Eine Mission, die Menschen stärkt: Fragen und Antworten mit Berenika Rozanska, Mitgründerin von Phoenix Space

F5-Ökosystem | 27. März 2025

Im vergangenen November vergaben wir Fördermittel in Höhe von jeweils 50.000 US-Dollar an zehn F5-Förderpartner für MINT-Bildung weltweit, um sie bei ihrer Arbeit zu unterstützen, Frauen und Mädchen of Color Chancen im MINT-Bereich zu eröffnen.

In den kommenden Monaten werden wir einige unserer Förderpartner im Bereich MINT-Bildung 2024 und ihre wichtige Arbeit auf der ganzen Welt vorstellen.

Phoenix Space ist eine visionäre Initiative, die vertriebene und benachteiligte Schülerinnen und Schüler weltweit mit hochmodernen MINT-Bildungsprogrammen und -instrumenten unterstützt, um ihre naturwissenschaftliche Kompetenz zu fördern, ihre Lebenschancen zu verbessern und Gemeinschaften zu stärken.

Für diesen ersten Blogbeitrag der Reihe haben wir mit Berenika Rozanska, Mitgründerin von Phoenix Space, gesprochen, um mehr über die Organisation zu erfahren und darüber, wie ihre Aktivitäten in Kenia von der Partnerschaft im Rahmen des F5-Förderprogramms für MINT-Bildung profitieren.

F: Inwiefern hat Ihr bisheriger Werdegang Ihre heutige Arbeit bei Phoenix Space geprägt?

Rozanska: Ich stamme ursprünglich aus Polen, lebe aber derzeit in Portugal. Mein Interesse an der Förderung von Bildung entwickelte sich schon früh, da es mir schon immer ein großes Anliegen war, andere zu stärken – insbesondere Menschen, die keinen Zugang zu verlässlichen Unterstützungsangeboten haben.

Im Laufe meiner Karriere habe ich mich intensiv in Initiativen engagiert, die darauf abzielen, Gemeinschaften zu stärken. Mit der Zeit wurde mir bewusst, dass eine erhebliche Lücke entsteht, wenn keine Erwachsenen da sind, die Kinder darin bestärken, ihre Träume und Leidenschaften zu verfolgen. Dadurch wurde mein Interesse an diesem Bereich erst richtig geweckt.

Durch meine Arbeit an Projekten in verschiedenen Teilen der Welt rückte für mich insbesondere die Unterstützung von Gemeinschaften in Ländern in den Mittelpunkt, die vor großen Herausforderungen stehen. Ich habe schon immer an die Kraft der Bildung geglaubt, Leben zu verändern – insbesondere in benachteiligten Gemeinschaften.

F: Können Sie uns mehr über die Gründung von Phoenix Space und seine Entwicklung erzählen?

Rozanska: Absolut. Phoenix Space wurde Ende 2019 gegründet, als unsere Gründerin Alevtina Nepomniachtchikh in der Türkei die Auswirkungen der syrischen Flüchtlingskrise und deren Folgen für junge Menschen miterlebte. Es war offensichtlich, dass viele Jugendliche keinen Zugang zu angemessenen Bildungsangeboten hatten, insbesondere in den MINT-Fächern, die für ihre Zukunft so wichtig sind. Von diesem Moment an wusste sie, dass sie etwas tun musste, um dies zu ändern.

Zu Beginn konzentrierten wir uns darauf, Kindern spannende MINT-Kurse anzubieten, wobei unser Schwerpunkt auf den 10- bis 17-Jährigen lag. Wir stellten fest, dass es in vielen Ländern und Regionen buchstäblich keinen Zugang zu interaktiven und leicht zugänglichen MINT-Kursen gibt.

Also begannen wir, dynamische und gemeinschaftliche Programme anzubieten, die die Schülerinnen und Schüler wirklich begeisterten. Mit unserem Wachstum gingen wir Partnerschaften mit renommierten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern sowie Physikerinnen und Physikern aus aller Welt ein und boten Live-Vorträge an, die in die jeweiligen Landessprachen übersetzt wurden, um die Inhalte leichter zugänglich zu machen.

Seitdem haben wir unser Angebot um digitale Weiterbildungen für junge Erwachsene erweitert und zusätzliche Kurse für Gemeinschaften in Regionen wie der Türkei, dem Libanon und der Ukraine aufgenommen.

Wir freuen uns sehr, unsere Arbeit in Kenia in diesem Jahr dank der Unterstützung von F5 fortsetzen zu können. Mit Blick auf die Zukunft prüfen wir außerdem weitere Standorte in Afrika sowie im Vereinigten Königreich und in Asien.

