
Als IT-Allrounder, der Programmiersprachen ebenso sehr liebt wie Protokolle und Paketmitschnitte, begeistert mich, wie bei Automatisierung und Orchestrierung die Grenzen zwischen beiden zunehmend verschwimmen.
Seit vier Jahren verfolgen wir, wie die Befragten unserer Studie „State of Application Delivery“ API-fähige Infrastrukturen und verwandte Technologien einschätzen. In diesem Zeitraum hat sich der Anteil derjenigen, die die Programmierbarkeit der Infrastruktur für wichtig halten (4 oder 5 Punkte auf einer 5-Punkte-Skala), nahezu verdoppelt. 2015 hielten sie weniger als die Hälfte – 40 % – für wichtig. In diesem Jahr stuften erstaunliche 74 % sie als wichtig ein.
Vielleicht hätten uns diese Ergebnisse angesichts einer Umfrage, die wir 2017 zu diesem Thema durchgeführt haben, nicht überraschen sollen. Bei dieser Untersuchung zur Wahrnehmung von DevOps und NetOps waren sich beide Gruppen einig, dass die Automatisierung der Produktionspipeline wichtig ist.
Doch Wahrnehmungen sind nur Meinungen. Die tatsächliche Nutzung steht auf einem anderen Blatt.

Unsere diesjährige Umfrage hat gezeigt, dass Automatisierung in allen Regionen, Branchen und Unternehmensgrößen weitverbreitet ist. Zwar hat niemand einen Automatisierungsgrad von 100 % erreicht (und wird dies wahrscheinlich auch nicht), doch in der Produktion wird weitaus mehr automatisiert, als vielen vielleicht bewusst war.
Tatsächlich gaben 25 % der Befragten an, dass sie Automatisierung immer einsetzen, um größere Änderungen an Produktivsystemen vorzunehmen. 60 % setzen Automatisierung manchmal ein, um kleinere Änderungen an Produktivsystemen vorzunehmen. Insgesamt kam Automatisierung bei Änderungen an Produktivsystemen sogar häufiger zum Einsatz als bei der Reaktion auf Vorfälle. Mehr als jeder Vierte (26 %) gab an, Automatisierung bei der Reaktion auf Vorfälle nie einzusetzen, und nur 22 % erklärten, dies immer zu tun. Angesichts der unterschiedlichen Anforderungen beim Umgang mit vermutlich unvorhersehbaren Ereignissen ist das nicht überraschend. Automatisierung beruht zum Teil auf klar definierten Aufgaben und Schritten, die diese zu einem betrieblichen Prozess verknüpfen. Daher eignen sich Änderungen an Produktivsystemen – ob größer oder kleiner – besser für die Kodifizierung solcher Prozesse. Die Reaktion auf Vorfälle? Eher nicht.
Offenbar findet in Rechenzentren aller Größen und Formen und in sämtlichen Branchen eine ganze Menge Automatisierung statt.
Vielleicht fragen Sie sich, womit all diese Automatisierung umgesetzt wird. In der Vergangenheit haben wir viele Tools, Toolsets und Frameworks in einer einzigen Frage zusammengefasst. Doch da die Automatisierung nun wirklich Einzug hält, ist das nicht mehr sinnvoll, denn sie umfasst mehrere unterschiedliche Aspekte, die man kennen muss, um zu verstehen, was vor sich geht:
1. Sprachen und Toolsets. Diese werden von NetOps und der IT zur Steuerung und Kontrolle der Automatisierung eingesetzt. Dazu gehören Tools wie Ansible (20 %) und Vagrant (5 %) sowie Frameworks wie Puppet (19 %) und Chef (16 %). Der klare Gewinner sind jedoch die guten alten Python-Skripte: 39 % der Befragten entscheiden sich dafür, eigene Lösungen zur Automatisierung der IT zu entwickeln.
