Im Jahr 2025 sind vernetzte Ökosysteme aus Banken, FinTechs, Zahlungsdienstleistern und Drittanbietern zum Branchenstandard geworden und gestalten die globale Finanzdienstleistungslandschaft grundlegend neu. Angetrieben durch APIs sowie durch die Nachfrage der Kontoinhaber nach nahtlosen, personalisierten Finanzdienstleistungen und die zunehmende Verbreitung von KI-Anwendungsfällen – etwa im Zusammenhang mit dem Datenaustausch – wächst die Open-Finance-Bewegung weiter.
Leider nehmen die Sicherheitsrisiken exponentiell zu, je stärker Finanzsysteme miteinander vernetzt sind. Genau die Merkmale, die Open-Finance-Ökosysteme attraktiv machen – gemeinsam genutzte Daten, die Zusammenarbeit mit Drittanbietern und eine verbesserte Zugänglichkeit –, machen sie zugleich anfällig.
“Genau die Merkmale, die Open-Finance-Ökosysteme attraktiv machen – gemeinsam genutzte Daten, die Zusammenarbeit mit Drittanbietern und eine bessere Zugänglichkeit –, machen sie zugleich anfällig.”
Um 2025 erfolgreich zu sein, müssen Finanzinstitute proaktive und lückenlose Sicherheitsstrategien verfolgen, die den besonderen Herausforderungen von Open Finance Rechnung tragen. Werfen wir einen Blick auf die wichtigsten Risiken und konkreten Maßnahmen, die erforderlich sind, um offene Finanzökosysteme zukunftssicher zu machen.
Kritische Sicherheitsrisiken im Open Finance im Jahr 2025
Mit der zunehmenden Reife der Ökosysteme für Finanzdienstleistungen dürften bestimmte Sicherheitsherausforderungen unter den potenziellen Schwachstellen besonders hervorstechen. Im Folgenden werden drei der dringendsten Risiken im Bereich Open Finance vorgestellt, mit denen sich Institute im Jahr 2025 auseinandersetzen müssen.
1. API-Schwachstellen
APIs bilden das Herzstück von Open Finance. Sie ermöglichen den Austausch von Finanzdaten zwischen Banken, FinTechs und Drittanbieter-Apps und erleichtern Verbrauchern so den Zugang zu innovativen Dienstleistungen. Da sie jedoch als „Eingangstor“ zu sensiblen Systemen dienen, sind APIs auch bevorzugte Ziele für Angreifer.
Wesentliche Bedrohungen:
- Unzureichend geschützte APIs können es Angreifern ermöglichen, sensible Daten abzufangen oder zu stehlen.
- Die Ausnutzung von Schwachstellen wie Injection-Angriffen, fehlerhafter Autorisierung auf Objektebene (BOLA) oder unsachgemäßer Authentifizierung kann Unbefugten Zugriff auf Kundenkonten oder Finanzsysteme verschaffen.
2. Risiken durch Drittanbieter
In einem kürzlich auf der Website von JPMorganChase veröffentlichten Tech-Blogbeitrag mit dem Titel „Ein offener Brief an Drittanbieter“ erklärte der CISO des Unternehmens: „Wir befinden uns an einem kritischen Wendepunkt. Anbieter müssen der Sicherheit dringend wieder höhere Priorität einräumen und sie mindestens genauso hoch gewichten wie die Einführung neuer Produkte.“ Von diesen Netzwerken aus Drittanbietern (Third-Party Providers, TPPs), auf die sich der CISO bezieht, ist Open Finance abhängig. Die Zusammenarbeit und Partnerschaften zwischen TPPs und Finanzinstituten fördern zwar Innovationen, schaffen aber auch zusätzliche Einfallstore für Angreifer. Eine Sicherheitslücke im System eines einzigen Partners – und sei er noch so klein – könnte das gesamte Ökosystem gefährden.
