Die dritte Welle des Internets treibt den Bedarf an einer neuen Edge-Plattform voran

F5-Ökosystem | 31. Mai 2022


Edge gibt es schon immer. Nun ja, zumindest seit die erste Welle des Internets die Notwendigkeit mit sich brachte, das Problem der „letzten Meile“ zu lösen. Da die Begeisterung der Verbraucher, das scheinbar grenzenlose Internet zu erkunden, durch unzuverlässige Einwahlverbindungen gebremst wurde, entstand die erste Ausprägung von Edge mit einer Lösung: statische Inhalte näher an die Nutzer zu bringen.

Seitdem haben zwei weitere Entwicklungswellen des Internets den Druck auf das Edge-Computing erhöht, sich ebenfalls weiterzuentwickeln.

Drei Wellen des Edge-Computings

Jede Welle des Internets beseitigt Hindernisse auf dem Weg zu allgegenwärtigem Echtzeit-Computing. Doch jede Welle bringt auch neue Herausforderungen mit sich. F5-CTO Geng Lin erläutert diesen Entwicklungspfad ausführlicher in seinem neuesten Fachbeitrag „Die dritte Welle des Internets“

In diesem Beitrag kommen wir zu dem unausweichlichen Schluss, dass bis vor Kurzem keine Plattform am Edge erforderlich war. Verbindungsprobleme wurden durch Fortschritte in der Netzwerktechnik gelöst. Anwendungsdesign und -architektur ließen sich problemlos an die Cloud anpassen, doch die wachsende digitale Wirtschaft zog böswillige Akteure an. Volumetrische Angriffe störten den Geschäftsbetrieb, während Schadcode und Malware zu einem lukrativen Geschäftsmodell wurden.

Eine Plattform am Edge war nach wie vor nicht erforderlich, da die Entwicklung darauf hinauslief, Unternehmen und Anwendungen durch die Bereitstellung von Diensten näher am Benutzer zu schützen. Dadurch konnten Angreifer erkannt und unschädlich gemacht werden, bevor sie den Geschäftsbetrieb stören oder die Sicherheitsvorkehrungen eines Unternehmens überwinden konnten.

Doch heute befinden wir uns in der dritten Welle des Internets, die nicht nur neue Möglichkeiten eröffnet, sondern auch neue Herausforderungen mit sich bringt. Obwohl Breitbandverbindungen nahezu flächendeckend verfügbar sind, stellt die Zahl der Geräte und Nutzer, die ständig über das Netzwerk kommunizieren, die Leistungsfähigkeit weiterhin vor Herausforderungen. Angreifer gehen noch raffinierter vor und versuchen, die allgegenwärtige Verbreitung von Anwendungen und Geräten sowie den scheinbar unstillbaren Wunsch der Verbraucher nach digitaler Interaktion auszunutzen.

Die Antwort auf diese Herausforderungen ist die unvermeidliche Weiterentwicklung des Edge-Computings. Doch derzeit können wir nur die Anwendungen und Daten näher an die Nutzer bringen, die sie für ihre digitalen Aktivitäten benötigen.

Edge wurde in seiner bisherigen Entwicklung nicht für die Verteilung von Anwendungen und Daten konzipiert. Um solche Funktionen zu unterstützen, ist eine Plattform erforderlich. Eine Edge-Anwendungsplattform.

Entwicklung einer Edge-2.0-Anwendungsplattform

Eine solche Plattform lässt sich nicht einfach aus dem Boden stampfen. Bestehende Edge-Netzwerke lediglich um die Möglichkeit zu erweitern, Rechenleistung bereitzustellen, wird den Herausforderungen der dritten Welle des Internets nicht vollständig gerecht. Ebenso wenig wird damit einer der bedeutenden Umbrüche in der IT voll ausgeschöpft: die Fähigkeit von Geräten und Endpunkten, sich an Lösungen zu beteiligen.

Anwendungen und Geräte sind nicht länger passive Informationsempfänger. Sie sind aktive Teilnehmer, die häufig Verbindungen initiieren und Entscheidungen vorgeben. Bestehende Edge-Plattformansätze gehen davon aus, dass Anwendungen Informationen lediglich passiv empfangen. Um das Potenzial verteilter Rechenleistung voll auszuschöpfen, ist ein neuer Ansatz erforderlich.

Dieser Ansatz stellt sicher, dass die Anforderungen an Sicherheit, Skalierbarkeit und Geschwindigkeit von Anwendungen am Edge erfüllt werden, ohne Abstriche bei der Developer Experience und im operativen Betrieb zu machen. Zudem müssen parallele Technologietrends rund um Observability sowie der Einsatz von KI und maschinellem Lernen zur Automatisierung von Geschäfts-, Sicherheits- und Betriebsprozessen berücksichtigt werden.

Während allgemeine Merkmale, wie sie unser CTO Geng Lin in seinem Edge-2.0-Manifest beschreibt, übergeordnete Leitlinien für eine Edge-2.0-Plattform bieten, müssen auch Designaspekte auf Architekturebene berücksichtigt werden.

Es ist leicht zu sagen, dass eine solche Plattform „standardmäßig sicher“ sein, „native Beobachtbarkeit bieten“ und „Autonomie ermöglichen“ sollte. Doch was bedeutet das im Hinblick auf die zu berücksichtigenden Technologien und Ansätze? Und noch wichtiger: Wie sollten diese in eine Edge-2.0-Anwendungsplattform integriert werden?

Diese und weitere Fragen werden in unserem neuesten Whitepaper „Edge 2.0 Core Principles,“ beantwortet, das von Distinguished Technologist Rajesh Narayanan und Mike Wiley, F5 CTO, Applications, verfasst wurde.

Der Weg, die Weiterentwicklung des Edge-Ökosystems optimal zu nutzen, ist klar: Er führt über eine Edge-2.0-Anwendungsplattform.





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Schlagwörter: Office of the CTO, 2022

Über den Autor

Lori Mac Vittie
Lori Mac VittieDistinguished Engineer und Chief Evangelist | F5

Lori MacVittie ist Distinguished Engineer und Chief Evangelist im Office of the CTO von F5 und verfügt über umfassende Expertise in den Bereichen Anwendungsbereitstellung, Automatisierungsstrategie und Infrastruktur. Sie ist dafür bekannt, Komplexität verständlich zu machen – ob sie Leitplanken für KI-Agenten definiert, fragile Multicloud-Architekturen analysiert oder die Grenzen skalierbarer Systeme auslotet. Sie verfügt über mehr als dreißig Jahre Branchenerfahrung in der Anwendungsentwicklung, IT-Architektur sowie im Netzwerk- und Systembetrieb. Bevor sie zu F5 kam, war sie als mehrfach ausgezeichnete Technologie-Redakteurin tätig. MacVittie hat einen Masterabschluss in Informatik und ist eine produktive Autorin, deren Veröffentlichungen die Bereiche Sicherheit, Cloud und Unternehmensarchitektur abdecken. Außerdem spielt sie leidenschaftlich gern Brett- und Videospiele und vertritt mit voller Überzeugung klare Ansichten zum Thema Käse.

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