Was ist DDoS-Abwehr?

Distributed-Denial-of-Service-Angriffe (DDoS) können die Verfügbarkeit von Anwendungen gefährden. Daher ist eine Lösung zur Abwehr von DDoS-Angriffen unerlässlich.

Distributed-Denial-of-Service-Angriffe (DDoS-Angriffe) sind eine Art von Cyberangriffen, die auf bestimmte Anwendungen oder Websites abzielen, um die Ressourcen des Zielsystems zu erschöpfen und es dadurch für legitime Nutzer unerreichbar oder unzugänglich zu machen. Im Jahr 2023 sind Angriffe auf die Anwendungsschicht um 165 % gestiegen, wobei der Technologiesektor unter allen Branchen am häufigsten angegriffen wurde. Daher ist eine umfassende Lösung zur Abwehr von DDoS-Angriffen unerlässlich, um Verfügbarkeit und Ausfallsicherheit zu gewährleisten.

Schlüsselkonzepte bei DDoS-Angriffen

Bevor wir uns mit Methoden und Lösungen zur Abwehr von DDoS-Angriffen befassen, ist es wichtig, die heutigen DDoS-Bedrohungen genau zu verstehen. Ein Distributed-Denial-of-Service-Angriff (DDoS-Angriff) beeinträchtigt die Infrastruktur, indem er die Zielressource mit Datenverkehr überflutet und sie dadurch bis zur Funktionsunfähigkeit überlastet. Ein DDoS-Angriff kann auch eine speziell präparierte Nachricht senden, die die Anwendungsleistung beeinträchtigt. DDoS-Angriffe können sowohl auf Netzwerkinfrastruktur wie Firewall-Zustandstabellen als auch auf Anwendungsressourcen wie Server und CPUs abzielen.

DDoS-Angriffe können schwerwiegende Folgen haben, indem sie die Verfügbarkeit und Integrität von Online-Diensten beeinträchtigen und erhebliche Störungen verursachen, die finanzielle Verluste und Reputationsschäden nach sich ziehen können. Diese Angriffe können auch als Ablenkungsmanöver dienen, damit sich böswillige Akteure Zugriff auf wichtige Daten verschaffen können.

DDoS-Angriffe sind eine Form von Denial-of-Service-Angriffen (DoS), die darauf abzielen, den normalen Betrieb eines Netzwerks, Servers oder einer Website zu stören, indem sie das Ziel mit Datenverkehr überlasten. Ein DDoS-Angriff hingegen nutzt mehrere Geräte, um das Ziel mit Datenverkehr zu überfluten. Da an einem DDoS-Angriff mehrere Systeme beteiligt sind, die ein einzelnes System angreifen, stellen solche Angriffe eine weitaus größere Bedrohung dar und sind schwieriger abzuwehren. 

Dies sind die häufigsten Arten von DDoS-Angriffen im siebenschichtigen OSI-Modell (Open Systems Interconnection):

  • Volumenbasierte Angriffe zielen darauf ab, ein Netzwerk mit einem so enormen Datenverkehrsvolumen zu überlasten, dass es nicht mehr funktionsfähig ist. Diese Angriffe werden in der Regel mithilfe eines Botnetzes ausgeführt. Dabei handelt es sich um ein Netzwerk kompromittierter Geräte, die von einem einzelnen Angreifer kontrolliert werden.
  • Protokollangriffe zielen auf die Netzwerkschicht des OSI-Modells ab und nutzen Schwachstellen in Netzwerkprotokollen wie TCP/IP, ICMP und UDP aus. Diese Angriffe sollen die Ressourcen von Netzwerkgeräten wie Firewalls, Routern und Load-Balancern überlasten und dadurch Dienstunterbrechungen verursachen. Sie werden auch als „rechenintensive“ Angriffe bezeichnet.
  • Angriffe auf die Anwendungsschicht zielen auf die Anwendungsschicht des OSI-Modells ab und nutzen Schwachstellen in Webanwendungen wie HTTP, HTTPS und DNS aus. Diese Angriffe zielen darauf ab, die Ressourcen von Webservern zu erschöpfen und dadurch Dienstunterbrechungen zu verursachen.