Viele Finanzinstitute veröffentlichen inzwischen Warnhinweise auf ihren Websites, in denen sie Verbraucher aufgrund möglicher damit verbundener Risiken zu einem vorsichtigen Umgang mit Drittanbietern (TPPs), etwa Aggregatoren, auffordern. Diese Hinweise erinnern Verbraucher daran, dass die Weitergabe ihrer Zugangsdaten gegen die Bedingungen ihrer Vereinbarungen verstößt und Finanzinstitute nicht für Schäden haften, die aus der Weitergabe von Zugangsdaten entstehen.
Wesentliche Bedrohungen:
- Anbieter, die nicht ausreichend überprüft wurden oder Compliance-Standards nicht erfüllen, könnten Schwachstellen verursachen, durch die Nutzer innerhalb des Systems ausgenutzt werden können.
- Übermäßig weitreichende Zugriffsrechte für Drittentwickler können sensible Finanzdaten oder Funktionen offenlegen.
3. Probleme im Zusammenhang mit dem Schutz personenbezogener Daten
Der Austausch sensibler Verbraucherdaten – etwa des Verlaufs von Finanztransaktionen und von Kontoständen – über mehrere Plattformen hinweg ist eine grundlegende Voraussetzung für Open Finance. Dieser Datenaustausch bildet zwar die Grundlage für neue Dienstleistungen, erhöht jedoch zugleich das Risiko von Datenschutzverletzungen und Missbrauch. Darüber hinaus erwarten Verbraucher einen besseren Datenschutz sowie die Einhaltung von Vorschriften wie der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) der Europäischen Union, der zweiten Zahlungsdiensterichtlinie (PSD2) und strenger API-Standards für Open Finance wie Financial Data Exchange (FDX).
Wesentliche Bedrohungen:
- Datenschutzverletzungen infolge unzureichender Verschlüsselung oder unsachgemäßer Weitergabepraktiken.
- Rechtliche Schäden und Reputationsschäden aufgrund eines unzureichenden Schutzes der Privatsphäre von Verbrauchern.
Wichtige Leitlinien zum Schutz von Open Finance im Jahr 2025
Finanzinstitute müssen der Sicherheit höchste Priorität einräumen, um diese Risiken wirksam zu bewältigen und eine solide Grundlage für Open Finance zu schaffen. Im Folgenden finden Sie zwei zentrale Empfehlungen, deren Umsetzung Finanzunternehmen zudem dabei hilft, personenbezogene Daten durch stärkere Verschlüsselung, strengere Authentifizierung und eine granularere Zugriffskontrolle zu schützen.
1. API-Sicherheit verbessern, um sich wandelnden Bedrohungen entgegenzuwirken
Da APIs eine zentrale Rolle im Open Finance spielen, sollte ihr Schutz höchste Priorität haben. Die Absicherung von APIs gewährleistet die Integrität der Verbindungen zwischen Finanzdienstleistungsinstituten, Drittanbietern und Endnutzern.
Konkrete Maßnahmen zur Stärkung der API-Sicherheit umfassen:
- Strenge Authentifizierungsrichtlinien: Verwenden Sie Branchenstandards für offene Authentifizierung wie OAuth2.0, gegenseitiges TLS oder andere sichere Protokolle, um API-Benutzer zu authentifizieren und unbefugten Zugriff zu verhindern.
- Echtzeitüberwachung: Nutzen Sie Lösungen, um ungewöhnliche API-Aktivitäten oder potenziellen Missbrauch zu erkennen, bevor sie sich verschärfen. Ziehen Sie Lösungen mit code- und datenverkehrsbasierter Erkennung und Überprüfung sowie einer Bewertung der externen Angriffsfläche (Domain-Scanning) in Betracht.
- Governance optimieren: Setzen Sie Lösungen ein, die Sie bei der Verwaltung des API-Bestands unterstützen, beispielsweise indem neu entdeckte APIs einfach zum Bestand hinzugefügt werden können. Integrieren Sie außerdem Analysen zur API-Compliance und verfolgen Sie Änderungen des Compliance-Status mithilfe automatischer Warnmeldungen besser.
