7 Überlegungen zur Entwicklung einer Strategie für die Anwendungsbereitstellung

F5-Ökosystem | 20. März 2023

Als ich in der Studienberatung tätig war, half ich Studierenden dabei, ihre Stundenpläne Quartal für Quartal zusammenzustellen. Mein Ziel war es, sie bis zum Studienabschluss zu begleiten, bevor ihre finanzielle Förderung auslief. Mehr als einmal hörte ich die Frage: „Wo soll ich überhaupt anfangen?“ Selbst nachdem wir besprochen hatten, für welche Fachrichtungen sie sich interessierten, merkte ich, dass ihre Scheu, einfach loszulegen, nicht wirklich verschwunden war. Also sagte ich zu ihnen: „Ihr wisst doch, wie man einen Elefanten isst, oder? Einen Bissen nach dem anderen“, und gab damit sinngemäß den berühmten Ausspruch von Bischof Desmond Tutu wieder.

Warum ist das wichtig? Weil es sich mit der Entwicklung einer Strategie für die Anwendungsbereitstellung ähnlich verhält. Vielleicht gibt es (hoffentlich) eine grobe Vorstellung davon, wo man anfangen soll, und vermutlich hat man auch ein Ziel vor Augen. Doch die Schritte, die zu diesem Ziel führen, sind zahlreich, verändern sich ständig und sind kostspielig. Das ist ein ziemlich großer Brocken (um im Bild zu bleiben). Vor diesem Hintergrund finden Sie hier sieben Tipps, die Sie bei der Entwicklung einer Load-Balancing-Strategie berücksichtigen sollten. Sie erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit, sondern sind vielmehr als grundlegender Rahmen zur Unterstützung der Entscheidungsfindung gedacht.

Nummer eins: Sicherheit. Das dürfte nicht überraschen. Überraschend ist jedoch, dass 76 % der IT-Führungskräfte Sicherheitsmaßnahmen deaktivieren würden, um die Anwendungsleistung zu verbessern. Glücklicherweise gibt es eine Möglichkeit, auf allen Ebenen der Anwendungsbereitstellung ein robustes Sicherheitsniveau aufrechtzuerhalten, ohne die Benutzerfreundlichkeit zu beeinträchtigen: Setzen Sie von Anfang an auf eine Lösung, bei der Sicherheit fest im Fundament verankert ist. Schließlich sind Anwendungen nur so sicher wie die Infrastruktur, auf der sie ausgeführt werden. Und wer bei seiner Load-Balancing-Strategie von Anfang an auf Sicherheit setzt, muss später weder der eigenen Entwicklung noch Angreifern hinterherlaufen.

Nummer zwei: Skalierbarkeit. Eine leistungsstarke App ist großartig, doch wenn sie bei hohem Datenverkehr abstürzt, ist sie schnell nicht mehr verfügbar. Wenn Sie planen, die Zahl der App-Nutzer zu erhöhen, wird sich ein Load Balancer, der mit Ihrem App-Portfolio skalieren kann, ohne Ihr Budget zu sprengen, schnell als unschätzbar wertvoll erweisen. Genau deshalb können Cloud-native Load Balancer ihre Tücken haben: Ihre integrierte Bereitstellung bietet zwar einige Vorteile, doch es kann durchaus passieren, dass Sie eine unerwartet hohe Rechnung von einem Anbieter erhalten, weil bei einer Anwendung das Datenverkehrsaufkommen einmal, zweimal oder dreimal sprunghaft angestiegen ist. Vermeiden Sie Unwägbarkeiten: Entscheiden Sie sich für eine Lösung, die die aktuellen Anforderungen Ihres Netzwerks an den App-Datenverkehr erfüllt und sich künftig zur Unterstützung des App-Wachstums skalieren lässt – ob in der Cloud, On-Premises oder in einer hybriden Umgebung.

Nummer drei: Performance. Millisekunden machen einen Unterschied: Umfragen zufolge wechseln Benutzer (und damit auch ihr Geschäft) wahrscheinlich zur Konkurrenz, wenn eine Anwendung nicht innerhalb von zwei Sekunden nach dem Öffnen geladen wird. Es gibt zwar Dutzende Möglichkeiten, die Performance eines Load Balancers zu steigern, doch eine Möglichkeit, mit den Anforderungen des Datenverkehrs Schritt zu halten, ist der Einsatz eines Application Delivery Controllers (ADC), der SSL-Offloading unterstützt. Stellen Sie Ihren Anwendungen einen ADC voran, der die SSL-Entschlüsselung übernimmt, und verlagern Sie die kryptografische Verarbeitung auf eine dedizierte Lösung und weg von den Webservern. Was bedeutet das für ein Netzwerk? Die Backend-Server können sich auf das konzentrieren, was sie am besten können: Anwendungsdaten bereitstellen und Geschäftspotenziale erschließen.