Häufige Angriffsvektoren bei DDoS-Angriffen:

  1. UDP-Flood: Bei diesem Angriff wird der Zielserver mit Paketen des User Datagram Protocol (UDP) überflutet, wodurch der Server abstürzen oder nicht mehr reagieren kann. 
  2. TCP-SYN-Flood: Dieser Angriff nutzt den Drei-Wege-Handshake aus, den das Transmission Control Protocol (TCP) verwendet, um eine Verbindung zwischen zwei Geräten herzustellen. Der Angreifer sendet eine große Anzahl von SYN-Paketen an den Zielserver, wodurch dieser möglicherweise nicht mehr reagiert.
  3. HTTP-Flood: Dieser Angriff zielt auf Webserver ab, indem eine große Anzahl von HTTP-Anfragen an den Zielserver gesendet wird, wodurch dieser möglicherweise nicht mehr reagiert.
  4. DNS-Verstärkung: Bei diesem Angriff wird das Domain Name System (DNS) ausgenutzt, um den Zielserver mit DNS-Antwortpaketen zu überfluten, sodass er möglicherweise nicht mehr reagiert. 
  5. NTP-Verstärkung: Bei diesem Angriff wird das Network Time Protocol (NTP) ausgenutzt, um den Zielserver mit NTP-Antwortpaketen zu überfluten, sodass er möglicherweise nicht mehr reagiert. 
  6. SSDP-Verstärkung: Bei diesem Angriff wird das Simple Service Discovery Protocol (SSDP) ausgenutzt, um den Zielserver mit SSDP-Antwortpaketen zu überfluten, sodass er möglicherweise nicht mehr reagiert. 
  7. SYN-ACK-Flood: Bei diesem Angriff wird der Drei-Wege-Handshake von TCP ausgenutzt, indem eine große Anzahl von SYN-ACK-Paketen an den Zielserver gesendet wird, sodass dieser möglicherweise nicht mehr reagiert. 
  8. HTTP Slow Read: Bei diesem Angriff werden HTTP-Anfragen an den Zielserver gesendet, die Antwort wird jedoch nur langsam gelesen, wodurch der Server möglicherweise nicht mehr reagiert. 
  9. Ping of Death: Bei diesem Angriff wird ein übergroßes Ping-Paket an den Zielserver gesendet, wodurch dieser abstürzen oder nicht mehr reagieren kann. 
  10. Smurf-Angriff: Bei diesem Angriff wird das Internet Control Message Protocol (ICMP) ausgenutzt, um den Zielserver mit Ping-Anfragen aus mehreren Quellen zu überfluten, sodass er möglicherweise nicht mehr reagiert. 
  11. Ressourcenintensive URL: Während der Aufklärungsphase der Angriffsplanung sucht ein Angreifer nach den URLs einer Website, deren Aufruf den höchsten Rechenaufwand verursacht, und nutzt sie für einen DDoS-Angriff. Diese werden als „ressourcenintensive“ URLs bezeichnet, da sie beim Aufruf den Server stärker belasten.
  12. Low and Slow: Das Ziel dieser DDoS-Angriffe besteht darin, Anwendungsressourcen unauffällig und schleichend lahmzulegen – und das mit sehr geringer Bandbreite. Daher sind sie schwer zu erkennen. Da sie zudem auf der Anwendungsschicht stattfinden, auf der bereits eine TCP-Verbindung besteht, wirken die HTTP-Anfragen legitim.

Die Bedrohung durch DDoS-Angriffe ist also enorm und kann Unternehmen anfälliger für Cyberangriffe machen. Daher ist es unerlässlich zu verstehen, wie DDoS-Angriffe ablaufen, damit Sie Maßnahmen ergreifen können, um ihre Auswirkungen zu begrenzen.

