Der heutige 28. Januarth ist in den Vereinigten Staaten, Kanada, Israel und den 47 EU-Ländern, in denen dieser Tag begangen wird, als Datenschutztag bekannt (in der Europäischen Union auch als Europäischer Datenschutztag).
Privatsphäre – insbesondere der Schutz personenbezogener Daten – ist von entscheidender Bedeutung. Viele nationale Verfassungen – tatsächlich mehr als 150 – erwähnen das „Recht auf Privatsphäre“. Es wird auch in der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte der Vereinten Nationen genannt und durch die Europäische Menschenrechtskonvention geschützt. In vielen Ländern, Regionen und Bundesstaaten wurden zahlreiche Datenschutzvorschriften erlassen, darunter die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) der EU und der California Consumer Privacy Act (CCPA).
Der Datenschutztag soll Unternehmen und Verbraucher dafür sensibilisieren, wie wichtig es ist, die Privatsphäre der Nutzer und ihre personenbezogenen Daten zu schützen. Er soll informieren und die Entwicklung von Werkzeugen fördern, mit denen Unternehmen und Verbraucher personenbezogene Nutzerdaten besser verwalten und kontrollieren können. Außerdem soll er dazu beitragen, dass bestehende Datenschutzgesetze und -vorschriften wie die DSGVO und der CCPA konsequenter oder umfassender eingehalten werden. Viele internationale und nationale Behörden, Ministerien und Gremien sowie Bildungseinrichtungen und Branchenverbände nehmen den Datenschutztag zum Anlass, Diskussionen darüber anzustoßen oder fortzuführen, wie sich die Privatsphäre und die Daten von Verbrauchern und Nutzern besser schützen lassen.
Umsetzung in die Praxis
Eine der beliebtesten und besten Möglichkeiten, den Datenschutz für Verbraucher- und Nutzerdaten zu erhöhen – unabhängig davon, ob sie gespeichert oder übertragen werden –, ist die Verschlüsselung. Die Verschlüsselung von Verbraucher- und Nutzerdaten sowie der Verfahren zu ihrer Übertragung ist unerlässlich, um personenbezogene Daten vertraulich zu halten.
Heutzutage ist Verschlüsselung allgegenwärtig. Die verstärkte Aufmerksamkeit für den Schutz von Benutzer- und anderen Daten hat dazu beigetragen, dass der verschlüsselte Datenverkehr rasant zugenommen hat. Darüber hinaus bieten inzwischen viele Anbieter kostenlose oder kostengünstige Zertifikate an, um die Online-Sicherheit zu verbessern, wovon Benutzer, Verbraucher und Unternehmen profitieren. Im Grunde versuchen sie, das gesamte Web zu verschlüsseln! Laut F5 Labs werden inzwischen 86 % aller Webseitenaufrufe mit SSL oder TLS verschlüsselt. Zudem entfallen über 96 % des heutigen verschlüsselten Web-Datenverkehrs auf das Verschlüsselungsverfahren Advanced Encryption Standard (AES). Die zuvor genannten Datenschutzvorschriften und -anforderungen wie die DSGVO, der CCPA und andere fördern die Einführung von Verschlüsselung, auch wenn die meisten dieser Vorschriften und Anforderungen keine Verschlüsselung von Benutzer- und personenbezogenen Daten vorschreiben. Viele Unternehmen verschlüsseln jedoch Benutzerdaten und Kommunikation, um nicht gegen eben diese Vorschriften und Anforderungen zu verstoßen.
Die unvermeidlichen Nachteile
Verschlüsselung schützt zwar hervorragend die Privatsphäre der Nutzer und ihrer Daten, bringt jedoch zugleich ein Problem mit sich, das Nutzer und Unternehmen gleichermaßen vor ein ernstes Dilemma stellt: Auch Angreifer und Hacker nutzen Verschlüsselung gerne, um Malware, Ransomware und andere Angriffsvektoren zu verschleiern. Leider entsteht durch Verschlüsselung ein blinder Fleck in der IT-Sicherheit.