- Verschlüsselungsstandards: Der gesamte API-Datenverkehr sollte mit Protokollen wie TLS 1.3 verschlüsselt werden, um die Sicherheit der Daten während der Übertragung zu gewährleisten.
- Regelmäßige Tests: Führen Sie routinemäßig Penetrationstests durch, um Schwachstellen in Ihrer API-Architektur zu identifizieren und zu beheben. Ziehen Sie Lösungen in Betracht, die API-Tests vor der Laufzeit ermöglichen.
Erkenntnis: APIs können Innovationen im Open-Finance-Bereich ermöglichen, bieten jedoch zugleich die größte Angriffsfläche. Behandeln Sie APIs wie jedes andere kritische digitale Produkt: Überwachen, schützen und optimieren Sie sie kontinuierlich. Ziehen Sie Lösungen in Betracht, die einen umfassenden Laufzeitschutz bieten, etwa WAF, API-Schutzregeln, Ratenbegrenzung und Mechanismen zum Schutz von Daten.
2. Bewerten Sie Beziehungen zu Drittanbietern und überwachen Sie diese fortlaufend
Da Open Finance auf der Einbindung Dritter basiert, müssen Finanzinstitute mit den Anbietern und Entwicklern zusammenarbeiten, die auf ihre Systeme und Daten zugreifen. Die Sicherheit dieser Partnerschaften zu gewährleisten, ist entscheidend für die Reduzierung des Gesamtrisikos.
Konkrete Maßnahmen zur Absicherung von Drittanbieterbeziehungen umfassen:
- Sorgfältige Prüfung: Führen Sie vor der Aufnahme von FinTech-Partnern oder Drittanbietern eine umfassende Due-Diligence-Prüfung durch. Bewerten Sie deren Sicherheitsprotokolle, bisherige Compliance und technische Zertifizierungen.
- Echtzeitüberwachung: Setzen Sie Tools ein, die Aktivitäten von Drittanbietern innerhalb Ihres API-Ökosystems überwachen und unbefugte Aktionen oder ungewöhnliches Verhalten melden.
- Granulare Zugriffskontrollen: Beschränken Sie den Datenzugriff und die Zugriffsrechte von Drittanbietern auf das für ihre Funktion erforderliche Mindestmaß, um das Risiko durch übermäßige Berechtigungen zu reduzieren.
- Vertragliche Sicherheitsklauseln: Stärken Sie Partnerschaften durch klare vertragliche Vereinbarungen, die regelmäßige Audits, die Übernahme von Verantwortung bei Sicherheitsverletzungen und die Einhaltung Ihrer Sicherheitsstandards vorschreiben.
Erkenntnis: Ihr Open-Finance-Ökosystem ist nur so sicher wie sein schwächstes Glied – und das ist in vielen Fällen ein Drittanbieter. Wenden Sie bei allen Anbieterbeziehungen das Prinzip „Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser“ an.
Aufbau langfristig widerstandsfähiger Open-Finance-Ökosysteme
Da Open Finance im Jahr 2025 zu einer tragenden Säule der Finanzdienstleistungsbranche geworden ist, sind Investitionen in robustere Lösungen für die API-Sicherheit unverzichtbar. Finanzinstitute, die heute umfassenden API-Schutz und ein konsequentes Risikomanagement für Drittanbieter priorisieren, schaffen die Voraussetzungen für ihren Erfolg in einem zunehmend vernetzten und innovativen, zugleich aber risikobehafteten Ökosystem. Mit einem soliden Fundament aus Vertrauen, Compliance und Sicherheit können Banken und Finanzunternehmen das volle Potenzial von Open Finance ausschöpfen und ihren Kunden nahtlosere und sicherere Erlebnisse bieten.
Erfahren Sie mehr darüber, wie Sie Ihr Open-Finance-Ökosystem besser absichern können, und entdecken Sie, wie F5-Produkte Ihr Unternehmen dabei unterstützen, eine Anwendungssicherheitsstrategie für einen umfassenden 360°-Schutz umzusetzen, der über das bloße Testen auf Software-Schwachstellen hinausgeht.
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