Warum die Implementierung von DDoS-Abwehrmaßnahmen für die Verfügbarkeit im Rahmen einer Cybersicherheitsrichtlinie unerlässlich ist:

DDoS-Angriffe können erhebliche Ausfallzeiten verursachen und die Verfügbarkeit von Diensten beeinträchtigen, was zu finanziellen Verlusten und Reputationsschäden führen kann.

Schutz: Durch den Einsatz von Maßnahmen zur DDoS-Abwehr verringert Ihr Unternehmen das Risiko, dass schädlicher Datenverkehr seine Netzwerkinfrastruktur erreicht, und stellt gleichzeitig sicher, dass legitime Nutzer auf seine Websites und Webanwendungen zugreifen können. DDoS-Angriffe werden mitunter als Ablenkungsmanöver eingesetzt, um Sicherheitsteams von einer koordinierten Angriffskampagne abzulenken, die zu einer Datenschutzverletzung führen kann. Und einige Arten von Angriffen lassen sich schlichtweg nicht „wegprogrammieren“.

Widerstandsfähigkeit: Investitionen in wirksame Technologien zur Abwehr von DDoS-Angriffen erhöhen die Widerstandsfähigkeit eines Unternehmens gegenüber staatlich unterstützten Angreifern und anderen böswilligen Akteuren und machen es so zu einem weniger attraktiven Ziel.

Kosteneinsparungen: Durch die schnelle Abwehr von DDoS-Angriffen können Unternehmen Zeit und Geld sparen.

Durch die Aufnahme von Maßnahmen zur DDoS-Abwehr in eine Cybersicherheitsrichtlinie können Unternehmen ihre Ressourcen proaktiv schützen, die Verfügbarkeit ihrer Dienste aufrechterhalten und die Auswirkungen potenzieller DDoS-Angriffe minimieren.

Techniken zur DDoS-Abwehr

Nun wissen wir, was bei einer Anfälligkeit für DDoS-Angriffe auf dem Spiel steht – darunter geschäftskritische Daten und Anwendungen – und warum der Einsatz einer Lösung zur DDoS-Abwehr unerlässlich ist. Sehen wir uns nun die verschiedenen Arten der DDoS-Abwehr an, damit Sie die für Ihre Anforderungen am besten geeignete Lösung ermitteln können.

Lokale DDoS-Abwehr

Es gibt verschiedene Arten von lokalen Lösungen und Maßnahmen, die ein Unternehmen implementieren kann, um das Risiko von DDoS-Angriffen zu verringern. Einige davon können auch ergänzend zu cloudbasierten Lösungen eingesetzt werden, um die Sicherheitslage insgesamt zu stärken.

  • Stärkung der Netzwerkinfrastruktur: Bei dieser Lösung wird die Netzwerkinfrastruktur verstärkt, damit sie DDoS-Angriffen standhält. Dazu gehören die Erhöhung der Bandbreite, das Hinzufügen redundanter Verbindungen und die Modernisierung von Netzwerkgeräten. 
  • Ratenbegrenzung und Traffic-Shaping: Bei dieser Lösung wird die Menge des Datenverkehrs begrenzt, die in das Netzwerk gelangen kann. Sie lässt sich durch das Einrichten von Ratenbegrenzungen auf den Netzwerkgeräten oder durch den Einsatz von Traffic-Shaping-Techniken zur Priorisierung des Datenverkehrs umsetzen.
  • Firewalls und Intrusion-Prevention-Systeme (IPS): Bei dieser Lösung werden Firewalls und IPS-Geräte eingesetzt, um schädlichen Datenverkehr herauszufiltern. Firewalls können Datenverkehr anhand von IP-Adressen, Ports und Protokollen blockieren, während IPS-Geräte Angriffe anhand ihrer Signaturen erkennen und blockieren können.

