Wie digitales Horten Ihre Cybersicherheits- und Nachhaltigkeitsrisiken erhöht

F5-Ökosystem | 02. Oktober 2023

Vielleicht haben Sie schon einmal die Fernsehsendung „Hoarders“ gesehen, die zeigt, wie gefährlich es sein kann, unnötige Dinge zu horten. Nun gibt es eine neue Form des schädlichen Hortens, die sowohl Ihrer Cybersicherheit als auch Ihren ökologischen Nachhaltigkeitszielen schadet: digitales Horten.

Digitales Horten und der damit verbundene CO₂-Fußabdruck

Der 20. Jahrestag des National Cybersecurity Awareness Month (NCSAM) ist ein guter Anlass, über den enormen digitalen Fußabdruck nachzudenken, den Sie in dieser Zeit möglicherweise durch das Horten digitaler Daten hinterlassen haben.

Halten Sie kurz inne und denken Sie an Ihr Privatleben. Wann haben Sie zuletzt digital aufgeräumt und unnötige Fotos, E-Mails, Musik, mobile Apps, Inhalte in sozialen Medien usw. gelöscht? All die unnötigen Daten und Apps, die Sie horten, bieten Cyberkriminellen mehr Möglichkeiten, Sie durch Social Engineering zu manipulieren, Ihre Identität zu stehlen, Ihre Konten zu übernehmen und Betrug zu begehen – und belasten zugleich die Umwelt.

Genau wie im Privatleben stellt dieses Problem auch die Unternehmenswelt vor Herausforderungen. Viele Unternehmen sind zu digitalen Datensammlern geworden. Das ist ihnen nicht einmal bewusst, weil sie aufgrund von Faktoren wie der Ausbreitung von Anwendungen und Schattenumgebungen nicht wissen, wo und über wie viele Daten sie verfügen.

Wenn Ihr Unternehmen noch keine vollständige Bestandsaufnahme der gehorteten Daten und Umgebungen durchgeführt hat, wird nicht nur Ihr CO₂-Fußabdruck aufgrund des Energieverbrauchs für Speicherung, Datenverarbeitung und Kühlung weiter wachsen – was sich auf Ihre ESG-Kennzahlen und -Ziele für die Berichterstattung zu Umwelt, Sozialem und Unternehmensführung auswirkt –, sondern Sie schaffen auch weiterhin eine immer größere Angriffsfläche für Cybersicherheits- und Compliance-Risiken. Dies könnte zu Datenschutzverletzungen, Geldbußen und Reputationsschäden führen.

Realitätscheck zur digitalen Datenhortung in Unternehmen

Viele Unternehmen glauben nicht, dass sie ein Problem mit dem Horten von Daten haben, da sie den Großteil davon in der Cloud speichern und so die Auswirkungen minimieren. Tatsächlich haben die meisten Menschen begonnen, noch mehr Daten als zuvor zu horten, weil sie diese problemlos in der Cloud speichern können. Ein MIT-Bericht zeigt, dass die Cloud inzwischen einen größeren CO₂-Fußabdruck als die gesamte Luftfahrtindustrie hat – und dass ein einziges Rechenzentrum dadurch so viel Strom verbrauchen könnte wie 50.000 Haushalte.

Ein weiterer Aspekt ist das rasante Tempo, mit dem Unternehmen KI-Strategien einführen und eine Kultur schaffen, in der sie damit prahlen, über die meisten „Daten“ zu verfügen, damit ihre KI intelligenter wird – was jedoch nicht zwangsläufig der Fall ist. Bei vertrauenswürdiger KI geht es nicht wirklich um die Datenmenge, sondern vielmehr um die Qualität der Daten und darum, die richtige KI einzusetzen, um sie zu trainieren und Erkenntnisse aus diesen Daten zu gewinnen.

Tatsächlich gilt das Prinzip „Garbage in, Garbage out“ auch für KI-Modelle, da es zu unangemessenen Halluzinationen führen und Ihre Sicherheitslage beeinträchtigen kann. Deshalb sollten Sie nicht nur die Nutzung von Daten in Ihren KI-Modellen berücksichtigen, sondern von Anfang an auch die Umweltauswirkungen von KI einbeziehen – denn diese können sich ebenfalls erheblich auf Ihre ESG-Kennzahlen auswirken. MIT Technology Review berichtete, dass allein das Training eines einzigen KI-Modells so viele CO₂-Emissionen verursachen könnte wie fünf Autos während ihrer gesamten Lebensdauer. Und Untersuchungen der University of California zeigen, dass bereits fünf ChatGPT-Anfragen 16 oz. Wasser verbrauchen können.

