Sicherheit, Skalierbarkeit, Erfolg: Warum die Runtime Priorität hat

F5 ADSP | 15. April 2025

KI ist längst kein Experiment mehr. Sie wird produktiv eingesetzt – sie treibt Chatbots an, unterstützt Entscheidungen und verändert die Arbeitsweise von Unternehmen. Doch ein blinder Fleck wird dabei leicht übersehen: die Laufzeitumgebung.

Während das Training für Schlagzeilen sorgt, erwacht KI erst zur Laufzeit zum Leben. Hier interagieren Modelle mit echten Nutzern, Daten und Entscheidungen. Und hier entstehen auch die größten Sicherheitsrisiken.

Und so sieht die Realität aus: Die meisten Unternehmen nutzen KI auf der Laufzeitebene, nicht während des Trainings. Dort nimmt die Akzeptanz rasant zu – und dort hinkt die Sicherheit allzu oft hinterher.

Von Blackboxen zu Angriffsflächen

Die KI-Laufzeit ist nicht nur eine Bereitstellungsphase. Sie ist eine neue Angriffsfläche – eine, die aktiv, unvorhersehbar und ungeschützt ist.

Das sind die Gründe:

  • Eingaben sind unvorhersehbar. Jede Eingabeaufforderung an ein KI-Modell, eine Anwendung oder einen Agenten stellt eine potenzielle Angriffsmöglichkeit dar. Angreifer können scheinbar harmlose Benutzereingaben als Waffe einsetzen – durch Prompt-Injections, Jailbreaks oder die böswillige Verkettung von Kontexten.
  • Ausgaben sind anfällig. KI-generierte Inhalte können geschützte Daten preisgeben, vertrauliche Kundeninformationen offenlegen oder schädliche beziehungsweise nicht regelkonforme Antworten erzeugen – und das innerhalb von Sekunden und häufig unbemerkt.
  • Modelle vergessen nichts. Einige Sprachmodelle behalten Details aus ihren Trainingsdaten im Gedächtnis. Dieses unbeabsichtigte Auswendiglernen kann dazu führen, dass Daten durch beiläufige Prompts nach außen gelangen.
  • Das Verhalten ist undurchsichtig. Hochentwickelte Modelle sind komplex und verhalten sich oft wie Blackboxen, deren Funktionsweise nicht einsehbar ist. Aufgrund dieser Unvorhersehbarkeit lässt sich schwerer prognostizieren, wie sie in Grenzfällen oder bei Angriffen reagieren.
  • Sicherheitsteams fehlt es an Kontrolle. Unabhängig davon, ob sie APIs von Modellanbietern nutzen oder Open-Source-Modelle intern hosten: Den meisten Unternehmen fehlen detaillierte Tools, um Richtlinien durchzusetzen, Aktivitäten zu überwachen oder Angriffe in Echtzeit zu blockieren.

Das Fazit? Die Laufzeit ist nicht passiv. Sie ist dynamisch, kontinuierlich aktiv und Live-Benutzereingaben ausgesetzt – damit ist sie ein bevorzugtes Ziel für Angreifer und zugleich eine kritische Lücke in den meisten Sicherheitsprogrammen.

Eine neue Schutzebene für Unternehmens-KI

Der Schutz von KI zur Laufzeit lässt sich nicht mit einer einzelnen Kontrollmaßnahme oder einem einzelnen Tool gewährleisten – dafür ist ein mehrschichtiger, anpassungsfähiger Schutzbereich erforderlich, der speziell auf den realen Einsatz von KI-Systemen zugeschnitten ist.

Das beginnt mit der Durchsetzung von Richtlinien am Interaktionspunkt. Unternehmen benötigen Mechanismen, um jede Eingabeaufforderung und jede Antwort zu überprüfen und dabei Prompt-Injection, schädliche Inhalte, Datenlecks und andere kontextspezifische Risiken zu bewerten. Diese Laufzeit-Schutzmechanismen müssen dynamisch sein, sich also an neue Bedrohungen und veränderte Compliance-Anforderungen anpassen, ohne den Geschäftsbetrieb zu beeinträchtigen.

Doch bei der Absicherung der Laufzeit geht es nicht nur darum, zu reagieren, sondern auch darum, vorauszudenken. Da Angreifer neuartige Strategien entwickeln, um das Verhalten von Modellen auszunutzen, benötigen Unternehmen offensive Fähigkeiten, mit denen sie KI-Systeme Red-Teaming unterziehen können. Der Einsatz fortschrittlicher, speziell für KI entwickelter Angriffstechniken stellt sicher, dass die Abwehr dem Möglichen und nicht nur dem bereits Bekannten immer einen Schritt voraus bleibt.

Schließlich benötigen Unternehmen Transparenz. Ohne Einblick in die Nutzung von KI – auf welche Modelle zugegriffen wird, von wem und zu welchem Zweck – lässt sich der KI-Einsatz nicht wirksam steuern. Die Beobachtbarkeit über die gesamte Laufzeitebene hinweg bildet die Grundlage für Sicherheit und Vertrauen.

Zusammengenommen bilden diese Funktionen eine neuartige Sicherheitsebene, die speziell für die Laufzeitumgebung entwickelt wurde und für jedes Unternehmen unverzichtbar ist, das generative KI zuverlässig skalieren möchte.

Von der Erkenntnis zum Handeln

Laufzeitsicherheit ist längst kein optionales Extra mehr, sondern eine strategische Notwendigkeit. Für Sicherheitsverantwortliche in Unternehmen stellt sich nicht mehr die Frage, ob die Laufzeit abgesichert werden sollte, sondern wie schnell dies geschehen kann.

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Über den Autor

Jessica Brennan
Jessica BrennanSenior Product Marketing Manager, KI-Sicherheit | F5

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