Cloudbasierte DDoS-Abwehr

Die Verlagerung der DDoS-Abwehr in die Cloud oder auf eine Hybridlösung trägt dazu bei, Effizienz, Skalierbarkeit und Wirksamkeit zu steigern. Einige cloudbasierte Lösungen lassen sich in lokale Lösungen integrieren. Cloudbasierte Lösungen zur DDoS-Abwehr basieren auf Cloud Delivery Networks (CDNs).

  • Anycast-Routing verteilt den Datenverkehr auf das nächstgelegene Rechenzentrum, das ihn verarbeiten kann. Dabei wird dasselbe Netzwerk in verschiedenen Teilen des Netzes angekündigt, um die „Übertragungszeit“ bis zu diesem Netzwerk zu verkürzen. Wenn ein CDN-Netzwerk Anycast-Routing verwendet, verteilt es den Datenverkehr gezielter. Dadurch vergrößert sich die Angriffsfläche des empfangenden Netzwerks, und große Datenverkehrsmengen können auf weitere Rechenzentren umgeleitet werden.
  • Traffic-Scrubbing-Center sind Rechenzentren, die darauf ausgelegt sind, schädlichen Datenverkehr von legitimem Datenverkehr zu trennen. Sie dienen dazu, DDoS-Angriffe abzuwehren, indem sie den Angriffsverkehr herausfiltern und den bereinigten Datenverkehr an die Server des Kunden weiterleiten. Bei einem DDoS-Angriff wird der Datenverkehr durch das Scrubbing-Center geleitet, wo er analysiert und gefiltert wird. Der bereinigte Datenverkehr wird anschließend an die Server des Kunden weitergeleitet.

Hybride cloudbasierte DDoS-Abwehr

Die Verlagerung der DDoS-Abwehr auf eine Hybridlösung kann die Vorteile der Sicherheit einer Public Cloud mit der Verwaltung einer Private Cloud oder einer lokalen Infrastruktur vereinen. Mit einem Hybridmodell können Unternehmen ihre Sicherheitsstrategie noch gezielter auf ihre individuellen Datenanforderungen abstimmen.

DDoS-Abwehr für Anwendungen

Apps sind die treibende Kraft moderner Unternehmen, werden jedoch zunehmend zum Ziel von DDoS-Angriffen. Herkömmliche DDoS-Abwehr ist statisch und zentralisiert. Da Apps jedoch über verschiedene Clouds und Architekturen verteilt sind, benötigen sie eine skalierbare und flexible DDoS-Abwehrlösung, die maximalen Schutz bietet.

Komponenten der DDoS-Abwehr

Eine umfassende Strategie zur Abwehr von DDoS-Angriffen umfasst in der Regel mehrere zentrale Komponenten.

Verkehrsanalyse und -überwachung

Der erste Schritt bei der Abwehr von DDoS-Angriffen besteht darin, potenzielle Probleme oder Risiken zu erkennen. Die beiden wichtigsten Methoden zur Erkennung von und Warnung vor Bedrohungen sind die signaturbasierte Erkennung und die anomaliebasierte Erkennung.

Signaturbasierte Erkennung stützt sich auf eine vorprogrammierte Liste bekannter Kompromittierungsindikatoren (Indicators of Compromise, IOCs), um Bedrohungen zu identifizieren. Diese IOCs können unter anderem bösartiges Verhalten bei Netzwerkangriffen, Inhalte von E-Mail-Betreffzeilen, Datei-Hashes, bekannte Byte-Sequenzen oder bösartige Domains umfassen. Die signaturbasierte Erkennung bietet eine hohe Verarbeitungsgeschwindigkeit bei bekannten Angriffen und eine niedrige Falsch-Positiv-Rate, kann jedoch keine Zero-Day-Exploits erkennen.

