ressourcen mit weiterführenden Informationen.

1. Entlasten Sie Anwendungsserver von der Verschlüsselungslast

Der Großteil des Internetverkehrs ist mittlerweile verschlüsselt. Während dies vor COVID-19 möglicherweise kein Problem darstellte, kann die erwartete höhere Datenverkehrslast Ihre Backend-Server aufgrund der zusätzlichen Verarbeitung belasten. Wenn BIG-IP Local Traffic Manager (LTM) Ihren Webanwendungen vorgeschaltet ist, können Sie die verfügbaren Funktionen zur SSL-Auslagerung nutzen. Sofern Ihre Sicherheitsrichtlinien dies zulassen, empfehlen wir daher, die SSL-Last auf Ihr BIG-IP LTM zu übertragen und Ihre Backend-Server zu entlasten. Dies sollte dazu beitragen, die Verfügbarkeit der Anwendungen und die Benutzerfreundlichkeit zu verbessern.

Weitere Informationen finden Sie hier.

2. Verbessern Sie die Anwendungsleistung durch Datenverkehrsoptimierungen

Es können verschiedene Optimierungen vorgenommen werden, die zu den Standardfunktionen von BIG-IP LTM gehören, um Ressourcen effizienter zu nutzen. Dazu gehören:

  • OneConnect ist eine Funktion, die den Aufwand für den Aufbau von TCP-Verbindungen zu den Servern reduziert, indem sie TCP-Verbindungen von vielen Clients entgegennimmt, während nur eine Verbindung zu den Back-End-Servern hergestellt wird. Einige Server verwenden möglicherweise die eingehende IP-Adresse für Funktionen wie zielgerichtete Werbung. In einem OneConnect-Modell können diese Informationen mithilfe einer Eigenschaft namens X-Forwarded-For in den HTTP-Headern beibehalten werden. Wie das funktioniert, erfahren Sie hier.

  • Komprimierung kann aktiviert werden, um die Übertragung von BIG-IP LTM zum Client zu beschleunigen und so die Benutzererfahrung zu verbessern. Da durch die Komprimierung weniger Daten von den Clients heruntergeladen werden, können Sie die Leistung durch das Hinzufügen von Komprimierungsprofilen auf Ihren BIG-IP Geräten verbessern. Weitere Informationen finden Sie hier.

  • Caching ist eine weitere Möglichkeit, die Serverlast zu reduzieren. Dabei werden nur Inhalte angefordert, von denen bekannt ist, dass sie sich ändern, während die übrigen Inhalte zwischengespeichert und dem Client auf Anfrage von einer BIG-IP-Appliance bereitgestellt werden. Diese Funktion ist in hohem Maße konfigurierbar. Weitere Informationen finden Sie hier.

  • HTTP/2 kann ähnlich wie OneConnect zur Leistungsverbesserung eingesetzt werden, indem weniger TCP-Verbindungen verwendet werden. Dies könnte ein guter Zeitpunkt sein, um die Implementierung von HTTP/2 in Betracht zu ziehen. HTTP/2 wird sowohl clientseitig als auch serverseitig unterstützt. Lesen Sie diesen Artikel für Informationen zur Unterstützung in verschiedenen Versionen.

3. Dimensionieren Sie die Leistungsbandbreite für bestehende BIG-IP VE-Instanzen bedarfsgerecht

Um die erhöhte Bandbreite für Ihre Anwendungen zu bewältigen, empfehlen wir Ihnen zu überprüfen, ob Sie über die richtige BIG-IP Virtual Edition (VE)-Leistungsoption verfügen (da BIG-IP VE-Instanzen einen Durchsatz von 25 Mbit/s bis über 100 Gbit/s bieten können). Vergewissern Sie sich, dass Ihre VE-Lizenz – unabhängig davon, ob sie in einer öffentlichen oder privaten Cloud-Umgebung ausgeführt wird – den aktuell beobachteten Datenverkehr zulässt.

Die Schritte zum Upgrade Ihrer Lizenz – beispielsweise von BIG-IP LTM 25M auf 200M oder von 200M auf 1G – sind einfach.

  • Zunächst: Fordern Sie bei Ihrem F5-Kundenbetreuer einen zusätzlichen Registrierungsschlüssel für ein Durchsatz-Upgrade oder einen neuen Basisregistrierungsschlüssel an.
  • Zweitens: Geben Sie diese Informationen in die BIG-IP-Benutzeroberfläche ein.

Beachten Sie, dass die Verarbeitung des Datenverkehrs kurzzeitig unterbrochen wird, während das BIG-IP-System die Konfiguration neu lädt. Stellen Sie sicher, dass die Größe der verwendeten Compute-Instanz und der verwendete Adapter Ihren Anforderungen entsprechen. BIG-IP LTM kann auf 100G und mehr skaliert werden, benötigt dafür jedoch entsprechende Compute-Ressourcen.

Weitere Informationen finden Sie hier.

