Self-Hosting vs. Models-as-a-Service: Der Zielkonflikt bei der Laufzeitsicherheit

F5 ADSP | 01. Mai 2025

Da GenAI-Systeme zunehmend von experimentellen Pilotprojekten zu unternehmensweiten Implementierungen übergehen, gewinnt eine Architekturentscheidung erheblich an Bedeutung: Wie wird Ihr Unternehmen laufzeitbasierte Funktionen bereitstellen?

Unabhängig davon, ob Sie mit Open-Source-Modellen arbeiten, die auf Ihrer eigenen Infrastruktur gehostet werden, oder APIs eines großen Anbieters wie OpenAI oder Anthropic integrieren: Die Entscheidung zwischen Self-Hosting und Models-as-a-Service hat sehr unterschiedliche Auswirkungen auf die Sicherheit. Für viele sind diese Auswirkungen möglicherweise nicht sofort erkennbar – doch sie bilden die Grundlage für ein langfristiges KI-Risikomanagement.

Geschwindigkeit vs. Kontrolle: Zwei Wege zur Bereitstellung

Der Model-as-a-Service-Ansatz bietet klare Vorteile: einfache Implementierung, schnelle Skalierung und kontinuierlichen Zugriff auf Aktualisierungen. Mit nur minimalem internem Fachwissen können Teams nahezu sofort damit beginnen, KI in Produkte und Arbeitsabläufe zu integrieren.

Doch dieser Komfort hat seinen Preis: weniger Transparenz, eine stärkere Offenlegung von Daten und eine wachsende Abhängigkeit von der Infrastruktur Dritter. Die Bindung an einen Anbieter und schwer kalkulierbare Kosten sind dabei nur der Anfang. Noch schwerwiegender ist, dass Sicherheitsteams weitgehend im Dunkeln tappen und weder das Verhalten der Modelle noch die vorhandenen Schutzmaßnahmen oder den möglichen Umgang mit ihren Daten vollständig beurteilen können.

Andererseits bieten selbst gehostete Modelle ein Höchstmaß an Kontrolle. Unternehmen können sensible Daten in ihren eigenen Umgebungen aufbewahren, Modellkonfigurationen anpassen und Bereitstellungen gezielt auf individuelle Leistungs- oder Compliance-Anforderungen abstimmen. Für Unternehmen in regulierten Branchen – oder solche mit besonders wertvollem geistigem Eigentum – ist diese Autonomie äußerst attraktiv.

Doch das ist nicht ohne Komplexität. Self-Hosting erfordert spezialisiertes KI- und Sicherheits-Know-how sowie die operativen Kapazitäten, um Updates zu verwalten, Sicherheitslücken zu schließen und neu auftretende Bedrohungen zu erkennen. Die Verantwortung für die Sicherheit verlagert sich nicht einfach – sie liegt vollständig beim Unternehmen.

Einen Weg wählen, ohne blind zu entscheiden

Fest steht, dass beide Bereitstellungsmodelle – Model-as-a-Service und selbst gehostet – praktikabel sind. Doch keines von beiden ist risikofrei. Bei der Entscheidung geht es nicht nur um Leistung oder Beschaffung, sondern darum, wo Ihre Verantwortung beginnt und wo sie endet.

Zunehmend gibt es darauf keine eindeutige Entweder-oder-Antwort. Viele Unternehmen setzen auf hybride Ansätze, bei denen sie Cloud-Dienste für allgemeine Anwendungen nutzen und selbst gehostete Umgebungen sensiblen Anwendungsfällen vorbehalten. Doch auch hybride Strategien erfordern ein klares Verständnis davon, wo Risiken liegen und wie entsprechende Kontrollmechanismen gestaltet werden müssen.

Unser Whitepaper „Sicherheitsrisiken beim Betrieb generativer KI“ beleuchtet diesen Zielkonflikt eingehender, schlüsselt die Sicherheitsaspekte der einzelnen Bereitstellungsmodelle auf und hilft Führungskräften in Unternehmen, fundierte Entscheidungen zu treffen.

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Über den Autor

Jessica Brennan
Jessica BrennanSenior Product Marketing Manager, KI-Sicherheit | F5

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