Beispielsweise nutzen betrügerische Websites, die in Phishing- und Spearphishing-Kampagnen eingesetzt werden, zunehmend HTTPS, um authentisch zu wirken und arglose Benutzer dazu zu verleiten, auf mit Malware infizierte Links zu klicken oder ihren Benutzernamen und ihr Passwort auf überzeugend gestalteten, aber gefälschten Anmeldeseiten einzugeben. Damit täuschen sie sogar Benutzer, die das kleine Vorhängeschloss in der Adressleiste als Zeichen für eine sichere, geschützte Website ansehen. Laut F5 Labs verwenden mittlerweile 72 % der Phishing-Websites Verschlüsselung. Erschwerend kommt hinzu, dass Angreifer, Hacker und andere böswillige Akteure Verschlüsselung nicht nur nutzen, um Bedrohungen zu verbergen. Sie machen sich auch den durch Kryptografie ermöglichten Datenschutz zunutze, um sich der nachträglichen forensischen Erkennung zu entziehen, indem sie eine bestimmte Angriffskampagne mit Malware und Phishing-Websites für jedes Opfer nur ein einziges Mal einsetzen.
Phishing ist ein Angriff, gegen den man sich nur sehr schwer schützen kann, da dabei die menschliche Psyche durch Social Engineering sowie Fehl- und Desinformation ausgenutzt wird. Phishing macht sich die menschliche Natur und Emotionen wie Angst zunutze. Dies gilt insbesondere während der Coronavirus-Pandemie. Angreifer wissen das und nutzen es zu ihrem Vorteil. F5 Labs stellte fest dass die Zahl neuer HTTPS-Zertifikate, die die Wörter „covid“ oder „corona“ enthielten, zeitgleich mit dem sprunghaften Anstieg der COVID-19-Fallzahlen zunahm. Selbst bekannte Gesundheitsorganisationen wie die Weltgesundheitsorganisation (WHO) und die US-amerikanischen Centers for Disease Control and Prevention (CDC) wurden und werden weiterhin von Angreifern in gezielten Phishing-Kampagnen imitiert. Dabei sollen Opfer auf schädliche Domains gelockt und zum Herunterladen von Malware oder anderen Schadprogrammen verleitet oder dazu gebracht werden, ihre Anmeldedaten auf gefälschten Anmeldeseiten einzugeben.
Was Sie dagegen tun können
Wie kann ein Unternehmen heutzutage also die Privatsphäre sowie die Daten und personenbezogenen Informationen von Nutzern und Verbrauchern schützen und sich gleichzeitig gegen verschiedene Angriffe und Sicherheitsverletzungen wappnen?
Unternehmen sollten eine Lösung einsetzen, die das täglich anfallende enorme Volumen an verschlüsseltem ein- und ausgehendem Datenverkehr skalierbar entschlüsseln kann. Angesichts des heutigen Umfangs des verschlüsselten Datenverkehrs, der Notwendigkeit, den Datenschutz für Benutzer und Verbraucher zu gewährleisten, sowie des hohen Rechenaufwands für die Ent- und erneute Verschlüsselung ist es keine gute Idee, eine bestehende Sicherheitslösung doppelt zu belasten, indem sie sowohl für die Sicherheit als auch für die Ent- und erneute Verschlüsselung des Datenverkehrs eingesetzt wird. Ein überlastetes, überbeanspruchtes Sicherheitsgerät könnte verschlüsselten Datenverkehr einfach ungeprüft passieren lassen oder die Sicherheitsaufgaben nicht mehr erfüllen, für die es eingesetzt wurde.
Um den Schutz und die Sicherheit von Benutzer- und Kundendaten zu gewährleisten und Datenschutzbestimmungen und -anforderungen nicht zu verletzen, sollten Unternehmen eine Lösung einsetzen, die privaten Benutzer- und Kundenverkehr – etwa Finanz- oder Gesundheitsdaten – intelligent von der Entschlüsselung ausnimmt. Dieser Datenverkehr sollte jedoch nicht ungeprüft passieren dürfen, sondern von einer begrenzten Auswahl an Lösungen im Sicherheits-Stack überprüft werden. Dies ist allerdings nur möglich, wenn die Lösungen im Sicherheits-Stack nicht statisch hintereinandergeschaltet sind, sondern in dynamische Sicherheitsdienstketten eingebunden werden können. Dabei sorgen kontextsensitive Richtlinien dafür, dass eingehender verschlüsselter Datenverkehr nach der Entschlüsselung an die passende Sicherheitsdienstkette weitergeleitet wird.
Dies wird als SSL-Orchestrierung bezeichnet, und die obige Beschreibung verdeutlicht (hoffentlich), warum sie heutzutage so wichtig ist: nicht nur, um die Sicherheit des Unternehmens zu gewährleisten, sondern auch, um sicherzustellen, dass die Daten von Nutzern und Verbrauchern geschützt und vertraulich behandelt werden.
Weitere Informationen zu F5 SSL Orchestrator finden Sie hier.
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