Mitunter kann Betrug wie ein Katz-und-Maus-Spiel wirken: Kriminelle gehen meist aggressiv vor und sind in der Offensive, während Unternehmen Mühe haben, sich zu schützen, und in der Defensive bleiben. Für Unternehmen wird dieses Spiel immer schwieriger. Die Werkzeuge krimineller Organisationen werden zunehmend ausgefeilter und ihre Angriffe komplexer. Finanzdienstleister und Händler haben Schwierigkeiten, ihre Sicherheitsmaßnahmen und Betrugsabwehr laufend anzupassen, um mit den sich rasant weiterentwickelnden Angriffen Schritt zu halten. Und wer nicht mithält, fällt zurück. Die Folgen sind höhere Verluste, abgebrochene Transaktionen und unzufriedene Kunden. Geld und Kunden zu verlieren – keine gute Kombination.
Es ist an der Zeit, Ihren Ansatz zur Betrugsprävention zu überdenken. Doch ich höre Ihren Einwand schon: „Mir fehlen Personal und finanzielle Mittel. Wie soll ich da mit agileren und gut finanzierten kriminellen Organisationen Schritt halten?“ In diesem schwierigen Umfeld gilt es, intelligenter statt härter zu arbeiten. Händler und Finanzdienstleister, die dieses Problem gelöst haben, haben sowohl interne als auch externe Faktoren berücksichtigt.
Der Blick nach innen
Bei der internen Betrachtung haben erfolgreiche Unternehmen Defizite bei ihren Maßnahmen zur Abwehr von Sicherheitsbedrohungen und Betrug eingeräumt. Häufig gibt es eine Cybersicherheitsabteilung, die Computernetzwerke und öffentlich zugängliche Anwendungen vor Eindringversuchen, Exploits und Denial-of-Service-Angriffen schützt, sowie eine Betrugsbekämpfungsabteilung, die sich auf Online- bzw. digitale Transaktionen, die Korrelation von Ereignissen und die Reaktion auf Vorfälle konzentriert. Dies führt zu einer Trennung der Zuständigkeiten und zu zwei Abteilungen mit unterschiedlichen Tools, Datensätzen, Leistungskennzahlen, Mitarbeitern und Budgets. Sehen wir uns an, wie sich dies nachteilig auf ein Unternehmen auswirkt.
Datenschutzverletzungen und der Abfluss von Zugangsdaten haben Milliarden Datensätze mit personenbezogenen Informationen offengelegt, darunter Kombinationen aus Benutzernamen und Passwörtern. Bei einem typischen Angriff führt ein Angreifer mithilfe stark verteilter Botnetze Credential Stuffing durch, um diese Kombinationen in großem Umfang zu testen und festzustellen, welche davon noch gültig sind. Mit gültigen Zugangsdaten kann ein Angreifer leicht zum Cyberkriminellen werden, indem er das Onlinekonto eines Kunden übernimmt, Geld abzieht, Treuepunkte wäscht oder unbefugte Käufe tätigt. Je nachdem, auf welche Sicherheitsmaßnahmen er trifft, kann der Cyberkriminelle den Angriff anpassen und dabei Tools einsetzen, die von Netzwerkskripten und Botnetzen über Werkzeuge zur Nachahmung menschlichen Verhaltens bis hin zu Frameworks reichen, die per API menschliche Klickfarmen zum Lösen von CAPTCHAs aufrufen können.
Diese Art von Angriff fällt sowohl in den Verantwortungsbereich des Sicherheits- als auch des Betrugspräventionsteams. Wenn diese Teams oder ihre Tools nicht miteinander kommunizieren, gehen Bedrohungsinformationen und Kontext verloren, sodass es schwierig (vielleicht sogar unmöglich) ist, den Angriff in seiner Gesamtheit zu erkennen. Infolgedessen bleiben Betrüger unentdeckt, und Unternehmen sowie ihre Kunden erleiden finanzielle Verluste.