Nummer vier: Unterstützbarkeit. Eine kurze Markteinführungszeit und eine effiziente Bereitstellung sind entscheidend, wenn ein Unternehmen auf seine Anwendungen angewiesen ist. NetOps, SecOps und DevOps können die Geschäftsbereiche besser unterstützen, wenn ihnen die erforderlichen Tools zur Verfügung stehen, um ein Anwendungsportfolio bereitzustellen, zu verwalten und zu analysieren und zugleich die Anwendungsbereitstellung an die geschäftlichen Anforderungen anzupassen. Für viele Unternehmen bedeutet dies, Tools zur Automatisierung des Anwendungssupports einzusetzen und den Arbeitsaufwand für die effiziente Bereitstellung, Konfiguration und Verwaltung von Supportdiensten für Anwendungen auf die Geräte zu verlagern, die den Anwendungs- und Netzwerkverkehr tatsächlich verwalten. Anwendungen zu unterstützen bedeutet jedoch auch, zu wissen, was sie tun, wie leistungsfähig sie sind und welcher Art von Datenverkehr sie ausgesetzt sind. Daher ist es unerlässlich, eine Load-Balancing-Lösung zu wählen, die Analysen zu URL, Durchsatz und Serverlatenz auf verschiedenen Serviceebenen bereitstellt. Eine solche Funktionalität reduziert den Zeit- und Arbeitsaufwand, den ein Team für die manuelle Erfassung dieser Daten aufbringen müsste.

Nummer fünf: Flexibilität. So wie ein Unternehmen flexibel sein muss, um sich an die Anforderungen des Marktes anzupassen, muss auch seine Load-Balancing-Lösung flexibel sein, um mit den Anforderungen an seine Anwendungen Schritt zu halten. Das bedeutet, Teams die erforderlichen Tools an die Hand zu geben, um sämtliche Aspekte des ein- und ausgehenden Datenverkehrs im Anwendungsportfolio des Unternehmens zu analysieren, zu steuern und zu erkennen. Die Möglichkeit, einen Blick „unter die Haube“ zu werfen, eröffnet unzählige Anpassungsmöglichkeiten: Regeln zur Abwehr von Sicherheitsbedrohungen implementieren, neue Protokolle unterstützen, anwendungsbezogene Fehler in Echtzeit beheben und – was am wichtigsten ist – über die erforderlichen Tools verfügen, um die Verfügbarkeit und Leistungsfähigkeit Ihrer Anwendungen sicherzustellen.

Nummer sechs: Architektonische Anpassungsfähigkeit. Das ist zwar ein sperriger Begriff, aber ein wichtiger. Entscheiden Sie sich für ein Produkt, das Ihnen Multi-Cloud-Freiheit bietet, und Sie erhalten eine Lösung, die umgebungsübergreifend funktioniert und Abläufe, Verwaltung und Tools vereinfacht. Die Vorteile einer solchen Lösung liegen auf der Hand: eine kürzere Markteinführungszeit für Anwendungen, effizientere Schulungen für die Teams, die diese Services verwalten, sowie eine schnellere und einheitlichere Bereitstellung von Fehlerbehebungen und Updates für Anwendungsportfolios, die über mehrere Clouds verteilt sind. Wenn Sie diese Vielseitigkeit noch weiter ausbauen möchten, wählen Sie eine plattformunabhängige Lösung, die überall eingesetzt werden kann: als Software in einem Rechenzentrum, als Hardware vor Ort, in einer Cloud oder in einer Hybridumgebung.

Nummer sieben: Anwendungsanforderungen. Manche Anwendungen haben möglicherweise spezielle Anforderungen, die andere nicht haben. Für sie können eigene Load-Balancing-Algorithmen erforderlich sein oder sie benötigen die Unterstützung von Protokollen wie SNMP oder SMTP. Eine universelle Load-Balancing-Lösung gibt es nur selten. Es gibt jedoch äußerst flexible, anpassungsfähige Lösungen, die Ihren Benutzern Anwendungen bedarfsgerecht bereitstellen und sich letztlich als die schwer zu findende Antwort erweisen, die „so gut wie alle unsere Anforderungen erfüllt“.

Letztlich bestimmen die individuellen Anforderungen eines Unternehmens, welche Load-Balancing-Lösung für dieses am besten geeignet ist. Nutzen Sie diese Tipps als Orientierung für die Gespräche und die Entscheidungsfindung. Erfahren Sie mehr über intelligentes Load Balancing oder wenden Sie sich an einen Ansprechpartner von F5, um weitere Informationen zu erhalten.

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