Ich muss ständig an Ransomware denken.
Ehrlich gesagt hätte man mich bis vor einem Monat noch dabei erwischt, wie ich das Internet nach dem neuesten Promi-Klatsch durchforstete. Oder wie ich mich stundenlang in der Frage verlor, wie ich meinen Rasen auf das nächste Jahr vorbereiten sollte und was das Geheimnis eines perfekten Empanada-Teigs ist. Meine restliche Denkleistung widmete ich der Analyse von Restaurantbewertungen und der Suche nach Tipps, wie mein Pyrenäenberghund Jack gesund und glücklich bleibt – und ganz zu schweigen davon: ruhiger.
Ransomware hatte ich nicht auf dem Schirm.
Aber das hat sich geändert.
Ich kann diesen Wandel nicht vollständig erklären, außer dass mir das Ausmaß und die Folgen von Ransomware-Angriffen irgendwie wirklich bewusst geworden sind.
Einfach gesagt: Ransomware ist beängstigend. Sie kann verheerende Folgen haben.
Oder, wie es der CEO von F5, François Locoh-Donou, ausdrückte: Ransomware ist eine Epidemie, mit der die ganze Welt konfrontiert ist.
Diese Fakten haben mir wirklich die Augen dafür geöffnet, welch ernsthafte Bedrohung Ransomware nach wie vor darstellt und warum mich das Thema nicht mehr loslässt:
Ransomware-Kriminelle machen keine Unterschiede – sie können jeden ins Visier nehmen, überall.
Sie könnten das nächste Opfer sein. Oder ich. Oder Ihre Großeltern. Oder das kleine Unternehmen vor Ort, bei dem Sie jeden Samstagmorgen Ihren Kaffee holen. Auch die Schulen, an die Ihre Kinder zurückkehren, sind nicht sicher. Nicht einmal die NBA ist tabu. Ebenso wenig wie die Gesundheitssysteme, auf die wir alle so sehr angewiesen sind – wodurch Ransomware tatsächlich über Leben und Tod entscheiden kann. Ransomware-Angriffe können das Ende eines Unternehmens oder einer Existenzgrundlage bedeuten. Niemand ist vor Ransomware-Angriffen gefeit. Nicht einmal Großunternehmen mit eigenen Sicherheitsteams, die umfassende Sicherheitsstrategien entwickeln. Erst kürzlich meldete Cisco einen Ransomware-Angriff, nachdem das Unternehmen bestätigt hatte, dass seine Systeme einen Monat zuvor kompromittiert worden waren.
Ransomware-Banden stellen hohe Forderungen – und treiben den Einsatz immer weiter in die Höhe.
Die weltweit bekannten Ransomware-Zahlungen beliefen sich 2020 auf unglaubliche 400 Millionen US-Dollar und überstiegen allein im ersten Quartal 2021 die Marke von 81 Millionen US-Dollar. Wie kam es zu dieser enormen Summe? Nun, Cyberkriminelle sind gierig. Mehr als zwei Drittel der Unternehmen, die Opfer von Ransomware wurden, verzeichneten 2022 Gesamtverluste zwischen 1 und 10 Millionen US-Dollar. Und Ransomware-Kriminelle erweitern ihr Arsenal an Erpressungsmethoden ständig. Zunächst gab es die einfache Erpressung – die klassische Masche nach dem Motto: „Wir haben Ihre Dateien verschlüsselt, und Sie können erst wieder darauf zugreifen, wenn Sie zahlen.“ Im Jahr 2020 kam dann die doppelte Erpressung hinzu, bei der damit gedroht wird, Ihre gestohlenen Daten zu veröffentlichen. Heutzutage können Ransomware-Banden auf die dreifache Erpressung zurückgreifen. Dabei entsteht ein Dominoeffekt: Kritische oder vertrauliche Informationen über Kunden, Angehörige oder andere mit dem Hauptopfer verbundene Personen oder Organisationen werden genutzt, um auch diese zu erpressen. Zusätzlich zu allen anderen Angriffsformen können Ransomware-Banden auch DDoS-Angriffe auf die Websites und Anwendungen eines Opfers starten. Wäre das dann vielleicht ein vierfacher Angriff?
Ransomware-Angriffe treten immer häufiger auf – und es gibt kaum Anzeichen dafür, dass sie nachlassen werden.
In den letzten Jahren stieg der Anteil von Ransomware an allen Datenschutzverletzungen von weniger als 6 % im Jahr 2019 auf erschreckende 42 % im Jahr 2021. Das ist alarmierend, aber leider nachvollziehbar. Schließlich ist Phishing eines der wichtigsten Einfallstore für Ransomware-Angriffe. Eigentlich sollte es eine gute Nachricht sein, dass heute 90 % des gesamten Internetverkehrs verschlüsselt sind. Doch wo Licht ist, ist auch Schatten. Im Fall von Ransomware nutzen Cyberkriminelle diesen Schutz aus und verbergen ihre Schadsoftware, um möglichst unentdeckt zu bleiben. Da inzwischen 83 % der Phishing-Websites verschlüsselt sind, haben Ransomware-Banden ein riesiges Betätigungsfeld. Die Zunahme der Angriffe wird auch dadurch begünstigt, dass Hacker es praktisch jedem ermöglichen, eigene Erpressungspläne umzusetzen, indem sie Ransomware-Dienste und -Software verkaufen. Was früher ein gewisses Maß an technischem Know-how erforderte, kann heute günstig erworben und von praktisch jedem eingesetzt werden.
Ransomware-Angriffe sind verheerend und führen zu erheblichen Störungen.
Sie müssen ernst genommen werden.
Wenn Sie nicht in die Zukunft sehen können, werden Sie nie mit Sicherheit wissen, wann eine auf Ransomware spezialisierte Gruppe oder Einzelperson Sie ins Visier nehmen könnte. Daher ist es wichtig, einen proaktiven, defensiven Ansatz zu verfolgen. Die konkreten Maßnahmen unterscheiden sich zwar in Umfang, Ausgestaltung und Reichweite, doch das Einfachste, was jeder ab sofort tun kann – ob Sie, ich, Ihre Großmutter oder ein Unternehmen beliebiger Größe –, ist, sich zu informieren. Bleiben Sie wachsam. Klären Sie andere über die Bedrohungslage durch Ransomware auf.
Fallen Sie nicht opportunistischen Cyberkriminellen zum Opfer, die auf Ihre Kosten oder die Ihres Unternehmens schnelles Geld – oder Kryptowährungen – erbeuten wollen.
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