Anomaliebasierte Erkennung hingegen kann vor unbekanntem verdächtigem Verhalten warnen. Die anomaliebasierte Erkennung umfasst zunächst das Trainieren des Systems anhand eines normalisierten Referenzwerts und anschließend den Vergleich der Aktivitäten mit diesem Referenzwert. Sobald eine Abweichung erkannt wird, wird eine Warnmeldung ausgelöst. Die anomaliebasierte Erkennung kann eine höhere Falsch-Positiv-Rate aufweisen. 

Echtzeit-Verkehrsumleitung

Der Schutz von DNS-Ressourcen ist geschäftskritisch. Zwei Lösungen zur Echtzeit-Umleitung des Datenverkehrs können dabei helfen.

  • Bei der DNS-Umleitung werden DNS-Anfragen von einem Domainnamen an einen anderen weitergeleitet. Dies kann nützlich sein, wenn eine Website auf einen neuen Domainnamen umgezogen ist oder ein Unternehmen den Datenverkehr von einem Domainnamen an einen anderen weiterleiten möchte. DNS-Umleitung kann mithilfe eines CNAME-Eintrags in der DNS-Zonendatei implementiert werden. Wenn eine DNS-Anfrage für den ursprünglichen Domainnamen eingeht, antwortet der DNS-Server mit einem CNAME-Eintrag, der auf den neuen Domainnamen verweist. Der Client sendet anschließend eine neue DNS-Anfrage für den neuen Domainnamen.
  • Bei BGP Anycast wird dieselbe IP-Adresse von mehreren Standorten im Internet aus angekündigt. Dabei wird das Border Gateway Protocol (BGP) verwendet, um die IP-Adresse von mehreren Standorten aus anzukündigen. Wenn ein Client eine DNS-Anfrage an eine Anycast-IP-Adresse sendet, wird die Anfrage an den nächstgelegenen Standort weitergeleitet, der diese IP-Adresse ankündigt. Dies kann dazu beitragen, die Leistung und Verfügbarkeit von DNS-Diensten durch geringere Latenz zu verbessern. BGP Anycast wird in der Regel von großen Organisationen eingesetzt, die über mehrere Rechenzentren in verschiedenen geografischen Regionen verfügen.

Angriffsfilterung und -bereinigung

Während der Datenverkehr zu Ihrem Netzwerk und durch dieses hindurch fließt, benötigen Sie eine DDoS-Abwehrlösung, die ihn kontinuierlich auf schädliche Aktivitäten überwacht.

  • Erkennung von schädlichem Datenverkehr erfolgt durch die Überprüfung des vom Client eingehenden Datenverkehrs, bevor er an die Anwendungsebene weitergeleitet wird. So wird sichergestellt, dass schädlicher Datenverkehr niemals die Proxy-Barriere passiert. Vom Server zurückkehrender Datenverkehr kann vollständig überprüft werden, bevor er für die Rückübertragung an den Client freigegeben wird. Dadurch wird verhindert, dass sensible Daten wie Kreditkartennummern oder personenbezogene Daten jemals die Proxy-Barriere passieren.
  • Bereinigungsalgorithmen und -techniken werden eingesetzt, um schädlichen Datenverkehr beim Eintritt in Ihr Netzwerk zu erkennen und zu entfernen. Bereinigungszentren sind die erste Anlaufstelle für den Datenverkehr. Dort wird er anhand seiner Merkmale und möglicher Angriffsmethoden klassifiziert. Während der Datenverkehr das Bereinigungszentrum durchläuft, wird er fortlaufend überprüft, um sicherzustellen, dass schädlicher Datenverkehr vollständig entfernt wurde. Diese Sicherheitsmaßnahme ist von entscheidender Bedeutung, da DDoS-Angriffe die eingehenden Netzwerkverbindungen zur Kundenumgebung leicht überlasten können.