4. Optimieren Sie die Verkehrslast über globale Standorte hinweg

Die COVID-19-Pandemie wirkt sich weltweit je nach Ort und Zeitpunkt unterschiedlich aus. Daher ist es verständlich, dass lokale Datenverkehrsmuster ungleichmäßig sind. Aktuelle Meldungen aus bestimmten „Hotspots“ können eine Kettenreaktion auslösen und zur Überlastung von Websites führen. Wenn Sie jedoch über mehrere Hosting-Standorte verfügen, können Sie die GSLB-Regeln so ändern, dass ein weiter entfernter Standort mit weniger ausgelasteten Servern bevorzugt wird. Dies kann schneller und einfacher zu besseren Ergebnissen führen als eine Kapazitätserweiterung an einem einzelnen Standort.

Da VPN-Datenverkehr in der Regel über zentralisierte IT-Ressourcen geleitet wird, können Kunden mit BIG-IP DNS sowie den meisten integrierten Überwachungslösungen detailliert steuern, wohin ihre Clients geleitet werden. Darüber hinaus kann BIG-IP DNS so eingerichtet werden, dass der Datenverkehr abhängig von Kapazitäts- oder Integritätsschwellenwerten der Pool-Mitglieder dynamisch an eine Public-Cloud-Umgebung wie AWS mit elastischen Ressourcen umgeleitet wird. Sie können Datenverkehrslasten umleiten und die automatische Skalierung für zusätzliche Kapazität einrichten, bevor bei Kunden oder Benutzern Leistungsprobleme auftreten.

Weitere Informationen finden Sie hier: eine Einführung in GSLB sowie weitere Details zu Implementierungen in der Public Cloud.

5. Erweitern Sie Ihre bestehende Umgebung um Transparenz und Analysen, um Leistungsengpässe zu erkennen

Wenn Sie Anrufe wegen „langsamer Anwendungen“ erhalten, müssen Sie in der Lage sein, darauf zu reagieren und festzustellen, ob die Ursache in der Anwendungs- oder Netzwerklatenz liegt. Umfassende Transparenz und Analysen helfen Ihnen, schneller Antworten zu finden. Daher sollten Sie sich mit BIG-IQ Centralized Management vertraut machen. Damit können Sie die Leistung und den Zustand Ihrer BIG-IP-Umgebung sowie der unterstützten Anwendungen unabhängig von deren Bereitstellungsort bewerten und verwalten. Über eine einzige einheitliche, von überall aus zugängliche Benutzeroberfläche können Benutzer Probleme beheben, Sicherheitsvorfälle untersuchen sowie Richtlinien und Berechtigungen für den Remotezugriff steuern. Angesichts des exponentiellen Anstiegs der Zahl neuer Remote-Mitarbeiter sparen Sie durch eine bessere Transparenz der Anwendungssicherheit Zeit bei der Beurteilung, wie gut Ihre Schutzmaßnahmen greifen.

Starten Sie bei Bedarf Ihre kostenlose Testversion und machen Sie sich mit dem kostenlosen Erste Schritte Onlinekurs vertraut.

6. Stellen Sie sicher, dass die Geschwindigkeit Ihres Internetanbieters Ihren Anforderungen entspricht

Das mag selbstverständlich erscheinen, aber stellen Sie sicher, dass die Geschwindigkeiten Ihres Internetanbieters Ihren Anforderungen entsprechen. Denken Sie daran: Wenn Sie Fernzugriff oder Ihre Webserver vor Ort hosten und Ihre primäre Internetverbindung sowohl für den Internetzugang als auch für das Hosting nutzen, können die Geschwindigkeiten Ihres Internetanschlusses asymmetrisch sein. Möglicherweise benötigen Sie nun eine höhere Downloadgeschwindigkeit.

Darüber hinaus sollten Sie prüfen, ob Ihre Upstream- und Downstream-Bandbreite ausreicht, um eine größere Anzahl gleichzeitiger VPN-Nutzer zu bewältigen. Häufig schreiben die Sicherheitsrichtlinien eines Unternehmens vor, dass der gesamte Datenverkehr von Remote-Nutzern, die mit dem Unternehmens-VPN verbunden sind, einschließlich des Internetverkehrs (etwa Videostreaming über Zoom oder Netflix), über die IT-Ressourcen des Unternehmens geleitet wird, damit die Richtlinien durchgesetzt werden können. Wenden Sie sich daher auch hier an Ihren Internetanbieter oder erwägen Sie, Ihre VPN-Sicherheitsrichtlinie kurzfristig anzupassen.

Es versteht sich von selbst, dass dies herausfordernde Zeiten sind. Wir hoffen, dass diese Empfehlungen Ihnen dabei helfen, die Anforderungen Ihrer Benutzer und Kunden zu erfüllen. Bitte wenden Sie sich an F5 oder nutzen Sie DevCentral für zusätzliche Unterstützung durch die Community.

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Schlagwörter: 2020

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