Wie viel kostet Sie der Missbrauch von Automatisierung?

F5-Ökosystem | 04. Februar 2019

Selbst wenn es bei Ihnen nicht zu einer Sicherheitsverletzung kommt, können die Kosten automatisierter Angriffe höher sein, als Sie denken.

Wir wissen, dass heutzutage fast die Hälfte des Internetverkehrs von Bots erzeugt wird. Einige davon sind gut, die meisten jedoch schädlich. Die Effizienzvorteile von Automatisierung und maschinellem Lernen werden als Waffe eingesetzt, um sowohl Aufklärungsversuche als auch Angriffe durchzuführen.

Abgesehen von der Sicherheitsbedrohung – die existenziell ist und zweifellos der Grund dafür, dass ein erheblicher Anteil der Unternehmen Dienste zur Bot-Abwehr einsetzt – hat dieser unerwünschte Datenverkehr auch konkrete wirtschaftliche Auswirkungen. Ich habe einige Modelle erstellt, um diese Auswirkungen zu veranschaulichen.

AUSWIRKUNGEN auf die SERVERKOSTEN

Zunächst entsteht eine zusätzliche Belastung für die Anwendung bzw. den Server. Anwendungen verfügen nur über eine begrenzte Verbindungskapazität, und sowohl Bots als auch legitime Nutzer benötigen eine Verbindung. Wenn Bots Verbindungen belegen, stehen diese legitimen Nutzern nicht zur Verfügung. Daher sind zusätzliche Ressourcen erforderlich, um sicherzustellen, dass zahlende Kunden auf die Website bzw. Anwendung zugreifen können.

Ausgehend von der allgemein anerkannten Zusammensetzung des Datenverkehrs – 50 % oder mehr werden von Bots erzeugt – kann man davon ausgehen, dass auf jeden legitimen Nutzer ein Bot kommt. Bei zwei Anfragen stammt also eine von einem legitimen Nutzer und die andere von einem Bot. Daraus lässt sich ableiten, dass wir für jede Serverinstanz, die zur Bearbeitung legitimer Anfragen benötigt wird, eine weitere zur Bearbeitung von Bot-Anfragen benötigen.

Das bedeutet im Grunde, dass Sie wegen der Bots doppelt so viel wie nötig für Serverinstanzen bezahlen. Wenn Sie normalerweise 5 Instanzen zur Bearbeitung legitimer Anfragen benötigen, kostet Sie das etwa 1.401,60 $ pro Jahr. Verdoppeln Sie diese Anzahl nun, um auch die Bots zu bewältigen, zahlen Sie 2.803,20 $ pro Jahr.

AUSWIRKUNGEN auf die BANDBREITENKOSTEN

Aber das ist noch nicht alles!

Das disruptive Geschäftsmodell der Cloud beschränkte sich nicht darauf, verbrauchsabhängige Abrechnung und Abonnements einzuführen. Es brachte uns auch das Prinzip näher, bei Diensten nur für das zu bezahlen, was man tatsächlich nutzt. Heute kann man à la carte aus einer Vielzahl von Optionen wählen – von Datenbanken über Messaging und Speicher bis hin zum Lastenausgleich.

Einige Dienste fallen jedoch unabhängig davon an, ob Sie sich für sie entschieden haben oder nicht. Ausgehende Bandbreite – also die Netzwerknutzung – gehört zu den Kosten, über die niemand gerne spricht. Dennoch handelt es sich um Kosten, die durch den Einsatz von Bots als Waffe ebenso erheblich beeinflusst werden wie Rechenressourcen.

Laut HTTP Archive beträgt die durchschnittliche Größe einer Seite heute 1288 KB. Ganz schön üppig. Der übliche Preis für Bandbreite liegt bei etwa zwölf (12) Cent pro GB. Ich habe dies konservativ modelliert, beginnend mit lediglich zehn (10) Besuchern pro Tag und dann jeweils um den Faktor zehn gesteigert. Das Modell geht davon aus, dass 50 % der Besucher Bots sind. Bei 10 Besuchern pro Tag sprechen wir lediglich von einem Unterschied zwischen 1,09 $ (ohne Bots) und 2,19 $ (mit Bots) pro Jahr. Steigert man das auf 10.000 Besucher pro Tag, ergeben sich jährliche Kosten von 1.096,66 $ ohne Bots und 2.193,32 $ mit Bots.

Auch hier zahlen Sie wahrscheinlich doppelt so viel pro Jahr, weil Sie Bots unterstützen. Für sich genommen mag das gar nicht so schlimm erscheinen. Schließlich zahlen Sie nur etwa 2.000 $ pro Jahr für die Bandbreite. Angesichts des üblichen Preises für eine T1-Leitung ist das ein Schnäppchen.