Faktoren zur DDoS-Abwehr, die bei der Auswahl eines Anbieters zu berücksichtigen sind

Bei der Auswahl der richtigen Lösung zur DDoS-Abwehr für die Anforderungen Ihres Unternehmens sollten Sie die folgenden Faktoren unter Berücksichtigung des Wachstumskurses und der potenziellen Angriffsfläche Ihres Unternehmens abwägen. Falls Sie einen Cloud-Dienst in Betracht ziehen, können Sie inzwischen zwischen mehreren Public Clouds (AWS, Google Cloud, Microsoft Azure und Alibaba Cloud) sowie privaten Cloud-Anbietern wählen.

Faktoren, die bei der Auswahl eines Anbieters für DDoS-Abwehr zu berücksichtigen sind

Bewährte Verfahren zur Abwehr von DDoS-Angriffen

Eine umfassende Lösung zur DDoS-Abwehr schützt Ihr Netzwerk präventiv und gewährleistet durch die Reaktion auf Vorfälle in Echtzeit sowie kontinuierliche Tests und Überprüfungen höchste Leistung.

Proaktive Maßnahmen

Netzwerkarchitektur-Design: Eine gut konzipierte Netzwerkarchitektur kann dazu beitragen, DDoS-Angriffe zu verhindern, indem sie sicherstellt, dass das Netzwerk ausfallsicher ist und ein hohes Datenverkehrsaufkommen bewältigen kann. Beispielsweise kann ein Netzwerk, das mit mehreren Sicherheitsebenen wie Firewalls, Systemen zur Angriffserkennung und weiteren Sicherheitsmaßnahmen ausgestattet ist, verhindern, dass DDoS-Angriffe in das Netzwerk eindringen. Darüber hinaus kann die Netzwerksegmentierung dazu beitragen, die Auswirkungen eines Angriffs zu begrenzen, indem betroffene Bereiche des Netzwerks isoliert werden. 

Lastverteilung: Eine Lastverteilung kann dazu beitragen, DDoS-Angriffe zu verhindern, indem der Datenverkehr auf mehrere Server verteilt wird, sodass kein einzelner Server überlastet wird. Dadurch kann sichergestellt werden, dass das Netzwerk auch während eines DDoS-Angriffs verfügbar bleibt. Load Balancer können außerdem dabei helfen, schädlichen Datenverkehr zu erkennen und zu blockieren, sodass DDoS-Angriffe abgewehrt werden können. 

Detaillierte Anbieter-SLAs: Wenn Sie einen Drittanbieter für den Schutz vor DDoS-Angriffen in Betracht ziehen, ist es entscheidend, die Fähigkeiten des Anbieters in jedem DDoS-Szenario zu kennen und Protokolle, Maßnahmen und Reaktionen in das SLA aufzunehmen.

Reaktion auf Sicherheitsvorfälle

Schritte zur Bewältigung eines DDoS-Vorfalls: Für eine schnelle und effektive Reaktion auf einen DDoS-Vorfall sind sechs wesentliche Schritte erforderlich. Dabei ist zu beachten, dass diese Schritte nicht linear, sondern in einem Kreislauf ablaufen. 

  1. Vorbereitung: Legen Sie Ansprechpartner fest, definieren Sie Abläufe und stellen Sie Hilfsmittel zusammen, um während eines Angriffs Zeit zu sparen.
  2. Erkennung: Erkennen Sie den Vorfall, bestimmen Sie dessen Ausmaß und beziehen Sie die zuständigen Parteien ein.
  3. Analyse: Analysieren Sie den Angriffsverkehr, um seine Merkmale zu bestimmen und das Ziel zu identifizieren.
  4. Eindämmung: Dämmen Sie den Angriff ein, indem Sie den Datenverkehr filtern und schädlichen Datenverkehr blockieren.
  5. Beseitigung: Beseitigen Sie den Angriff, indem Sie den schädlichen Datenverkehr aus dem Netzwerk entfernen.
  6. Wiederherstellung: Stellen Sie nach dem Angriff den Betrieb wieder her, indem Sie die Dienste wiederherstellen und den Vorfall überprüfen.