2. Netzwerkautomatisierung. Da sich im Datenpfad durchschnittlich 16 verschiedene Anwendungsdienste befinden, die bereitgestellt, konfiguriert und kontinuierlich verwaltet werden müssen, um Anwendungen sicher bereitzustellen und zu skalieren, werden die meisten Unternehmen auf Systeme wie Cisco ACI (48 %), VMware (65 %) und OpenStack (26 %) zurückgreifen. Alle drei verzeichneten im Jahresvergleich deutliche Zuwächse. Das überrascht kaum in einem Umfeld, in dem 55 % der Unternehmen infolge ihrer Bemühungen um die digitale Transformation auf Automatisierung und Orchestrierung setzen.
3. Container-Orchestrierungsumgebungen (COE). Diese aufkommenden Technologien sorgen weiterhin für Aufsehen, und es scheint klar, dass ihr Einsatz zur Skalierung containerisierter Anwendungen unvermeidlich ist. Unter den abgefragten Lösungen lag Docker Swarm mit 27 % der Befragten an der Spitze, gefolgt von Red Hat OpenShift mit 21 % und Kubernetes auf einem starken dritten Platz mit 16 %. Nur 48 % gaben an, derzeit keine Lösung zu verwenden.
Für mich wenig überraschend nimmt die Anzahl dieser Tools und Frameworks in den einzelnen Unternehmen ab. Das bedeutet, dass Automatisierungstools und Toolsets gezielt eingesetzt werden – zweifellos im Rahmen strategischer Standardisierungsbemühungen. Besser früher als später, bevor das Chaos ausbricht und die IT unter der Last derselben Art technischer und architektonischer Altlasten zusammenbricht, mit denen Anwendungsentwickler seit Jahren zu kämpfen haben. Tatsächlich verwenden 50 % der Befragten nur ein einziges Framework für die Netzwerkautomatisierung. Davon setzen 8 % auf Cisco ACI, 5 % auf Open Stack und 19 % auf VMware.
Dies ist nach wie vor ein sehr dynamischer und sich weiterentwickelnder Markt – sofern man überhaupt von einem Markt und nicht von einer Bewegung sprechen kann. Das Vordringen von DevOps-Ansätzen in den Produktivbetrieb und der Druck seitens des Unternehmens zwingen die IT dazu, schneller zu agieren. NetOps-Teams setzen zunehmend auf Automatisierung und alles, was damit einhergeht. Wir gehen davon aus, dass Automatisierung künftig noch stärker zum Einsatz kommen wird, während die IT ihre digitale Transformation fortsetzt, um dem Unternehmen ein solides digitales Fundament zu bieten, auf dem es neue Anwendungen entwickeln und neue Möglichkeiten erschließen kann.
Weitere Einblicke in die Themen digitale Transformation, Multi-Cloud, Anwendungsdienste, Sicherheit und die fortschreitende Transformation von NetOps, finden Sie in unserem Bericht „State of Application Delivery 2018“. Laden Sie sich einfach Ihr eigenes Exemplar herunter und folgen Sie uns auf Twitter unter @f5networks und/oder über den Hashtag #soad18. Bleiben Sie dran – in kommenden Blogbeiträgen veröffentlichen wir weitere Erkenntnisse, darunter auch Daten und Perspektiven, die nicht im Bericht enthalten sind.
Über den Autor

Lori MacVittie ist Distinguished Engineer und Chief Evangelist im Office of the CTO von F5 und verfügt über umfassende Expertise in den Bereichen Anwendungsbereitstellung, Automatisierungsstrategie und Infrastruktur. Sie ist dafür bekannt, Komplexität verständlich zu machen – ob sie Leitplanken für KI-Agenten definiert, fragile Multicloud-Architekturen analysiert oder die Grenzen skalierbarer Systeme auslotet. Sie verfügt über mehr als dreißig Jahre Branchenerfahrung in der Anwendungsentwicklung, IT-Architektur sowie im Netzwerk- und Systembetrieb. Bevor sie zu F5 kam, war sie als mehrfach ausgezeichnete Technologie-Redakteurin tätig. MacVittie hat einen Masterabschluss in Informatik und ist eine produktive Autorin, deren Veröffentlichungen die Bereiche Sicherheit, Cloud und Unternehmensarchitektur abdecken. Außerdem spielt sie leidenschaftlich gern Brett- und Videospiele und vertritt mit voller Überzeugung klare Ansichten zum Thema Käse.
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