Das Gesundheitswesen bleibt ein bevorzugtes Ziel für Angreifer, da die Zahl der Sicherheitsvorfälle steigt und die Wiederherstellung viel Zeit in Anspruch nimmt. Knappe Budgets und komplexe Maßnahmen zur Modernisierung der Infrastruktur führen unweigerlich zu Lücken in der Cybersicherheit. Während Ransomware auf alle Branchen abzielt, gehen Bedrohungen im Gesundheitswesen zunehmend von Angriffen auf Anwendungsebene aus – insbesondere durch das Ausnutzen von Schwachstellen und kompromittierte Zugangsdaten.
Die Einhaltung gesetzlicher Vorgaben wie des Health Insurance Portability and Accountability Act (HIPAA), des Health Information Technology for Economic and Clinical Health Act (HITECH) und des Payment Card Industry Data Security Standard (PCI-DSS) ist für Unternehmen unerlässlich. Der Schutz persönlicher Gesundheitsdaten (PHI) ist jedoch von größter Bedeutung, um in einer sich rasch wandelnden Branche wettbewerbsfähig zu bleiben und das Vertrauen der Kunden zu bewahren.
In diesem Blogbeitrag untersuchen wir, wie Gesundheitsorganisationen den zunehmend schwierigen Spagat zwischen der Bereitstellung personalisierter Erlebnisse für Patienten und Leistungserbringer – jetzt unterstützt durch KI – und der Abwehr stetig wachsender Sicherheitsbedrohungen durch Ransomware meistern, die auf die sie verbindenden Apps und APIs abzielen.
Apps, APIs und KI sind für die Patientenversorgung von entscheidender Bedeutung
Der bequeme Online-Zugriff auf Patientenportale über elektronische Patientenaktensysteme (EHR) sowie die Möglichkeit, Zahlungen online vorzunehmen, gehören heute zum Standard.
Dies ist auch böswilligen Akteuren nicht entgangen. Bedrohungsakteure stören Lieferketten und stellen eine erhebliche Gefahr für kritische Infrastrukturen dar, indem sie Schwachstellen in Cloud-Anwendungen ausnutzen, um sich unbefugten Zugriff auf sensible Daten zu verschaffen.
Laut den Prognosen von Forrester wird die Hälfte der zehn größten US-Krankenversicherer KI einsetzen, um die Interessenvertretung ihrer Versicherten zu stärken. Epic, ein Vorreiter auf diesem Gebiet, weist darauf hin, dass jeder vierte Patient Bedenken hätte, wenn sein Gesundheitssystem keine KI einsetzen würde. Da KI-Ökosysteme über APIs miteinander verbunden sind und ihre zugrunde liegenden Software-Lieferketten Komponenten umfassen, die sich über Hybrid- und Multi-Cloud-Umgebungen erstrecken, wird KI die Risikoexposition weiter erhöhen und zu mehr Sicherheitsvorfällen führen, etwa durch die Ausnutzung von Schwachstellen und den Missbrauch von Geschäftslogik mithilfe von Bots und bösartiger Automatisierung. Dieselben Risiken gelten für Schnittstellen zur Verarbeitung natürlicher Sprache (Natural Language Processing, NLP), die Patienten und Leistungserbringern zur Verfügung stehen, um das Kundenerlebnis zu verbessern und die Versorgung mithilfe generativer KI effizienter zu gestalten.
Compliance-Vorgaben werden allmählich ernst
Gesundheitsorganisationen in den USA geraten zunehmend in eine untragbare Risikolage. Obwohl die Zahl der durch Hackerangriffe verursachten Datenschutzverletzungen seit 2018 um 239 % gestiegen ist, planen nur 42 %, ihre Investitionen in Technologien zur Verbesserung der Cybersicherheit und zum Schutz der Privatsphäre beizubehalten; einige wollen sie möglicherweise sogar reduzieren. Diese Diskrepanz besteht, obwohl Nachrichtendienste und Branchenverbände angesichts unmittelbar drohender Gefahren für Patientendaten Alarm schlagen. Zwar übertragen die Vorgaben von HITECH und PCI-DSS den Organisationen die Verantwortung für angemessene Sicherheitsmaßnahmen, doch die Gesundheitsbranche muss erkennen, dass die bloße Erfüllung von Compliance-Anforderungen nicht mehr ausreicht.
“Der Maßstab ist nicht Compliance, sondern bewährte Verfahren für Cybersicherheit.”
App-Angriffe treiben Ransomware voran
Im Jahr 2024 waren die häufigsten Angriffsvektoren bei Ransomware-Angriffen im Gesundheitswesen ausgenutzte Schwachstellen und kompromittierte Zugangsdaten. Aufgrund der zunehmenden Komplexität und Schwere der Angriffe dauert die Wiederherstellung zudem länger. Ein Beispiel hierfür ist eine seit Januar andauernde Serie aktiver Angriffe, bei denen eine Anwendungsschwachstelle ausgenutzt wird, um ohne Authentifizierung beliebigen Code auszuführen. Die Angreifer nutzen die Schwachstellen gezielt, um Webshells einzuschleusen, die anschließend für weitere Aktivitäten missbraucht werden.