Kommunikationsprotokolle mit dem Mitigationsanbieter während eines DDoS-Vorfalls: Von Anfang an ist es entscheidend, dass ein Unternehmen und sein Mitigationsanbieter ein striktes Kommunikationsprotokoll befolgen. Für die Kommunikation während eines Vorfalls werden die folgenden Best Practices empfohlen: 

  • Kommunikationsplan erstellen: Erstellen Sie gemeinsam mit Ihrem Anbieter für DDoS-Abwehrmaßnahmen einen Kommunikationsplan, bevor es zu einem Angriff kommt. Dieser Plan sollte die Kontaktdaten wichtiger Ansprechpartner, Eskalationsverfahren und Kommunikationskanäle enthalten.
  • Detaillierte Informationen bereitstellen: Stellen Sie Ihrem Anbieter für DDoS-Abwehr detaillierte Informationen über den Angriff zur Verfügung, darunter die Art des Angriffs, das Ziel und die Dauer des Angriffs. Diese Informationen können Ihrem Anbieter dabei helfen, eine wirksame Abwehrstrategie zu entwickeln.
  • Arbeiten Sie mit Ihrem Anbieter zusammen: Arbeiten Sie eng mit Ihrem DDoS-Schutzanbieter zusammen, um eine auf die Anforderungen Ihres Unternehmens zugeschnittene Abwehrstrategie zu entwickeln. Dazu können die Anpassung der Datenverkehrsweiterleitung, die Filterung des Datenverkehrs oder die Blockierung schädlichen Datenverkehrs gehören. 
  • Überwachen Sie die Situation: Beobachten Sie die Situation genau und informieren Sie Ihren DDoS-Schutzanbieter regelmäßig über den aktuellen Stand. So kann Ihr Anbieter seine Abwehrstrategie bei Bedarf anpassen.
  • Überprüfen Sie den Vorfall: Nachdem der Angriff abgewehrt wurde, analysieren Sie den Vorfall gemeinsam mit Ihrem Anbieter für DDoS-Abwehr, um Verbesserungspotenziale zu ermitteln und Ihren Notfallplan bei Bedarf zu aktualisieren.

Regelmäßige Tests und Überprüfungen

IT- und Sicherheitsteams sollten regelmäßig Analysen und Tests durchführen. Eine Art von Test ist das sogenannte Red-Team-Testing, bei dem die Taktiken und Techniken realer Angreifer simuliert werden. In diesem Fall würden die Red-Team-Tester verschiedene DDoS-Angriffe ausprobieren, um die Reaktionen der Abwehrlösung zu überwachen.

Ebenso wichtig ist es, über aktuelle Trends bei Cyberangriffen auf dem Laufenden zu bleiben, insbesondere da böswillige Akteure weltweit ihre Methoden ständig ändern. Eine Mitigationslösung sollte skalierbar und an neue Arten von Störungen anpassbar sein. 

Fallstudien zur DDoS-Abwehr

Unternehmen jeder Branche und Größe können unabhängig von ihrem Standort von einer zuverlässigen Lösung zur DDoS-Abwehr profitieren. Diese Fallstudien zeigen, wie wirksam eine DDoS-Abwehrlösung in den unterschiedlichsten Szenarien sein kann. Unternehmen wie Ihres haben durch die gezielte Bewältigung von DDoS-Risiken messbare Ergebnisse erzielt.

  • Fallstudie: Erfahren Sie, wie ein führendes Versicherungsunternehmen einen versuchten DDoS-Angriff abwehrte und gleichzeitig zum Schutz seiner Anwendungen und Benutzer beitrug. 
  • Video: Erfahren Sie, wie F5 einem E-Mail-Anbieter dabei half, seine Netzwerkausrüstung zu konsolidieren und so die potenzielle Angriffsfläche zu reduzieren und die Betriebssicherheit zu erhöhen.

