SSL/TLS: Transparenz allein reicht nicht – Sie brauchen Orchestrierung

F5-Ökosystem | 25. Juli 2018

Mit der Veröffentlichung von Version 4.0 des SSL Orchestrator von F5 Networks wird eines der schwierigsten Sicherheitsprobleme der letzten fünf Jahre gelöst: die Einsicht in den verschlüsselten Datenverkehr von Benutzern. Unternehmen haben Milliarden aus ihren Sicherheitsbudgets in hochentwickelte Sicherheitslösungen investiert, die hervorragende Funktionen für Sandboxing, Deep Packet Inspection und künstliche Intelligenz bieten, aber blind sind, wenn es um Verschlüsselung geht. Die Lage ist kritisch, denn der Anteil des verschlüsselten Datenverkehrs von Benutzern hat sich seit 2014 mehr als verdoppelt und liegt laut dem TLS-Telemetriebericht 2017 von F5 Labs bei über 80 Prozent. Daher gibt es inzwischen natürlich SSL-Transparenzlösungen, die Entschlüsselungsdienste bereitstellen, damit diese Sicherheitslösungen erkennen können, was im Datenverkehr geschieht.

Doch Transparenz allein reicht nicht aus. Sicherheitsteams und der Netzwerkbetrieb haben festgestellt, dass die Einrichtung von Entschlüsselungszonen alles andere als einfach ist. Sicherheitsteams müssen häufig auf eine manuelle Verkettung oder eine mühsame Konfiguration zurückgreifen, um die Entschlüsselung und Verschlüsselung über den gesamten Sicherheits-Stack hinweg zu verwalten. Und dann stellen sie fest, dass es von Ausnahmen nur so wimmelt. Im Grunde war das Ganze ein echter Schmerz im – *schaut in die Notizen* – Nacken.

Hier kommt Version 4.0 des SSL Orchestrator von F5 ins Spiel, die selbstverständlich für Transparenz sorgt, sich aber durch Orchestrierung von der Konkurrenz abhebt. Die Orchestrierung ermöglicht eine richtlinienbasierte Datenverkehrssteuerung zu einer Servicekette auf Grundlage von Risiken und dynamischen Netzwerkbedingungen.

Da SSL Orchestrator sowohl für SSL/TLS als auch fürHTTP als vollständiger Proxy fungiert, kann die Lösung intelligente Entscheidungen treffen, um ein- und ausgehenden Datenverkehr an Service-Ketten innerhalb des Sicherheits-Stacks weiterzuleiten. Keine andere Lösung ist dazu in der Lage.

Die wichtigste Erkenntnis – falls Sie nicht weiterlesen sollten – ist, dass SSL Orchestrator unabhängig davon, wie komplex Ihre Anforderungen an die Verschlüsselung des ein- und ausgehenden Datenverkehrs sind, die Transparenz für Ihre mehrere Millionen Dollar teure Inspektionshardware wiederherstellen kann.

Abbildung 1 – Diagramme machen Blogbeiträge visuell ansprechend

Dynamischere Dienstverkettung

F5 führte das Konzept der Verkettung von Sicherheitsdiensten bereits in früheren Versionen von SSL Orchestrator ein. Unterschiedliche Arten von Netzwerkverkehr sollten unterschiedlich geprüft werden, oder? Beispielsweise sollte ausgehender Datenverkehr von Administrator-Workstations besonders gründlich geprüft werden und unverschlüsselt alle vorhandenen Sicherheitskontrollen durchlaufen. VDI-Sitzungen von Auftragnehmern der Geschäftsbereiche können auf ihrem Weg nach außen hingegen die Sandbox und das IPS umgehen.

Version 4.0 verbessert die Verkettung bei der Einbindung von Sicherheitskontrollen sowie die Methoden für Lastverteilung und Überwachung in wesentlichen Punkten, wie nachfolgend beschrieben.

Sichtbarkeit wird (noch) visueller!

Falls Sie jetzt denken, dass das kompliziert oder verwirrend klingt, lassen Sie sich von der anfänglichen Verunsicherung nicht abschrecken, denn der SSL Orchestrator macht die Verkettung von Diensten ganz einfach! Mit dem Visual Policy Editor (VPE) des Orchestrators können Sie Ketten per Drag-and-drop in Ihre Architektur einfügen und so direkt sehen, wie die Sichtbarkeit des Datenverkehrs ermöglicht wird.

Sichtbarkeit: Nicht mehr nur für HTTPS

Sicher, der Großteil Ihres Datenverkehrs läuft über HTTPS. Wenn Sie jedoch zu einer größeren Organisation gehören und die unterschiedlichsten Protokolle durch Ihre Infrastruktur fließen, haben Sie es möglicherweise auch mit FTP(S), IMAP, POP3 und ICAP zu tun. Und da in letzter Zeit verstärkt auf opportunistische Verschlüsselung gesetzt wird, verwenden viele Anwendungen STARTTLS für diese Dienste. Sie denken jetzt wahrscheinlich: „Das ist VIEL zu anspruchsvoll für F5.“ Nun, da liegen Sie falsch, Kenny, denn SSL Orchestrator kann opportunistische Verschlüsselung wie STARTTLS in FTP, IMAP, POP3 und ICAP jetzt erkennen und korrekt entschlüsseln.

ICAP optimieren

Bei den meisten ICAP-Diensten, die wir integrieren, handelt es sich um Antivirenlösungen (AV). AV kann (offensichtlich) zu erheblichen Latenzen führen. Daher wurde SSL Orchestrator entsprechend optimiert. Sie können jetzt Richtlinien erstellen, die nur bestimmte Arten von Anfragen/Antworten über ICAP senden. Ein gängiges Beispiel ist, nur POST-Anfragen zu scannen und die übrigen Nutzdaten zu umgehen. Wir behaupten nicht, dass dies die empfohlene Vorgehensweise ist, aber genau das wünschen sich die Benutzer – also haben wir es ihnen ermöglicht.

Das alles und noch viel mehr

Wenn Sie mehr über die spannenden Neuerungen in Version 4.0 des SSL Orchestrator erfahren möchten, finden Sie hier eine Auswahl an Stichpunkten (sowie weiter unten Links zu weiteren Informationen).

Neuerungen in Version 4.0

  • Aktualisiertes Einrichtungsprogramm mit Funktionen zur Ressourcenbereitstellung
  • Überprüfung des gesamten Datenverkehrs auf Schadsoftware und Datenexfiltration
  • Flexible Bereitstellungsmodelle zur Integration in Ihre gesamte Sicherheitsinfrastruktur
  • Einstellungen und Kategorien für Analysen und erweiterte Protokollierung
  • L7-Anwendungseinstellungen für bestimmten Datenverkehr (IMAP, SMTPS, POP3, FTP, HTTP)
  • Hohe Verfügbarkeit mit erstklassigem Lastenausgleich, Zustandsüberwachung und SSL-Offloading-Funktionen


Und zu guter Letzt sollten Sie Folgendes bedenken: Sie müssen Ihren ein- und ausgehenden Datenverkehr auf die Bedrohungen von morgen überprüfen. SSL Orchestrator ist das Tool, mit dem Ihre Sicherheitskontrollen dafür sorgen, dass Ihr Unternehmen nicht (im übertragenen Sinne) in die Schlagzeilen gerät und von lästigen DSGVO-Bußgeldern verschont bleibt.

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