Public-Cloud-Stacks in AWS setzen auf neue Technologien

F5-Ökosystem | 01. Dezember 2016
Neuer App-Stack von Sumo Logic

In vielen Blogs und Artikeln wird darüber spekuliert, welche Arten von Anwendungen direkt in der Public Cloud bereitgestellt oder dorthin migriert werden. Mobile Apps werden häufig als eine der Kategorien bezeichnet, die „in der Cloud geboren“ wurden. Da jedoch meist nicht näher darauf eingegangen wird, ob es sich dabei um mobile Unternehmensanwendungen oder Apps für Endverbraucher handelt, lässt sich keine eindeutige Aussage treffen.

Daher ist jeder Bericht interessant, der einzelne Aspekte von Anwendungen in der Public Cloud genauer beleuchtet – insbesondere, wenn er auf realen Daten basiert. Sumo Logic hat kürzlich genau das getan und einen Bericht veröffentlicht, der wertvolle Einblicke in Anwendungen bietet, die in der AWS Public Cloud ausgeführt werden. Er wurde anhand von Daten aus Anwendungen und Infrastrukturen erstellt, die von Sumo Logic verwaltet werden – selbstverständlich sorgfältig anonymisiert. Sumo Logic zählt über 1.000 Kunden, die Anwendungen in der AWS Cloud betreiben. Die Ergebnisse des Berichts umfassen einige sehr interessante Datenpunkte zu den dort eingesetzten Anwendungs-Stacks.

So gibt es beispielsweise verschiedene Datenpunkte zur Verbreitung von Containern. Die meisten stammen aus Umfragen, die innerhalb einer geschlossenen Community rund um Container-Technologien durchgeführt wurden, wodurch die Verbreitungsraten tendenziell deutlich zu hoch ausfallen. Ich habe Angaben von bis zu 62 % gesehen. Umgekehrt könnten Umfragen in unternehmensübergreifenden Communitys unbeabsichtigt genau jene Personen innerhalb eines Unternehmens übersehen, die Container einsetzen, sodass die Ergebnisse auf kaum messbare Werte verzerrt werden. Daher ist die Erkenntnis von Sumo Logic, dass Docker in Produktivumgebungen (auf AWS) zu etwa 15 % genutzt wird, ebenso bedeutsam wie die ähnlich hohe Verbreitung von Lambda (zur Unterstützung serverloser Architekturen).

Interessant war auch die Erkenntnis, dass „mehr Kunden NoSQL-Datenbanken als herkömmliche (relationale) Datenbanken verwenden“. Auffällig war, dass die etablierten Anbieter relationaler Datenbanken für Unternehmen ganz unten auf der Liste standen. Das ist nicht weiter überraschend. Die meisten Unternehmen dürften kaum bereit sein, ihre extrem großen (und damit meinen wir wirklich großen) relationalen Datenbanken in eine Cloud-Umgebung zu migrieren. Es ist nicht nur schwierig, Daten aus zehn, zwanzig oder mehr Jahren in die Cloud zu übertragen; hinzu kommen die Cthulhu-artigen Tentakel von Dutzenden oder Hunderten bestehender (an das Rechenzentrum gebundener) Anwendungen, die auf diese Datenbank angewiesen sind. Wer jedoch ganz von vorn anfängt, für den kann es sinnvoll sein, eine neuere, Cloud-freundlichere Technologie wie NoSQL einzusetzen, die für ihre Geschwindigkeit und ihre Unterstützung in modernen Anwendungsframeworks bekannt ist, oder sich für eine Open-Source-Lösung zu entscheiden. Dennoch waren zwei der vier meistgenutzten Datenbanken NoSQL-Datenbanken (Redis führt die Rangliste mit 18 % an, Mongo folgt mit 16 % knapp dahinter), während die beiden anderen herkömmliche relationale Datenbanken sind: MySQL liegt mit 17 % souverän auf dem zweiten Platz und PostgreSQL mit 11 % auf dem vierten.

Schließlich stellte Sumo Logic fest, dass „fast zwei Drittel der AWS-Anwendungen den AWS-Auditdienst (CloudTrail) und VPC Flow Logs nutzen“. Das deckt sich mit der anhaltend hohen Priorität, die der Sicherheit in allen Branchen und Märkten eingeräumt wird. Zudem gibt dies Aufschluss darüber, welche „Cloud-Dienste“ möglicherweise in andere Lösungen integriert werden müssen, da immer mehr Cloud-fähige Infrastrukturen und Systeme auf den Markt kommen.

Sie können den Sumo-Logic-Bericht hier selbst herunterladen, und Sumo Logic hat mir mitgeteilt, dass künftig noch detailliertere Analysen folgen werden. Halten Sie also auch danach Ausschau.

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Schlagwörter: Amazon, 2016

Über den Autor

Lori Mac Vittie
Lori Mac VittieDistinguished Engineer und Chief Evangelist | F5

Lori MacVittie ist Distinguished Engineer und Chief Evangelist im Office of the CTO von F5 und verfügt über umfassende Expertise in den Bereichen Anwendungsbereitstellung, Automatisierungsstrategie und Infrastruktur. Sie ist dafür bekannt, Komplexität verständlich zu machen – ob sie Leitplanken für KI-Agenten definiert, fragile Multicloud-Architekturen analysiert oder die Grenzen skalierbarer Systeme auslotet. Sie verfügt über mehr als dreißig Jahre Branchenerfahrung in der Anwendungsentwicklung, IT-Architektur sowie im Netzwerk- und Systembetrieb. Bevor sie zu F5 kam, war sie als mehrfach ausgezeichnete Technologie-Redakteurin tätig. MacVittie hat einen Masterabschluss in Informatik und ist eine produktive Autorin, deren Veröffentlichungen die Bereiche Sicherheit, Cloud und Unternehmensarchitektur abdecken. Außerdem spielt sie leidenschaftlich gern Brett- und Videospiele und vertritt mit voller Überzeugung klare Ansichten zum Thema Käse.

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