Sehen wir uns die Kosten gemeinsam an.

Die wirtschaftlichen Auswirkungen von Bots summieren sich allmählich – insbesondere angesichts der relativ geringen Zahl täglicher Besucher mit begrenzter Interaktion. Eine API-basierte App mit häufigeren Interaktionen wird diese Kosten drastisch erhöhen – und damit auch die Kosten dafür, Bots den gleichen Stellenwert wie menschlichen Nutzern einzuräumen.

Bedenken Sie auch, dass wir bislang nur an der Oberfläche dessen gekratzt haben, was es kostet, eine App in der Cloud sicher und schnell zu betreiben. Rechnet man noch CDN- und Lastverteilungsdienste sowie eine WAF hinzu, die verhindert, dass als Waffe eingesetzte Bots tatsächlich Schaden anrichten, wird Ihre Rechnung ziemlich drastisch in die Höhe schnellen.

Rackspace bietet einen recht einfachen, aber hervorragenden Rechner für Cloud-Kosten an, der virtuelle Server, Load Balancer, Datenbanken und verschiedene Zusatzoptionen wie Speicher, Backups und Monitoring berücksichtigt – zusätzlich zur Bandbreite. Mit diesem Tool können Sie sich einen guten Überblick darüber verschaffen, wie viel Ihre Cloud-Präsenz kosten wird. Vergessen Sie nicht, Ihre Schätzung zu verdoppeln, um diese als Waffen eingesetzten Bots einzukalkulieren.

AUCH IM RECHENZENTRUM SUMMIEREN SICH DIE KOSTEN

Nun könnten Sie meinen, Sie könnten die wirtschaftlichen Auswirkungen vermeiden, indem Sie im Rechenzentrum bleiben. Ganz im Gegenteil. Auch wenn es vielleicht nicht so offensichtlich ist, zahlen Sie weiterhin für Rechenleistung und Bandbreite sowie für alle erforderlichen Dienste, um die Anwendung zu beschleunigen und abzusichern. Darüber hinaus fallen wahrscheinlich zusätzliche Kosten für den Betrieb der Dienste sowie die Wartung des Netzwerks und der Speicher-Arrays an. Und da wir die Kosten eines Rechenzentrums gründlich und ehrlich betrachten sollten, bin ich sicher, dass ich bei genauerer Suche auch die Kosten lokaler Bots anhand der verbrauchten Kilowattstunden ermitteln kann. Denn wenn sie Rechenleistung nutzen, verbrauchen sie Strom – und Strom kostet Geld.

Ich empfehle Ihnen, Ihre Protokolle etwas genauer unter die Lupe zu nehmen und zu analysieren, welcher Anteil Ihres gesamten Datenverkehrs tatsächlich auf unerwünschte Bot-Aktivitäten zurückzuführen ist. Rechnen Sie anschließend aus, wie viel Sie dafür tatsächlich bezahlen.

Denn eines ist klar: Sie zahlen in vielerlei Hinsicht für diesen unerwünschten Datenverkehr – durch Rechen-, Bandbreiten- und Dienstkosten sowie durch betrieblichen Mehraufwand. Daher ist es sinnvoll, diese Kosten so weit wie möglich zu senken, indem Sie Bot-Abwehrlösungen und Web Application Firewalls einsetzen. Beides kann die Geschäftskosten in der digitalen Wirtschaft reduzieren, indem der Datenverkehr durch unerwünschte Bots verringert wird.

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Schlagwörter: 2019

Über den Autor

Lori Mac Vittie
Lori Mac VittieDistinguished Engineer und Chief Evangelist | F5

Lori MacVittie ist Distinguished Engineer und Chief Evangelist im Office of the CTO von F5 und verfügt über umfassende Expertise in den Bereichen Anwendungsbereitstellung, Automatisierungsstrategie und Infrastruktur. Sie ist dafür bekannt, Komplexität verständlich zu machen – ob sie Leitplanken für KI-Agenten definiert, fragile Multicloud-Architekturen analysiert oder die Grenzen skalierbarer Systeme auslotet. Sie verfügt über mehr als dreißig Jahre Branchenerfahrung in der Anwendungsentwicklung, IT-Architektur sowie im Netzwerk- und Systembetrieb. Bevor sie zu F5 kam, war sie als mehrfach ausgezeichnete Technologie-Redakteurin tätig. MacVittie hat einen Masterabschluss in Informatik und ist eine produktive Autorin, deren Veröffentlichungen die Bereiche Sicherheit, Cloud und Unternehmensarchitektur abdecken. Außerdem spielt sie leidenschaftlich gern Brett- und Videospiele und vertritt mit voller Überzeugung klare Ansichten zum Thema Käse.

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