Neben Schwachstellen ist auch die von Apps und APIs bereitgestellte Geschäftslogik grundsätzlich anfällig für den Missbrauch durch Bots. Laut F5 Labs sind fortschrittliche persistente Bots, die Anmeldeprozesse ins Visier nehmen, im Gesundheitswesen am weitesten verbreitet. So wurde der Niedergang des Gentestunternehmens 23andMe unter anderem auf eine Credential-Stuffing-Kampagne zurückgeführt, durch die Gesundheits- und Abstammungsdaten von Kunden offengelegt wurden. Da die Bots legitime Anmeldedaten verwenden und nicht versuchen, Softwareschwachstellen auszunutzen, lösen sie möglicherweise keinen Sicherheitsalarm aus. Eine Multi-Faktor-Authentifizierung (MFA) kann Credential Stuffing verhindern. Aufgrund der zunehmenden Verbreitung von Echtzeit-Phishing-Proxys (RTPP) bietet sie jedoch keinen vollständigen Schutz.
Ein neuer Mindeststandard ist erforderlich
Die gute Nachricht ist, dass die Sicherheitsbranche bereits einen Schritt voraus ist. Seit Jahren optimieren Unternehmen ihre Möglichkeiten zur Sicherheitsüberprüfung durch die dynamische, richtlinienbasierte Steuerung des SSL/TLS-Datenverkehrs, um Investitionen bestmöglich zu nutzen, Richtlinien zu vereinheitlichen und Ransomware innerhalb von Infrastrukturen und Anwendungen mithilfe eines mehrschichtigen Sicherheitsansatzes zu erkennen.
Plattformen zum Schutz von Webanwendungen und APIs stärken die Sicherheitsmaßnahmen für Anwendungen gegen Ransomware zusätzlich. Integrierte Kontrollen können die Ausnutzung von Schwachstellen eindämmen und die Geschäftslogik vor Missbrauch schützen – bei Web-, API- und KI-Anwendungen und in verschiedenen Umgebungen, darunter Client-Browser, Mobilgeräte, Clouds, neue interaktive Schnittstellen und der gesamte Softwareentwicklungszyklus.
F5-Lösungen für das Gesundheitswesen helfen Organisationen, die Kurve abzuflachen, indem sie Compliance-Vorgaben erfüllen und das Risiko einer Offenlegung von Patienten- und Leistungserbringerdaten reduzieren – durch die Abwehr von Ransomware für jede App und jede API, überall.
Weitere Informationen finden Sie unter „F5-Lösungen für das Gesundheitswesen“.
Über den Autor

Ähnliche Blogbeiträge
F5 und Equinix bündeln ihre Kräfte, um die sichere Anwendungsbereitstellung in Multicloud-Umgebungen zu vereinfachen
F5 und Equinix ermöglichen es Unternehmen, sich weltweit sicher und zuverlässig mit ihren Partnern zu vernetzen.

API-Sicherheitsrisiken und -herausforderungen
Erfahren Sie, warum APIs für die moderne App-Entwicklung unverzichtbar sind und wie Sie sie vor den häufigsten Sicherheitslücken schützen. Profitieren Sie von Expertentipps und direkt umsetzbaren Strategien.
Ein Meilenstein für die Community Impact Grants von F5
F5 feiert das fünfjährige Bestehen seines innovativen Community Impact Grant-Programms, das gemeinnützige Organisationen, bei denen sich F5-Mitarbeitende ehrenamtlich engagieren, mit Fördermitteln in Höhe von 5.000 US-Dollar unterstützt.
Mit moderner, anpassungsfähiger und sicherer Gesundheits-IT Leben retten
Die IT-Investitionen im Gesundheitswesen tragen dazu bei, die schnellsten Wege zu einer besseren Versorgung zu finden, indem sie die medizinische Betreuung näher an die Patientinnen und Patienten bringen. Viele Gesundheitsunternehmen nutzen riesige Mengen an klinischen und anderen Gesundheitsdaten, um Entwicklungen zu verfolgen und übergreifende Trends in der gesamten Gesundheitslandschaft zu erkennen. Gleichzeitig nähern sie sich einer möglichst präzisen, individuell zugeschnittenen Versorgung an.
Verbesserung der Benutzer- und Administrationserfahrung durch sicheren hybriden Zugriff
Diese Kombination aus BIG-IP Access Policy Manager und Azure Active Directory ermöglicht Identitätsföderation, zentralisierten Benutzerzugriff (über Single Sign-on) und erhöhte Anwendungssicherheit (durch Multi-Faktor-Authentifizierung) für geschäftskritische Anwendungen sowie cloudbasierte und SaaS-Anwendungen. Dieser Ansatz vereinfacht die Einrichtung und Bereitstellung, reduziert den Verwaltungsaufwand und verbessert die gesamte Administration.
Das Internet der Sicherheitsdinge
Nein, das ist keine Tirade über die Sicherheit des IoT. Es ist eine Geschichte über Veränderung – genauer gesagt über Veränderung und ihre Auswirkungen auf die Sicherheit. Veränderung ist allgegenwärtig. Es gibt unzählige Axiome und Sprichwörter über Veränderung, also ist es ...