Es ist an der Zeit, organisatorische Silos aufzubrechen. Die Zusammenarbeit über Teams und Technologien hinweg kann den Weg für Konvergenz, höhere Umsätze und letztlich den Erfolg des Unternehmens ebnen. Darüber hinaus verbessert die gemeinsame Nutzung von Ressourcen und Daten die Transparenz. So können kriminelle Organisationen ferngehalten werden, während vertrauenswürdige Kunden reibungslos Zugang erhalten. In einer aktuellen Studie der Aite-Novarica Group unter 110 Fintech-Unternehmen gaben Unternehmen mit einem integrierten Betrugspräventionssystem doppelt so häufig an, dass sich Betrug relativ oder sehr einfach bekämpfen lässt, wie Unternehmen mit separaten, voneinander unabhängigen Betrugspräventionssystemen.
Eine integrierte Plattform bietet den Vorteil, durch die Bündelung und kontinuierliche Analyse von Daten einen umfassenderen Einblick in die Betrugslandschaft zu erhalten. Mit einem größeren Datensatz und damit mehr Betrugssignalen lassen sich aussagekräftigere und präzisere Modelle für maschinelles Lernen erstellen. Dies kann nicht nur zu proaktiveren und besser umsetzbaren Erkenntnissen führen, sondern auch das Benutzererlebnis verbessern, da die höhere Präzision die Authentifizierung beschleunigen kann. So können Kunden Transaktionen reibungslos durchführen, ohne dass das Betrugsrisiko steigt.
Den Blick nach außen richten
Für den Aufbau eines effektiven Ökosystems zur Betrugsbekämpfung ist auch der Blick nach außen wichtig. Finanzdienstleister und Händler kaufen üblicherweise entsprechende Tools und kümmern sich intern um die Betrugsbekämpfung, wobei die Mitarbeitenden die Tools zur Betrugsprävention konfigurieren. Da sich Betrugsangriffe im Laufe der Zeit verändern, muss das Unternehmen seine Strategien zur Betrugsbekämpfung entsprechend anpassen, Authentifizierungsregeln optimieren und Fehlalarme untersuchen. Mit anderen Worten: Das Unternehmen muss zunächst einen neuartigen Betrugsangriff (und einen finanziellen Verlust) erleiden, bevor es künftige Angriffe dieser Art verhindern kann. Diese reaktive Strategie setzt das Unternehmen weiterhin Risiken aus, während interne Abteilungen die Sicherheitslücke untersuchen und schließen.
Warum nicht proaktiv handeln? Anbieter kommerzieller Lösungen nutzen ihre umfassende Erfahrung und ihren weitreichenden Einblick, um ihre Kunden besser zu schützen, als ein einzelnes Unternehmen sich selbst schützen könnte. Wie? Nun, ein Anbieter mit einem großen Kundenstamm in verschiedenen Regionen und Branchen verfügt über einen sehr umfassenden Überblick über Betrugsaktivitäten – insbesondere, wenn Bedrohungsinformationen innerhalb seines gemeinsamen Abwehrnetzwerks ausgetauscht werden. Tritt ein neuer Angriffsvektor für Betrug auf, kann der Anbieter seine Betrugsabwehr schnell anpassen, um alle Kunden zu schützen.
Die Win-win-win-Lösung
Mit der zunehmenden Raffinesse krimineller Organisationen und ihrer Angriffe Schritt zu halten, ist schwierig – insbesondere angesichts knapper Personal- und sonstiger Ressourcen. Es ist an der Zeit, den Blick nach innen und außen zu richten. Die Zusammenführung von Cybersicherheit und Betrugsmanagement in einem integrierten Team sowie die Nutzung externer Expertise bieten drei wesentliche Vorteile: Cybersicherheit und Betrugsmanagement werden vereinfacht, Verluste reduziert und das Online-Erlebnis der Kunden verbessert. Eine Win-win-win-Lösung.
Von David Mattei, Strategic Advisor, Aite-Novarica Group
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Weitere Einblicke erhalten Sie im Aite-Bericht, in dem Sie neue Strategien zur Minimierung von Betrugsverlusten kennenlernen.
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