Was ist globaler Serverlastenausgleich?
Global Server Load Balancing (GSLB) bezeichnet die intelligente Verteilung des Datenverkehrs auf Serverressourcen an mehreren geografischen Standorten. Die Server können sich lokal in den unternehmenseigenen Rechenzentren befinden oder in einer Private Cloud beziehungsweise der Public Cloud gehostet werden.
Weitere Informationen zum Load Balancing finden Sie unter Load Balancing: Skalierbares Traffic-Management.
Die Notfallwiederherstellung ist der Hauptgrund dafür, dass viele Unternehmen Serverressourcen an mehreren Standorten bereitstellen. In der gängigsten Konfiguration werden die Daten von einem aktiven Standort bereitgestellt und zusätzlich an einem oder mehreren Standby-Standorten (passiven Standorten) vorgehalten, die sie nur dann bereitstellen, wenn der aktive Standort ausfällt. Die Aufgabe des globalen Server-Load-Balancers besteht in diesem Fall darin, den Ausfall des aktiven Standorts zu erkennen und Anfragen automatisch an die Standby-Standorte umzuleiten.
Ein wesentlicher Grund für die Wahl eines Aktiv-Passiv-Konzepts besteht darin, dass die Daten nicht standortübergreifend in Echtzeit synchronisiert werden müssen. Änderungen am aktiven Standort können mithilfe eines einfacheren Batch-Verfahrens und kostengünstigerer Out-of-Band-Verbindungen an die passiven Standorte verteilt werden. Wenn Sie mehrere aktive Standorte betreiben, die dieselben Inhalte bereitstellen – und einige der in der folgenden Liste aufgeführten Vorteile von GSLB ergeben sich nur in diesem Fall –, wird die Echtzeitsynchronisierung der Standorte wichtig.
Zu den Vorteilen des globalen Serverlastenausgleichs gehören:
- Zuverlässigkeit und Verfügbarkeit – GSLB kann eingesetzt werden, um die Zuverlässigkeit und Verfügbarkeit von Websites bei Server- oder Netzwerkausfällen zu verbessern. Kommt es beispielsweise nach einem Schneesturm im Nordosten der USA zu einem Stromausfall, kann der Load Balancer den Datenverkehr von den dort gehosteten Ressourcen auf Ressourcen in anderen Teilen des Landes umleiten.
- Performance – Die Bereitstellung von Inhalten über einen Server, der sich näher am anfragenden Benutzer befindet, minimiert die Netzwerklatenz und die Wahrscheinlichkeit von Netzwerkproblemen. Wenn beispielsweise Anfragen australischer Benutzer an Server in Sydney statt an Server in New York weitergeleitet werden, verkürzt sich die Strecke, die Pakete zurücklegen müssen, pro Richtung um etwa 10.000 Meilen (16.000 km).
- Erfüllung regulatorischer und sicherheitsbezogener Anforderungen – In vielen stark regulierten Branchen wie Verteidigung, Telekommunikation und Gesundheitswesen ermöglicht die globale Serverlastverteilung Netzwerkarchitekten, eine weltweite Nutzerbasis unter Einhaltung behördlicher Vorschriften zu bedienen. Beispielsweise kann ein globaler Server-Load-Balancer so konfiguriert werden, dass er Anfragen nur dann an Rechenzentren in Kanada weiterleitet, wenn sie von kanadischen Nutzern stammen, nicht jedoch von Nutzern aus anderen Ländern.
- Bereitstellung lokalisierter Inhalte – Mithilfe von Informationen über den geografischen Standort der Benutzer können globale Server-Load-Balancer Anfragen an Server weiterleiten, auf denen Inhalte gehostet werden, die auf das jeweilige Land des Benutzers zugeschnitten und in der Landessprache verfasst sind.
Wie kann NGINX Plus helfen?
NGINX Plus und NGINX sind erstklassige Load-Balancing-Lösungen, die von stark frequentierten Websites wie Dropbox, Netflix und Zynga eingesetzt werden. Mehr als 350 Millionen Websites weltweit setzen auf NGINX Plus und NGINX Open Source, um ihre Inhalte schnell, zuverlässig und sicher bereitzustellen.
Obwohl sich Global Server Load Balancing intern implementieren lässt, sind die Herausforderungen, Daten an mehreren Standorten synchron zu halten und die Last effizient standortübergreifend zu verteilen, nicht zu unterschätzen. Viele Unternehmen beziehen ihre GSLB-Lösung von einem Managed-DNS-Anbieter wie Akamai oder Amazon Route 53. NGINX Plus bietet zwar keine direkten GSLB-Funktionen, eignet sich dank seiner ausgefeilten Load-Balancing-Algorithmen, Serverzustandsprüfungen und weiteren Funktionen jedoch ideal für den Einsatz in lokalen oder cloudbasierten Rechenzentren, an die globale Server-Load-Balancer den Datenverkehr weiterleiten. Spezialisierte Module in NGINX Plus erleichtern es, Informationen zum Standort des Clients zu erfassen und bei der lokalen Load-Balancing-Entscheidung zu berücksichtigen.
Als Software-Load-Balancer ist NGINX Plus nicht nur kostengünstiger als hardwarebasierte Lösungen mit vergleichbarem Funktionsumfang, sondern kann auch sowohl in der Public Cloud als auch in privaten Rechenzentren bereitgestellt werden. Anbieter von Cloud-Infrastrukturen gestatten in ihren Rechenzentren hingegen in der Regel keine kundeneigenen oder proprietären Hardware-Load-Balancer.
Wenn Sie mehr über die Vorteile von NGINX Plus für den Lastenausgleich Ihrer Anwendungen erfahren möchten, laden Sie unser E-Book Fünf Gründe für die Wahl eines Software-Load-Balancers herunter.

