
In unserem vorherigen Blogbeitrag über Betrug bei Arbeitslosenleistungen haben wir das perfekte Zusammenspiel von Umständen erörtert, das durch die wirtschaftlichen Folgen der COVID-19-Pandemie, den Druck auf staatliche Behörden, Arbeitslosenleistungen bereitzustellen, und die fehlende Infrastruktur zur Betrugsbekämpfung in diesen Behörden entstanden ist. Auch wenn die Lage nicht gut ist, gibt es glücklicherweise klare Wege, um gegen Betrug bei Arbeitslosenleistungen vorzugehen.
Während wir weiterhin neue Erkenntnisse über Arbeitslosenbetrug gewinnen und dagegen vorgehen, stellen wir bei F5 unter den Betrügern vor allem die folgenden fünf Trends fest:
- Betrüger haben es jetzt leichter: Der Druck auf staatliche Behörden, bedürftigen Familien finanzielle Mittel bereitzustellen, hat es Betrügern in Verbindung mit der gestiegenen Zahl von Anträgen erleichtert, mit Arbeitslosenbetrug davonzukommen. Sie haben schlicht die große Zahl der Anträge genutzt, um ihre betrügerischen Aktivitäten zu verschleiern. Darüber hinaus nutzten sie gezielt Bundesstaaten ohne Einkommensteuer aus, da dort keine Steuerunterlagen zur Überprüfung von Identitäten vorlagen. Tatsächlich wurden viele Bundesstaaten erst auf den Betrug aufmerksam, als rechtmäßige Bürger meldeten, dass ihre Identitäten gestohlen und in ihrem Namen betrügerische Anträge gestellt worden waren. Daraufhin verzögerten die Bundesstaaten die Auszahlung von Leistungen, um die Angaben vorab zu überprüfen. Dies führte jedoch lediglich dazu, dass bedürftige Familien länger auf ihre Leistungen warten mussten, was bei vielen Leistungsempfängern für zusätzlichen Frust sorgte. Ein besserer Ansatz wäre, Technologien einzusetzen, die Betrug in Echtzeit erkennen und verhindern, ohne die Auszahlung von Arbeitslosenleistungen an rechtmäßige Empfänger zu verzögern oder auszusetzen.
- Gestohlene Identitäten sind das Mittel der Wahl: Die einfachste und am weitesten verbreitete Methode für Betrug bei Arbeitslosenleistungen beginnt damit, dass Betrüger Identitäten stehlen. Laut einem Artikel von F5 Labs vom 22. Mai 2020 ist dies recht einfach: „Durch massive Datenschutzverletzungen in den Jahren 2015, 2017 und 2019 bei Gesundheitsdienstleistern, Kreditauskunfteien, Kreditkartenunternehmen und Einzelhändlern (unter anderem) wurden die Sozialversicherungsnummern praktisch aller US-Amerikaner offengelegt.“ Sobald Betrüger eine Liste gestohlener Identitäten zusammengestellt haben, können sie versuchen, neue Konten zu eröffnen und bei staatlichen Behörden Arbeitslosenleistungen zu beantragen. Um das Entdeckungsrisiko zu verringern, verwenden Betrüger häufig gestohlene personenbezogene Daten von Menschen, die verstorben oder gerade erst geboren sind, sich im Gefängnis befinden oder sogar noch beschäftigt sind. Sie können auch gefälschte „synthetische Identitäten“ erstellen, indem sie personenbezogene Daten zu einer fiktiven Person kombinieren.
- Sie brauchen eine Adresse? Kein Problem: Betrüger müssen bei der Beantragung von Arbeitslosenunterstützung eine Anschrift angeben. Die tatsächlichen Adressen der Personen zu verwenden, deren Identitäten gestohlen wurden, wäre zu riskant. Stattdessen nutzen Betrüger die Adressen leer stehender Immobilien und reichen häufig Hunderte von Anträgen mit derselben Anschrift ein. CBS Los Angeles stellte beispielsweise fest, dass für unbewohnte, zum Verkauf stehende Villen Hunderte oder sogar Tausende betrügerische Anträge auf Arbeitslosenunterstützung eingereicht worden waren, in denen diese Immobilien als Anschrift angegeben wurden. In manchen Fällen beauftragen Betrüger sogar illegale Kuriere damit, mit Arbeitslosenunterstützung aufgeladene Prepaid-Debitkarten abzuholen.
- Betrüger kopieren und fügen für ihr Leben gern ein: Wie sich herausstellt, fügen Betrüger Informationen etwa zehnmal häufiger ein als legitime Nutzer. Außerdem nutzen die meisten Betrüger für ihren Webbrowser nur einen Teil der verfügbaren Bildschirmfläche. Was befindet sich auf der restlichen Bildschirmfläche? Die Textdatei, die sie neben dem Browserfenster platzieren, um Inhalte bequem kopieren und einfügen zu können. Wenn es Ihnen wie mir geht, kopieren Sie Ihren Vor- und Nachnamen normalerweise nicht in Onlineformulare. Es sei denn natürlich, Sie versuchen, Dutzende oder Hunderte betrügerische Anträge auf Arbeitslosenunterstützung im Namen anderer Personen zu stellen.
- Betrüger verstecken sich gern: Ein wesentlicher Bestandteil der Vorgehensweise von Betrügern besteht darin, sich vor aller Augen zu verbergen und einer Entdeckung zu entgehen. Dazu setzen sie eine Vielzahl von Techniken ein. Viele Betrüger nutzen VPNs und Cloud-Infrastrukturen, um ihre Identität zu verschleiern. Außerdem wechseln sie häufig ihre IP-Adressen und User-Agents. Woher wir das wissen? Dabei stimmen die Zeitzonen ihrer Geräte oft nicht mit dem geografischen Standort ihrer IP-Adresse überein. Allerdings verwenden Betrüger gern ein vertrautes Gerät. Unsere Untersuchungen zeigen, dass dieselben betrügerisch genutzten Geräte auf eine große Anzahl von Arbeitslosengeldkonten zugreifen. So kommt es nicht selten vor, dass das Gerät eines einzelnen Betrügers als primäres Gerät für mehr als 20 betrügerische Konten verwendet wird. (Zum Vergleich: Bekanntermaßen legitime Geräte greifen meist auf ein, zwei oder höchstens drei Konten zu.)
Die COVID-19-Pandemie und die damit verbundenen wirtschaftlichen Turbulenzen stellen uns weiterhin vor enorme Herausforderungen. Leider haben Betrüger die Pandemie schnell für sich ausgenutzt und sich Arbeitslosenleistungen erschlichen, die für Einzelpersonen und Familien bestimmt sind, die in diesen turbulenten Zeiten dringend darauf angewiesen sind. Indem wir uns darüber informieren, wie Betrüger Arbeitslosenbetrug begehen, und technologische Lösungen zu dessen Erkennung und Verhinderung einsetzen, können wir die durch Betrug verursachten Verluste der Regierungen der Bundesstaaten reduzieren und sicherstellen, dass diese die Mittel zuverlässig und erfolgreich an die vorgesehenen Empfänger weiterleiten.
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