Die meisten Unternehmen nutzen neben ihrer eigenen lokalen Private Cloud mehrere Cloud-Umgebungen. In den vergangenen drei Jahren haben wir Fachkräfte zu den Herausforderungen und Schwierigkeiten befragt, mit denen sie in allen IT-Funktionen bei diesem Betriebsmodell konfrontiert sind.
Jedes Jahr lautet die häufigste Antwort gleich: Konsistenz.
Das ist keine Überraschung. Unternehmen arbeiten nach wie vor größtenteils in voneinander abgeschotteten Teams, und die Einführung der Public Cloud hat daran nichts geändert. Tatsächlich hat sie die Zahl der Silos sogar deutlich erhöht, da häufig spezielle Cloud-Teams erforderlich sind, um sich angemessen an die individuellen Dashboards, Konsolen und Betriebsweisen der einzelnen Public Clouds anzupassen.
Diese Realität erschwert es, Anwendungen abzusichern, für die die Unternehmen – und nicht die Cloud-Anbieter – verantwortlich sind. Die Herausforderungen ergeben sich zum Teil aus dem Einsatz heterogener Sicherheitsdienste, die möglicherweise nicht die erforderliche Einheitlichkeit der Richtlinien bieten, um eine Anwendung gemäß den Erwartungen des Unternehmens ausreichend abzusichern. Die Funktionen eines Sicherheitsdienstes entsprechen unter Umständen nicht denen eines anderen. Wenn eine Funktion, auf die Sie zum Schutz einer Anwendung angewiesen sind, in einer Cloud verfügbar ist, in einer anderen jedoch nicht, lässt sich keine einheitliche Sicherheit gewährleisten.
Daher war es nicht überraschend, dass ein Bericht von Sophos zum Stand der Cloud-Sicherheit 2020 bei Unternehmen, die mehrere Cloud-Umgebungen nutzen, eine höhere Zahl von Sicherheitsvorfällen feststellte:
„Unternehmen mit Multi-Cloud-Umgebungen meldeten in den vergangenen zwölf Monaten mehr Sicherheitsvorfälle. 73 Prozent der befragten Unternehmen nutzten zwei oder mehr Public-Cloud-Anbieter und meldeten mehr Sicherheitsvorfälle als Unternehmen, die nur eine einzige Plattform nutzten.“
Der Bericht erläuterte die Ursache dieser Vorfälle genauer und stellte fest, dass bei 66 % der Angriffe durch Fehlkonfigurationen entstandene Sicherheitslücken ausgenutzt wurden. Diese ließen sich wiederum in drei Kategorien einteilen:
- 33 % Zugangsdaten für Cloud-Konten gestohlen
- 22 % Fehlkonfiguration von Cloud-Ressourcen
- 44 % fehlerhaft konfigurierte Web Application Firewall
Fehlkonfigurationen können viele Ursachen haben. Häufig sind Tippfehler der Grund. Auch eine falsche Auslegung der Terminologie oder ein Missverständnis des Richtlinienmodells kann dazu führen.
Um Tippfehler und andere menschlich verursachte Fehler zu reduzieren, kommt häufig Automatisierung zum Einsatz. Bei Letzterem hilft sie jedoch nicht, da Unterschiede bei Richtlinienmodellen und -sprachen zu Verwirrung und damit zu Fehlkonfigurationen führen können.
Die derzeit beste Lösung für das Problem von Fehlkonfigurationen ist die Standardisierung. Die Entscheidung für einen einheitlichen Satz von Sicherheitsdiensten, die in allen benötigten Umgebungen eingesetzt werden können, trägt wesentlich dazu bei, Fehlkonfigurationen zu vermeiden. Durch die Konzentration auf einen einzigen Satz von Sicherheitsdiensten bleiben erworbene Kenntnisse über verschiedene Cloud-Umgebungen hinweg erhalten. Fachwissen entsteht durch Erfahrung, und indem sich Unternehmen auf eine kleinere Auswahl an Richtliniensprachen und -modellen konzentrieren, können sie die Absicherung von Anwendungen in jeder Umgebung mit größerer Sicherheit angehen.
Standardisierung wirkt zudem als Kraftmultiplikator für die Automatisierung, da sie die Wiederverwendung von Code, Skripten und Vorlagen ermöglicht, mit denen Sicherheitsdienste über mehrere Clouds hinweg bereitgestellt, implementiert und verwaltet werden. Durch ihre wiederholte Verwendung werden die Automatisierungsartefakte robuster und optimiert, was das Vertrauen in die Nutzung der Cloud stärkt.
Die Cloud ist gekommen, um zu bleiben – ebenso wie die Tatsache, dass Unternehmen mehrere Clouds nutzen. Das bedeutet jedoch nicht, dass wir eine steigende Zahl von Sicherheitsvorfällen hinnehmen müssen. Indem Unternehmen bei Sicherheitsdiensten bewusst auf Standardisierung setzen und interne Organisationsstrukturen hinterfragen, die möglicherweise die Zusammenarbeit behindern, können sie konkrete Schritte unternehmen, um die Sicherheit zu verbessern, die Automatisierung auszubauen und die Fähigkeiten und das Fachwissen ihrer wertvollsten Ressource – ihrer Mitarbeitenden – optimal zu nutzen.
Über den Autor

Lori MacVittie ist Distinguished Engineer und Chief Evangelist im Office of the CTO von F5 und verfügt über umfassende Expertise in den Bereichen Anwendungsbereitstellung, Automatisierungsstrategie und Infrastruktur. Sie ist dafür bekannt, Komplexität verständlich zu machen – ob sie Leitplanken für KI-Agenten definiert, fragile Multicloud-Architekturen analysiert oder die Grenzen skalierbarer Systeme auslotet. Sie verfügt über mehr als dreißig Jahre Branchenerfahrung in der Anwendungsentwicklung, IT-Architektur sowie im Netzwerk- und Systembetrieb. Bevor sie zu F5 kam, war sie als mehrfach ausgezeichnete Technologie-Redakteurin tätig. MacVittie hat einen Masterabschluss in Informatik und ist eine produktive Autorin, deren Veröffentlichungen die Bereiche Sicherheit, Cloud und Unternehmensarchitektur abdecken. Außerdem spielt sie leidenschaftlich gern Brett- und Videospiele und vertritt mit voller Überzeugung klare Ansichten zum Thema Käse.
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