Ich will ja kein Spielverderber sein, aber in der Weihnachtszeit, wenn besonders viel eingekauft und gespendet wird, ist auch mit mehr Phishing, Ransomware und anderen Cyberangriffen als sonst zu rechnen.
Tatsächlich könnte es dieses Jahr noch turbulenter werden, denn das größte Sportereignis der Welt – die FIFA Fußball-Weltmeisterschaft Katar 2022 – findet vom 20. November bis zum 18. Dezember statt. In dieser Zeit und insbesondere jetzt, da die K.-o.-Phase beginnt, werden die Emotionen zweifellos hochkochen und die Online-Aktivitäten Rekordwerte erreichen.
In diesem nahezu perfekten Sturm können potenzielle Angreifer aus einer Vielzahl von Möglichkeiten wählen, um ihre Social-Engineering-Angriffe zu starten. Mit mehr Angriffsvektoren als die brasilianische Startelf sind sie bestens vorbereitet und versuchen unerbittlich, uns dazu zu verleiten, infizierte E-Mails zu öffnen, auf Links zu gefälschten oder unseriösen Websites zu klicken oder einen mit Schadsoftware verseuchten Anhang herunterzuladen.
Das ist keine brandneue Nachricht. Ob Sie es glauben oder nicht: Die Betrugsmaschen und Cyberangriffe rund um die Fußball-WM 2022 begannen bereits vor über einem Jahr.
So wurden beispielsweise in Phishing-E-Mails, die angeblich von FIFA-Funktionären stammten, Premium-Sitzplätze und kostenloser Zugang zu Hospitality-Veranstaltungen im Zusammenhang mit dem Turnier und den teilnehmenden Ländern angeboten. Die Empfänger mussten lediglich auf einen Link zu einer Website klicken, auf der sie zur Eingabe von Zahlungs- oder Bankdaten aufgefordert wurden. Anschließend wurde ihr Gerät mit Schadsoftware infiziert, die Zugangsdaten und weitere Informationen stehlen konnte. Gaben sie ihre Daten auf der gefälschten Website ein, wurden diese gestohlen, kompromittiert, für den Verkauf im Dark Web gesammelt und wahrscheinlich für illegale Einkäufe verwendet.
Einige Phishing-E-Mails schienen sogar von der FIFA-Ticketstelle zu stammen und ein Zahlungsproblem zu betreffen. Sie enthielten zudem einen schädlichen HTML-Anhang. Eine andere E-Mail gab vor, sich auf Ticketübertragungen zu beziehen, behauptete fälschlicherweise, die Multi-Faktor-Authentifizierung (MFA) des Empfängers sei deaktiviert worden, und leitete ihn anschließend auf eine schädliche Website weiter.
Es gibt auch gefälschte WM-Websites, die äußerst offiziell wirken und deren URLs genauso echt wie die Originale der FIFA aussehen oder diesen zumindest sehr ähnlich sind. Die meisten verfügen über gültige Zertifikate und sogar über das Vorhängeschloss-Symbol im Browser, das ihre Zertifizierung anzeigt. Wenig überraschend sind diese Websites mit Schadsoftware gespickt, die das Gerät und die Apps eines Besuchers infizieren kann.
Einige betrügerische Websites enthielten außerdem gefälschte Shops, in denen vermeintliche WM-Tickets verkauft wurden, die es gar nicht gab. Stellen Sie sich vor, Sie reisen bis nach Katar und müssen dann feststellen, dass Sie das Spiel nicht einmal sehen können! Darüber hinaus werden Ihre Bankdaten schnell für unbefugte Einkäufe missbraucht oder gesammelt und weiterverkauft. Dieselbe Masche mit gefälschten Websites wurde auch für offizielle Fanartikel eingesetzt.
Hinzu kommt der Kryptofaktor: Bei einigen bemerkenswerten Betrugsmaschen wurden eine gefälschte WM-Kryptowährung und Non-Fungible Tokens (NFTs) beworben.
Ach ja, und vergessen wir nicht die Bedrohung durch Ransomware! Veranstaltungen dieser Größenordnung mit einem riesigen Ökosystem aus Logistik und Dienstleistungen müssen reibungslos ablaufen. Und zwar jederzeit. Mit anderen Worten: Für Cyberkriminelle ist dies die ideale Gelegenheit, mit gezielten Störaktionen schnelles Geld zu machen. Zu den möglichen Tätern könnten feindlich gesinnte Staaten und Hacktivisten gehören, die das Gastgeberland bloßstellen und dessen Ruf ruinieren wollen.
Im großen Stil streamen
Aber warte, es gibt noch mehr!