Schülerinnen und Schüler, die sich melden

Phoenix Space zeichnet sich durch praxisnahe, hochmoderne MINT-Programme in benachteiligten Gemeinschaften auf der ganzen Welt aus.

F: Können Sie beschreiben, was Sie in Kenia tun und welche Wirkung Sie dort erzielen?

Rozanska: Dank der Unterstützung von F5 führen wir in Kenia Pilotprojekte für MINT-Programme durch und weiten diese rasch aus. Im weiteren Verlauf dieses Jahres setzen wir eines unserer wichtigsten Programme um, das sogenannte STEM-Spark-Programm.

Dazu arbeiten wir mit einer Gruppe von 250 Mädchen aus einem der größten Slums der Welt in Nairobi zusammen. Das Programm soll die Neugier auf MINT-Themen wecken – daher der Name. Es umfasst Weltraumwissenschaften, Mathematik, Ingenieurwesen und Programmierung. Ziel ist es, unsere Schülerinnen zu inspirieren, zu motivieren und ihnen die nötigen Werkzeuge an die Hand zu geben, damit sie in ihren Gemeinschaften eigenständig und unabhängig werden können.

F: Welchen Rat haben Sie für junge Mädchen, die im MINT-Bereich erfolgreich sein möchten?

Rozanska: Für mich läuft es darauf hinaus, seine Träume nicht aufzugeben. Bleibt euch selbst treu, ganz gleich, wie die Umstände sind. MINT basiert auf Experimenten, und manchmal klappt es nicht beim ersten Versuch. Deshalb ist es wichtig, weiterzumachen, entschlossen auf das eigene Ziel hinzuarbeiten und niemals aufzugeben.

F: Was sind die entscheidenden Zutaten für eine wirklich wirkungsvolle Lernumgebung bei Phoenix Space?

Rozanska: Unser Team ist von unserer Arbeit wirklich begeistert. Wir bilden Lehrkräfte vor Ort aus und nutzen ihre Kenntnisse und ihre Vertrautheit mit den lokalen Gegebenheiten, um die Kurse so anzupassen, dass sie die Schülerinnen und Schüler wirklich ansprechen. Dabei berücksichtigen wir sowohl die individuellen Bedürfnisse der Lernenden als auch die der lokalen Gemeinschaft mit großer Sorgfalt. Ich denke, das liegt auch an der Praxisnähe unserer Kurse – zum Beispiel daran, dass wir Experimente mit konkretem Alltagsbezug durchführen und praxisorientiertes Lernen ermöglichen.

F: Gibt es eine Geschichte, die beispielhaft zeigt, wofür Phoenix Space steht?

Rozanska: Wir bemühen uns, die individuellen Ziele und Bedürfnisse jedes einzelnen Lernenden zu verstehen und ihn dabei zu unterstützen, diese zu erreichen. Bislang haben wir mit über 2.000 Lernenden gearbeitet, und jede Erfolgsgeschichte ist einzigartig.

Eine Geschichte, die mir besonders am Herzen liegt, handelt von einem unserer Schüler aus Syrien. Er lebte als Geflüchteter in der Türkei und hatte keinerlei Interesse an MINT-Fächern. Nachdem er sich für das Phoenix-Space-Programm angemeldet hatte, entdeckte er seine Begeisterung fürs Programmieren und belegte bei uns noch einige weitere Kurse. Heute lebt er in den USA, wo er dank eines Stipendiums eine Ausbildung im MINT-Bereich absolvieren kann. Gleichzeitig gibt er bereits etwas zurück, indem er Apps für Geflüchtete entwickelt, die sich in neuen Ländern niederlassen. So möchte er ihnen helfen, sich in dieser Situation selbstbestimmter und besser unterstützt zu fühlen. Ich denke, das ist einer unserer idealen Bildungswege, weil dadurch nicht nur der Einzelne, sondern die gesamte Gemeinschaft gestärkt wird.

F: Welche Pläne und Ziele haben Sie für die Zukunft von Phoenix Space?

Rozanska: Das nächste große Projekt, auf das wir uns konzentrieren, heißt Resilience Academy. Drängende Probleme wie der Klimawandel zwingen weltweit immer mehr Menschen dazu, ihre Heimat zu verlassen, und beeinträchtigen ihre Bildungschancen. Deshalb entwickeln wir kurze, intensive und kostengünstige Kurse, um diejenigen zu unterstützen, die sie am dringendsten benötigen. Herkömmliche Bildungsangebote sind für unsere unsicheren Zeiten oft nicht flexibel und anpassungsfähig genug.

Weitere Informationen zu unserem Förderprogramm für MINT-Bildung finden Sie auf der Webseite von F5 Global Good. Freuen Sie sich außerdem auf weitere Interviews mit anderen gemeinnützigen Förderpartnern.

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Schlagwörter: 2025

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