Zukünftige Trends bei der DDoS-Abwehr

DDoS-Angriffe gibt es zwar schon seit Jahrzehnten, doch die dahinterstehenden Angreifer gehen immer raffinierter und aggressiver vor. Daher ist es wichtig, aktuelle und künftige Trends im Bereich der DDoS-Cybersicherheit zu kennen.

Auf übergeordneter Ebene hat F5 im Jahr 2023 folgende Trends festgestellt:

  • Angriffe auf die Anwendungsschicht haben um 165 % zugenommen
  • Der Technologiesektor belegt im Vergleich zu 2022 den Spitzenplatz als am häufigsten angegriffene Branche.
  • Die Gesamtzahl der beobachteten Ereignisse ist um 9,7 % gesunken
  • Die Spitzenbandbreite ist gegenüber 2020 um 216 % gestiegen
  • Alle Branchen sollten mit einer Zunahme von DDoS-Angriffen auf Anwendungsebene und mit mehreren Angriffsvektoren rechnen

Darüber hinaus gibt es drei Wachstumsbereiche, die Cybersicherheitsexperten im Auge behalten:

Künstliche Intelligenz und maschinelles Lernen: Da immer mehr Unternehmen KI und ML auch in anderen Geschäftsbereichen wie der Fertigung oder dem Kundenservice einsetzen, können diese Technologien bei der Erkennung und Abwehr von DDoS-Angriffen eine wichtige Rolle spielen. Eine aktuelle Studie zeigte, dass der Einsatz einer KI-Methode zur Erkennung von DDoS-Angriffen eine Genauigkeit von über 96 Prozent erreichte.

Internet der Dinge (IoT): Das IoT wächst, doch die Absicherung der damit verbundenen zusätzlichen Rechenressourcen kann diese Lösungen anfälliger für Angriffe machen. Experten empfehlen robustere Sicherheitsmaßnahmen, Passwortschutz sowie den Einsatz von Firewalls oder VPS, um die Anzahl der durch Angriffe gefährdeten Geräte zu reduzieren.

Blockchain-Technologie: Die Blockchain-Technologie bietet eine interessante Möglichkeit zur Abwehr von DDoS-Angriffen, da sie von Natur aus dezentralisiert ist und über einen sicheren verteilten Speicher verfügt. Dies kann insbesondere bei geografisch ausgerichteten Angriffen hilfreich sein, bei denen auch die Sicherheitsmaßnahmen gezielt nach geografischen Kriterien angegriffen werden können.

Auch wenn DDoS-Angriffe nicht verschwinden werden, stehen heute und in den kommenden Jahren immer mehr Tools zur Verfügung, um solche Angriffe abzuwehren.

Wie F5 helfen kann

Distributed-Denial-of-Service-Angriffe (DDoS) gibt es bereits seit Jahrzehnten, und sie werden auch nicht verschwinden. Deshalb müssen Unternehmen bei ihren Lösungen zur DDoS-Abwehr vorausschauend denken. Bei F5 steht Cybersicherheit bei praktisch allem, was wir tun, im Mittelpunkt. Unsere Lösungen zur DDoS-Abwehr und unser erstklassiger Support verschaffen Ihrem Unternehmen den entscheidenden Vorteil, um die Risiken möglicher DDoS-Angriffe zu minimieren. Ebenso wichtig ist es, sicherzustellen, dass Ihre DDoS-Abwehrlösung skalierbar ist und sich sowohl an die Anforderungen Ihres Unternehmens als auch an die sich wandelnde Bedrohung durch DDoS-Angreifer anpassen kann.

F5 unterstützt Sie und Ihr Netzwerk umfassend beim Schutz vor DDoS-Angriffen. Wir verfügen über umfassende Erfahrung bei der Implementierung der richtigen DDoS-Abwehrlösung für die Anforderungen Ihres Unternehmens.