Nach mehreren Jahren – in manchen Fällen sogar Jahrzehnten – ist den meisten Führungskräften im Finanzdienstleistungssektor im Jahr 2022 bewusst, dass die Entwicklung zu einem konsequent kundenorientierten, digital aufgestellten Finanzinstitut, das nicht mehr vom sprichwörtlichen Drei-Tonnen-Anker veralteter Technologien ausgebremst wird, ein äußerst komplexes und kostspieliges Unterfangen ist. Daher dürfte die folgende Aussage für die meisten kaum überraschend sein: Die rasante digitale Transformation und Modernisierung im Finanzdienstleistungssektor setzt sich in großem Umfang fort. Bei der Betrachtung branchenweiter Modernisierungstrends stellen sich jedoch vermutlich zahlreiche Fragen – unter anderem zum bisherigen Fortschritt und zu neuen Entwicklungen, deren Priorisierung andere Unternehmen in Erwägung ziehen.
Die achte jährliche F5-Umfrage zum Stand der Anwendungsstrategie (State of Application Strategy, SOAS) befasst sich mit einigen dieser zentralen Fragen. In diesem Blog stelle ich die fünf wichtigsten Fragen vor, die in der Finanzdienstleistungsausgabe unseres SOAS-Berichts beantwortet werden.
Zusammenfassend zeigen die Ergebnisse unserer jüngsten Umfrage, an der Hunderte von Führungskräften und Fachleuten führender Finanzdienstleistungsunternehmen aus aller Welt teilgenommen haben, welche Modernisierungstrends sie derzeit und in naher Zukunft beschäftigen.
Wichtige Fragen zur digitalen Transformation im Finanzdienstleistungssektor
1. Hat sich die Modernisierung von Anwendungen im Finanzdienstleistungssektor beschleunigt?
Da die Pandemie immer mehr Menschen zur Nutzung digitaler Kanäle bewegt hat, scheint die Antwort auf diese Frage auf der Hand zu liegen. Noch interessanter ist jedoch, dass sich nahezu die gesamte Branche an der Anwendungsmodernisierung beteiligt. Unser Bericht von 2022 zeigt, dass 99 % der Finanzdienstleistungsunternehmen ihre Anwendungen modernisieren – ein deutlicher Anstieg gegenüber den 83 % in unserem Bericht von 2021.
2. Sind komplexe Multi-Cloud-Strategien im Finanzdienstleistungssektor weit verbreitet?
Die Cloud spielt in der Branche weiterhin eine wichtige Rolle. Dies ist ein positives Zeichen dafür, dass sich die Branche zunehmend von ihrer starken Abhängigkeit von veralteten monolithischen Technologien löst. Umfrageergebnisse zeigen, dass mittlerweile 71 % der Finanzdienstleistungsunternehmen Multi-Cloud-Strategien verfolgen. Bemerkenswert ist zudem, wie die Branche Edge-Technologien nutzen wird: 87 % der Entscheidungsträger im Finanzdienstleistungssektor planen deren Einsatz. Die hohe Nachfrage nach einem überzeugenden digitalen Kundenerlebnis scheint Finanzdienstleistungsunternehmen dazu zu bewegen, eine Verlagerung an den Edge in Betracht zu ziehen.
3. Sind Finanzdienstleistungsunternehmen mit ihren aktuellen Analysen zufrieden oder fehlen ihnen wichtige Erkenntnisse?
Die Datenrevolution, die der Geschäftswelt mit einem fortschrittlicheren Einsatz von KI/ML neue Möglichkeiten eröffnet, scheint die Fantasie der Branche beflügelt zu haben: 98 % der Befragten geben an, dass ihnen wichtige Erkenntnisse fehlen, und mehr als neun von zehn Finanzdienstleistungsunternehmen rechnen mit dem Einsatz KI-gestützter Lösungen. Diese Nachfrage lässt sich auf viele Geschäftsbereiche zurückführen. Ein besonders anschauliches Beispiel ist jedoch das Bestreben, den Kundenwünschen nach stärkerer Personalisierung besser gerecht zu werden. Dafür sind fundiertere Erkenntnisse und ausgefeiltere Analysen erforderlich, als sie derzeit verfügbar sind.
4. Hat eine beträchtliche Anzahl von Finanzdienstleistungsinstituten Anwendungen aus der Public Cloud zurückgeführt?
Es hat sich gezeigt, dass die versprochenen Effizienzvorteile der Cloud bei der Umsetzung ein differenzierteres Vorgehen erfordern als bisher angenommen. Die Rückführung von Anwendungen übertraf die bisherigen Erwartungen um 168 %, und laut unserem Bericht haben fast drei Viertel der Finanzdienstleistungsunternehmen Anwendungen aus der Public Cloud zurückgeführt. Dieser Schritt, Anwendungen wieder in die eigene Infrastruktur zu verlagern, dürfte vor allem durch Anforderungen an Kosten, Kontrolle und Flexibilität bedingt sein.
5. Würden Führungskräfte und Fachleute im Finanzdienstleistungssektor für eine noch so kleine Leistungssteigerung Abstriche bei der Sicherheit machen?
Sicherheit und Kundenerlebnis in Einklang zu bringen, gehört heute zu den schwierigsten Aufgaben für Finanzinstitute. Der Druck, zu verhindern, dass Kunden durch Sicherheitslösungen mit hohen Hürden bei ihrem digitalen Erlebnis verärgert werden, scheint zunehmend die Oberhand zu gewinnen: Fast drei Viertel der Befragten gaben an, Sicherheitsfunktionen zugunsten einer besseren Performance einzutauschen. Tatsächlich erklärte ein volles Drittel der Entscheidungsträger in der Branche, Sicherheitsmaßnahmen selbst für eine geringfügige Performanceverbesserung von weniger als 25 % aufzugeben!
Da sich die Erwartungen der Verbraucher zunehmend auf sichere mobile und Online-Interaktionen richten, mussten sich Finanzdienstleister – von Banken und Zahlungsabwicklern bis hin zu Versicherern und Wertpapierdienstleistern – entsprechend anpassen.
Laden Sie jetzt unseren vollständigen Bericht herunter, um weitere aufschlussreiche Umfrageergebnisse zu erhalten und von einer fundierteren und detaillierteren Analyse wichtiger Trends der digitalen Transformation in der Finanzdienstleistungsbranche zu profitieren.
Bericht zum Stand der Anwendungsstrategie 2022: Ausgabe für Finanzdienstleistungen
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