Maßnahmen zur Reduzierung der digitalen Datenhortung in Unternehmen und im privaten Bereich

Hier sind fünf Maßnahmen, mit denen Sie die digitale Datenhortung in Ihrem Unternehmen reduzieren und Ihre Ziele in den Bereichen Cybersicherheit und ökologische Nachhaltigkeit besser erreichen können:

  1. Entwickeln Sie eine Data-Governance-Strategie. Die Nutzung von Hilfsmitteln wie den CISA Cross-Sector Cybersecurity Performance Goals ist ein hervorragender Ausgangspunkt, um die digitale Hygiene zu verbessern und dauerhaft aufrechtzuerhalten.
  2. Führen Sie ein digitales Audit durch. Verschaffen Sie sich einen Überblick über Ihre Umgebung, einschließlich aller selbst entwickelten Anwendungen sowie Anwendungen von Drittanbietern, APIs und Skripte. Prüfen Sie anschließend, wie sich diese Liste dokumentieren und aktuell halten lässt. Und vergessen Sie nicht Ihre SBOM-Anforderungen!
  3. Wissen Sie, wo Ihre Daten gespeichert sind. Informieren Sie sich darüber, wo sich die Rechenzentren befinden und welche Nachhaltigkeitsziele sie verfolgen (z. B. mit Wasserkraft betriebene Rechenzentren). Anschließend sollten Sie prüfen, wie Cloud-native-Funktionen Sie beim Erreichen Ihrer Nachhaltigkeitsziele unterstützen können. Die globale 5G-Umfrage 2023 von Heavy Reading empfiehlt, den Stromverbrauch zu senken, indem so viele Funktionen wie möglich auf eine gemeinsame Infrastrukturplattform verlagert werden.
  4. Trainieren Sie Ihre KI-Modelle mit Bedacht. Ermitteln Sie den CO₂-Fußabdruck Ihrer KI mithilfe neuer Tools wie dem Emissionsrechner für maschinelles Lernen, um fundierte Entscheidungen über Cloud-Anbieter, geografische Region und Hardware-Nutzung zu treffen.
  5. Misten Sie gründlich aus. Weniger kann mehr sein. Jetzt, da Sie wissen, wo sich alles befindet, löschen Sie, was Sie nicht benötigen, und achten Sie auch künftig konsequent auf Ordnung.

Genau wie im Berufsleben können Sie auch im Privatleben einiges tun, um das digitale Horten einzudämmen:

  1. Löschen Sie nicht benötigte Apps. Durchschnittlich werden 80 Apps auf einem Gerät installiert, aber nur neun davon tatsächlich genutzt.
  2. Melden Sie sich von E-Mail-Verteilern ab. Brauchen Sie wirklich all diese E-Mails? Wenn Ihr Kind gerade auf die weiterführende Schule gekommen ist, wozu benötigen Sie dann noch das Abo für Rabattgutscheine auf Windeln?
  3. Erstellen Sie digitale Fotoalben. Wie viele Selfies brauchen Sie wirklich? Und wie sieht es mit Serienaufnahmen aus, die 20 Bilder vom selben Motiv enthalten?
  4. Misten Sie Ihre sozialen Medien aus. Entfolgen Sie Konten, Gruppen und Personen, die Sie nicht mehr interessieren.
  5. Recyceln Sie all Ihre alten Geräte, die nur Staub ansetzen (Telefone, Tablets, Computer). Viele Gemeinden veranstalten Spendenaktionen, bei denen sie alte Geräte sammeln. Alternativ könnten Sie sie verkaufen (stellen Sie vorher sicher, dass alle Daten gelöscht wurden).

F5 verpflichtet sich zur Reduzierung von Emissionen

Seit über 25 Jahren unterstützt F5 seine Kunden dabei, jede Anwendung und API überall abzusichern, bereitzustellen und zu optimieren. Wenn wir sagen, dass es unsere Mission ist, eine bessere digitale Welt zu schaffen, meinen wir dies sowohl aus Cybersicherheits- als auch aus Umweltperspektive.

Wir nehmen unsere Umweltverpflichtungen ernst und entwickeln robuste Lösungen, die es unseren Kunden ermöglichen, ihre Umweltziele zu erreichen, indem wir langlebige, effiziente und leicht recycelbare Produkte anbieten. Darüber hinaus arbeiten wir mit Lieferanten und Kunden zusammen, um die Umweltauswirkungen entlang unserer gesamten Wertschöpfungskette anzugehen, und investieren in gemeinnützige Organisationen, die sich für Klimagerechtigkeit einsetzen. Zudem verfolgen wir eine gezielte Strategie zur Verringerung des CO₂-Fußabdrucks unserer Geschäftstätigkeit, indem wir unsere Scope-1- und Scope-2-Emissionen bis 2030 halbieren.

Nehmen Sie sich anlässlich des 20.-jährigen Jubiläums des NCSAM bitte einen Moment Zeit, um darüber nachzudenken, wie Ihre Ziele in den Bereichen Cybersicherheit und ökologische Nachhaltigkeit miteinander verknüpft sind. Begleiten Sie F5 außerdem auf unserem Weg, die digitale Welt zu einem besseren Ort zu machen.

Erfahren Sie mehr darüber, wie F5 Ihnen helfen kann, Ihren digitalen CO₂-Fußabdruck zu reduzieren: www.f5.com/cloud

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Schlagwörter: 2023, cybersecurity

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