Eine digitale Experience lässt sich nicht einfach entwickeln

F5-Ökosystem | 10. Januar 2023

Heutzutage ist viel davon die Rede, digitale Erlebnisse zu „bauen“. Langjährige Leser wissen, dass meine Superkraft die Pedanterie ist – also aufgepasst, jetzt wird es ernst.

Erlebnisse kann man nicht erschaffen. Wie auch immer man sie definiert: Erlebnisse werden ausschließlich aus der Perspektive der Konsumenten bestimmt. Ob es um das Erlebnis Ihrer Kinder im Urlaub oder bei einem Museumsbesuch geht oder um Ihr eigenes Erlebnis bei der Nutzung eines digitalen Dienstes – ob es gut, schlecht oder großartig ist, hängt von der Perspektive ab. Von der Konsumentenperspektive. Für ein Kind ist es vielleicht ein großartiges Erlebnis. Für das andere? Schrecklich, weil es feststellt, dass es riesige Wollhaarmammuts fürchtet. Dasselbe Angebot, ein anderes Erlebnis.

Jemand sagte einmal, das Geheimnis großartiger Präsentationen liege nicht nur darin, was man sagt, sondern auch darin, welches Gefühl man beim Publikum hervorruft. Bei digitalen Erlebnissen ist es ganz ähnlich. Bei einem großartigen digitalen Erlebnis kommt es darauf an, welches Gefühl man beim Verbraucher hervorruft.

Ist Ihre Benutzeroberfläche leicht verständlich und einfach zu bedienen? Oder haben Sie beim Verbraucher das Gefühl hinterlassen, nicht genug zu wissen, um den Dienst nutzen zu können?

Hat der digitale Dienst gut funktioniert? Oder mussten die Nutzer ständig darauf warten, dass Bilder oder Informationen geladen wurden?

Hat der Dienst alles Mögliche getan, um die Identität der Nutzer zu überprüfen, ohne ihnen unnötige Hürden in den Weg zu legen? Oder mussten sie fünfzehn CAPTCHAs und Quizfragen lösen, nur um ihren Kontostand abzurufen?

Sie können also durchaus einen digitalen Dienst entwickeln. Sie können Dienste und Anwendungen entwickeln, sie über APIs mit einer ansprechenden Benutzeroberfläche verknüpfen, einen optimierten Workflow zur Führung der Nutzer orchestrieren und trotzdem ein schlechtes digitales Erlebnis bieten. Denn Sie haben nicht berücksichtigt, wie sich Leistung oder Sicherheit auf dieses Erlebnis auswirken.

Dies ist der Hauptgrund dafür, dass ein digitaler Service mehr ist als eine Reihe von Anwendungen und APIs. Deshalb sind wir der Ansicht, dass ein digitaler Service so konzipiert sein muss, dass er Anwendungssicherheits- und Bereitstellungsdienste umfasst, die Leistung und Sicherheit individuell für jeden Nutzer optimieren können. Das sagen wir nicht etwa, weil wir ein Unternehmen sind, das sich auf Technologien für die Sicherheit und Bereitstellung von Anwendungen in Multi-Cloud-Umgebungen spezialisiert hat. Es ist schlicht die Realität in einer Welt, in der digitale Angebote an erster Stelle stehen. Anwendungen sind – unabhängig davon, wie sie konzipiert und entwickelt wurden – nicht darauf ausgelegt, viele der technischen Anforderungen zu erfüllen, die mit der Bereitstellung eines außergewöhnlichen digitalen Erlebnisses in Bezug auf Verfügbarkeit, Sicherheit und Leistung verbunden sind.

Dies war und ist nach wie vor die Domäne der Anwendungssicherheit und -bereitstellung. Der Unterschied besteht heute darin, dass diese Technologien zu einem integralen Bestandteil der Bereitstellung digitaler Dienste geworden sind – und maßgeblich das Erlebnis prägen, das Verbraucher bei der Nutzung dieser digitalen Dienste haben.

Sie können also eine digitale Experience konzipieren und die Faktoren berücksichtigen, die diese Experience beeinflussen, aber Sie können eine digitale Experience nicht entwickeln.

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Schlagwörter: Office of the CTO, 2023

Über den Autor

Lori Mac Vittie
Lori Mac VittieDistinguished Engineer und Chief Evangelist | F5

Lori MacVittie ist Distinguished Engineer und Chief Evangelist im Office of the CTO von F5 und verfügt über umfassende Expertise in den Bereichen Anwendungsbereitstellung, Automatisierungsstrategie und Infrastruktur. Sie ist dafür bekannt, Komplexität verständlich zu machen – ob sie Leitplanken für KI-Agenten definiert, fragile Multicloud-Architekturen analysiert oder die Grenzen skalierbarer Systeme auslotet. Sie verfügt über mehr als dreißig Jahre Branchenerfahrung in der Anwendungsentwicklung, IT-Architektur sowie im Netzwerk- und Systembetrieb. Bevor sie zu F5 kam, war sie als mehrfach ausgezeichnete Technologie-Redakteurin tätig. MacVittie hat einen Masterabschluss in Informatik und ist eine produktive Autorin, deren Veröffentlichungen die Bereiche Sicherheit, Cloud und Unternehmensarchitektur abdecken. Außerdem spielt sie leidenschaftlich gern Brett- und Videospiele und vertritt mit voller Überzeugung klare Ansichten zum Thema Käse.

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