Die Fédération Internationale de Football Association (FIFA) prognostiziert, dass weltweit bis zu 5 MILLIARDEN Menschen die Fußball-Weltmeisterschaft verfolgen werden.
Daher gibt es mehr Möglichkeiten denn je, WM-Spiele anzusehen, darunter auch Streamingdienste, die auf jedem Gerät verfügbar sind – selbst auf firmeneigenen Geräten. Genau hier kann es problematisch werden, wenn Sie die Spiele Ihrer Lieblingsmannschaft verfolgen.
Laut einer Umfrage des Marktforschungsinstituts Opinium gaben fast 15 % der englischen Fußballfans an, ihren Arbeitsplatz zu verlassen, um das erste Spiel der englischen Nationalmannschaft zu sehen. Fast 20 % sagten, ihr Arbeitgeber werde das Spiel zeigen oder ihnen erlauben, es während der Arbeitszeit anzusehen. Und fast 15 % erklärten, ihr Unternehmen werde ihnen zwar nicht erlauben, das Spiel zu verfolgen, sie würden es aber trotzdem tun.
Die große Frage lautet: Wenn alle über Firmengeräte streamen oder es sich im Homeoffice gemütlich machen und von dort aus zuschauen, greifen sie dann auf eine sichere Website oder einen sicheren Streamingdienst zu? Welche Gefahren birgt es, ein Spiel auf einem Firmengerät anzusehen? Ist das betreffende Unternehmen darauf vorbereitet, einen möglichen Angriff abzuwehren?
Glücklicherweise gibt es Möglichkeiten, Ihre Abwehrmaßnahmen zu verstärken.
Mit einer Lösung wie F5 BIG-IP SSL Orchestrator muss sich ein Unternehmen beispielsweise keine Gedanken darüber machen, wie alle ihre Fußball-WM-Begeisterung ausleben.
Die Technologie verdient ihren MVP-Status, indem sie die Entschlüsselung und erneute Verschlüsselung des Datenverkehrs zentralisiert. Anschließend stellt sie sicher, dass der entschlüsselte Datenverkehr an geeignete Sicherheitslösungen innerhalb einer bestehenden Sicherheitsarchitektur weitergeleitet wird. Mehr als 90 % des heutigen Web-Datenverkehrs sind verschlüsselt, und Angreifer nutzen dies, um ihre schädlichen Payloads zu verschleiern und einzuschleusen. Transparenz ist entscheidend – ebenso wie die Orchestrierung des zu überprüfenden Datenverkehrs und die Gewährleistung, dass die richtigen Tools für die jeweilige Aufgabe eingesetzt werden.
Darüber hinaus können Unternehmen dynamische Serviceketten erstellen, die sicherstellen, dass der jeweilige Datenverkehr von den dafür vorgesehenen Sicherheitslösungen überprüft wird. Dadurch wird verhindert, dass einzelne Sicherheitslösungen durch den Datenverkehr überlastet werden, was zu unbeabsichtigten Umgehungen von Sicherheitskontrollen und damit zu Angriffen, Datenschutzverletzungen oder einer Gefährdung durch Ransomware führen kann.
Es ist auch möglich, dynamische Serviceketten mit einem Minimum an Sicherheitsprüfungen und ohne Entschlüsselung zu erstellen. Dies trägt dazu bei, gesetzliche Vorschriften wie die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) der EU einzuhalten, die vorschreiben, dass bestimmte Arten privater Datenübertragungen, etwa persönliche Finanz- und Gesundheitsdaten, nicht entschlüsselt werden dürfen.
Hinsichtlich der Bereitstellung ist BIG-IP SSL Orchestrator als lokale Appliance, als virtuelle Appliance für den lokalen Einsatz, über Private Clouds oder zur Integration in Public-Cloud-Umgebungen verfügbar.
Zu den weiteren relevanten taktischen Maßnahmen zählt die Möglichkeit, BIG-IP SSL Orchestrator mit F5 Secure Web Gateway Services zu integrieren. Diese abonnementbasierte Lösung beschränkt den Benutzerzugriff auf gefährliche Websites und Anwendungen. Secure Web Gateway Services wird regelmäßig aktualisiert, um vor schädlichen URLs zu schützen, und kann die Arten von Websites einschränken, auf die Benutzer zugreifen können.
Warum sollten Sie sich also Gedanken darüber machen, welche Websites Ihre fußballbegeisterten Mitarbeiter besuchen könnten? Cyberkriminelle sind zwar zahlenmäßig überlegen, doch mit gezielter Sensibilisierung und einigen clever eingesetzten Technologien können wir sie in diesem Jahr – und darüber hinaus – definitiv daran hindern, als Sieger vom Platz zu gehen!
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