Der Container-Hype hält unvermindert an. Doch für Anwendungen und Architekturen bedeutet das möglicherweise nicht das, was Sie denken.
Nach wie vor besteht die Tendenz, Container mit Microservices gleichzusetzen. Und mit gleichsetzen meine ich, die Begriffe „austauschbar zu verwenden“.
Das ist eine falsche Annahme.
Tatsächlich wird heute ein erheblicher Anteil der Container für die Bereitstellung … bestehender Anwendungen eingesetzt. Wie das Container Journal berichtet, ergab eine IDC-Umfrage, dass weniger als die Hälfte (46 %) der Container für neue Anwendungen verwendet wurde. Auf den übrigen liefen bestehende Anwendungen. (Quelle: IDC-Umfrage zeigt: Container treiben geschäftskritische Anwendungen voran) Die häufig angeführte Erklärung für diese ungewöhnliche Kombination? Modernisierung.
Zahlreiche Studien und Untersuchungen zeigen, dass der Anteil „neuer“ Anwendungen, die cloudnativ entwickelt werden, nach wie vor relativ gering ist – laut einer Studie von Capgemini weniger als jede fünfte. Eine aktuelle Studie von Diamanti ergab, dass 31 % der IT-Führungskräfte Container gezielt zur Modernisierung von Legacy-Anwendungen einsetzen wollten. Das ist nicht überraschend. Wir befinden uns in einer Ära generationsübergreifender IT, in der fünf verschiedene Generationen von Anwendungsarchitekturen unterstützt werden.

Es gibt also all diese traditionellen Anwendungen – und es kommen noch weitere hinzu –, die möglicherweise letztendlich in Containern bereitgestellt werden.
Ich behaupte, dass das eine gute Sache ist, denn Container und verwandte Technologien wie Service-Meshes können Modernisierungsmaßnahmen tatsächlich unterstützen.
Modernisierung des Monitorings mit einem Service Mesh
Observability umfasst, falls Ihnen das Konzept noch nicht vertraut ist, drei allgemein anerkannte Säulen, die Cindy Sridharan in „Distributed Systems Observability“ ausführlich beschreibt:
- Ereignisprotokolle
- Metriken
- Traces
Zu diesem Thema gibt es bereits zahlreiche Inhalte – auch zu den Herausforderungen, die mit den großen Mengen an Betriebsdaten aus Protokollen und der Übertragung von Telemetriedaten einhergehen –, daher werde ich hier nicht näher darauf eingehen. Es genügt zu sagen, dass Sie alle drei benötigen, um das volle Potenzial der Observability auszuschöpfen.
Zu diesem letzten Punkt – Traces – sei außerdem gesagt, dass bestehende und ältere Anwendungen im Nachteil sind. Die meisten wurden nämlich nicht dafür instrumentiert, die erforderlichen Telemetriedaten auszugeben, mit denen sich der Weg einer Transaktion von der Entstehung bis zur Ausführung nachverfolgen lässt. Ereignisprotokolle und Metriken lassen sich unabhängig von Anwendungsarchitektur und Umgebung wesentlich einfacher erzeugen und erfassen. Sie gehören bei praktisch jeder Web- und Anwendungsplattform zum Standard. Aber Instrumentierung? Dafür sind in der Regel eingebetteter Code oder Agenten erforderlich, die Einblick in den Echtzeitdatenverkehr haben.
Und genau das ist eine der Funktionen, die ein Service Mesh bereitstellen kann.
Wie Sie sich vielleicht erinnern, besteht ein Service Mesh hauptsächlich aus Sidecar-Proxys innerhalb einer Container-Orchestrierungsumgebung. Diese Proxys leiten im Wesentlichen die gesamte ein- und ausgehende Kommunikation eines Containers weiter. Dadurch ermöglichen sie nicht nur die Skalierung von Diensten, sondern bieten auch einen idealen Ansatzpunkt, um den Datenverkehr zu instrumentieren und so eine vollständige Beobachtbarkeit zu gewährleisten. Sie können Nachrichten, die die Container-Umgebung durchlaufen, mit detaillierten Tags und anderen Metadaten anreichern, sodass Systeme den Datenverkehr über mehrere Systeme und Dienste hinweg nachverfolgen und korrelieren können.
Und das Beste daran: Sie können dies mit nur sehr geringen Änderungen an der Anwendung erreichen. In einigen Fällen, etwa bei Java-Anwendungen, gibt es konfigurationsbasierte Optionen, mit denen sich die entsprechenden Funktionen ohne Codeänderungen integrieren lassen.
Die Fähigkeit, Traces aus bestehenden Anwendungen auszugeben, ist eine entscheidende Voraussetzung für echte Observability. Wenn bestehende Anwendungen in Containern bereitgestellt werden sollen, sollten Sie prüfen, wie ein Service Mesh zu ihrer Modernisierung beitragen kann.
Über den Autor

Lori MacVittie ist Distinguished Engineer und Chief Evangelist im Office of the CTO von F5 und verfügt über umfassende Expertise in den Bereichen Anwendungsbereitstellung, Automatisierungsstrategie und Infrastruktur. Sie ist dafür bekannt, Komplexität verständlich zu machen – ob sie Leitplanken für KI-Agenten definiert, fragile Multicloud-Architekturen analysiert oder die Grenzen skalierbarer Systeme auslotet. Sie verfügt über mehr als dreißig Jahre Branchenerfahrung in der Anwendungsentwicklung, IT-Architektur sowie im Netzwerk- und Systembetrieb. Bevor sie zu F5 kam, war sie als mehrfach ausgezeichnete Technologie-Redakteurin tätig. MacVittie hat einen Masterabschluss in Informatik und ist eine produktive Autorin, deren Veröffentlichungen die Bereiche Sicherheit, Cloud und Unternehmensarchitektur abdecken. Außerdem spielt sie leidenschaftlich gern Brett- und Videospiele und vertritt mit voller Überzeugung klare Ansichten zum Thema Käse.
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