
Seit Jahren wird die Programmierbarkeit der Steuerungsebene von APIs dominiert. Bei F5 bedeutete das iControl. Zunächst als SOAP-Schnittstelle und später als REST-Schnittstelle bot iControl NetOps genau das, was der Name verspricht: Kontrolle über jeden Aspekt einer BIG-IP-Konfiguration.
Diese Methode wird auch weiterhin Bestand haben. APIs bieten die granulare Kontrolle, die viele Unternehmen für die Verwaltung ihrer Anwendungsdienstbereitstellungen benötigen. Darüber hinaus sind sie für die Integration mit Partnern und neuen Umgebungen von entscheidender Bedeutung.
Das bedeutet nicht, dass APIs der „einzig wahre Weg“ sind, um den Betrieb eines BIG-IP zu automatisieren. Im Zuge der Bestrebungen, Anwendungen und Anwendungsdienste kontinuierlicher bereitzustellen, hat sich vielmehr eine alternative Methode herausgebildet. Diese Methode ist deklarativ: Der Betreiber beschreibt den gewünschten Endzustand der Konfiguration, während die Verantwortung für die Umsetzung auf das Zielsystem übertragen wird.
Es gibt viele Gründe für einen deklarativen Konfigurationsansatz, nicht zuletzt seine Kompatibilität mit DevOps-Ansätzen wie Infrastructure as Code und Continuous Deployment. Genau das ist das Ziel von F5 AS3: eine deklarative Schnittstelle bereitzustellen, die die Abhängigkeit von APIs verringert und die Umsetzung einer vollständig automatisierten Continuous-Deployment-Pipeline erleichtert. Treffender ist die Bezeichnung „Configuration as Code“, da wir die Infrastruktur nicht tatsächlich aus Code erstellen, wie der Begriff vermuten lässt.

AS3 ist ein deklaratives Format, das JSON-Schlüssel-Wert-Paare verwendet, um eine BIG-IP-Konfiguration zu beschreiben. Von der virtuellen IP-Adresse über den virtuellen Server bis hin zu den erforderlichen Mitgliedern, Pools und Knoten bietet AS3 ein einfaches, gut lesbares Format zur Beschreibung einer Konfiguration. Sobald die Konfiguration erstellt ist, muss sie nur noch an BIG-IP übermittelt werden, wo die AS3-Erweiterung sie problemlos entgegennimmt und die erforderlichen Befehle ausführt, um daraus eine vollständig funktionsfähige, bereitgestellte BIG-IP-Konfiguration zu erstellen.
Beispiel für die Übertragung einer VIP- und Pool-Beschreibung aus bigip.conf in eine AS3-Deklaration:
bigip.conf | AS3-Deklaration |
ltm virtual /Common/serviceMain { destination /Common/10.0.1.10:80 ip-protocol tcp mask 255.255.255.255 pool /Common/web_pool source 0.0.0.0/0 translate-address enabled translate-port enabled}ltm pool /Common/web_pool {members { /Common/192.0.1.10:80 { address 192.0.1.10 } /Common/192.0.1.11:80 { address 192.0.1.11 } } monitor /Common/http} | "serviceMain": { "class": "Service_HTTP", "virtualAddresses": [ "10.0.1.10" ], "pool": "web_pool" }"web_pool": { "class": "Pool", "monitors": [ "http" ], "members": [ { "servicePort": 80, "serverAddresses": [ "192.0.1.10", "192.0.1.11" ] } ] } |
Die Möglichkeit, eine BIG-IP-Konfiguration auf diese Weise zu beschreiben, ermöglicht es dem Betriebsteam, bei der Bereitstellung von Anwendungsdiensten einen Configuration-as-Code-Ansatz zu verfolgen. Mithilfe eines Repositorys können wir AS3-Konfigurationen automatisch zur Bereitstellung abrufen. Neben der Automatisierung bieten Repositorys eine modernere und integrationsfreundlichere Möglichkeit, Konfigurationen zu versionieren und zu verwalten. Zudem ermöglichen sie bei Problemen mit der Konfiguration eine schnelle Wiederherstellung des vorherigen Zustands.
Mithilfe der Webhooks von GitHub können wir beispielsweise bei einem Commit automatisch eine Bereitstellung starten, sobald eine neue oder aktualisierte AS3-Konfiguration eingecheckt wird. Dazu benötigen wir einen Webhook-Server, der auf eine Benachrichtigung wartet, dass eine neue Dienstdefinition (AS3) eingecheckt wurde. Diese Benachrichtigungen erfolgen in Form eines sogenannten Hooks, also eines JSON-Objekts mit Informationen zum Ereignis. Nach dem Empfang analysiert der Webhook-Server den Hook, ruft die referenzierte AS3-Konfiguration von GitHub ab und startet den Konfigurationsprozess.

Sie können die neueste Version von AS3 auf GitHub herunterladen. Eine Dokumentation zur Bereitstellung der AS3-Erweiterung sowie Beispiele für AS3-Konfigurationen finden Sie hier.
Der Webhook-Prototyp wurde entwickelt von Nathan Pearce, Developer Advocate im Office of the CTO. Weitere Prototypen und Beispiele für die Integration von BIG-IP in CI/CD- und Telemetrie-Pipelines finden Sie auf den GitHub-Seiten von Nathan und F5 Networks.
Über den Autor

Lori MacVittie ist Distinguished Engineer und Chief Evangelist im Office of the CTO von F5 und verfügt über umfassende Expertise in den Bereichen Anwendungsbereitstellung, Automatisierungsstrategie und Infrastruktur. Sie ist dafür bekannt, Komplexität verständlich zu machen – ob sie Leitplanken für KI-Agenten definiert, fragile Multicloud-Architekturen analysiert oder die Grenzen skalierbarer Systeme auslotet. Sie verfügt über mehr als dreißig Jahre Branchenerfahrung in der Anwendungsentwicklung, IT-Architektur sowie im Netzwerk- und Systembetrieb. Bevor sie zu F5 kam, war sie als mehrfach ausgezeichnete Technologie-Redakteurin tätig. MacVittie hat einen Masterabschluss in Informatik und ist eine produktive Autorin, deren Veröffentlichungen die Bereiche Sicherheit, Cloud und Unternehmensarchitektur abdecken. Außerdem spielt sie leidenschaftlich gern Brett- und Videospiele und vertritt mit voller Überzeugung klare Ansichten zum Thema Käse.
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