Seit mehr als einem Jahrzehnt verspricht der Begriff Cloud Agilität als einen seiner wichtigsten Vorteile. Umfragen und Studien nannten die schwer greifbare und vage definierte „Agilität“ häufig als einen der Hauptgründe für die Einführung sämtlicher Cloud-Formen.
In der Vergangenheit stand ich einem solchen Vorteil skeptisch gegenüber, da er sich kaum definieren lässt. Es handelt sich um einen schwer greifbaren Vorteil – anders als etwa Kosteneinsparungen, die sich berechnen, prognostizieren und messen lassen.
Doch wie sieht Agilität in der Praxis aus? Der Erfolg einer Cloud-Migration – und eigentlich jedes Projekts – setzt ein Ziel voraus, anhand dessen ein Unternehmen seine Fortschritte beurteilen kann. Wie lässt sich Agilität quantifizieren? Wie kann man überprüfen, ob sie erreicht wurde? Wenn Ziele schwer messbar sind, lassen sie sich kaum erreichen.
Die jüngsten Entwicklungen im Zusammenhang mit COVID-19 und seiner raschen weltweiten Ausbreitung haben uns unbeabsichtigt einen solchen Maßstab geliefert. Zumindest haben sie uns etwas Konkreteres an die Hand gegeben als die „Fähigkeit, sich schnell verändernden Geschäftsbedingungen anzupassen“. Wohl kaum eine Rahmenbedingung hat sich je so schnell geändert wie durch die Vorgaben, dass Beschäftigte „von zu Hause aus“ arbeiten und Kinder dort unterrichtet werden müssen. An einem Tag waren wir noch alle im Büro. Am nächsten? Zu Hause.
Ganz gleich, an welchem Ende der Technologiekette Sie stehen – ob als Anwender oder Betreiber –, Sie sind von diesen Vorgaben betroffen. Für die Anwender wurde alles auf den Kopf gestellt; ihre Arbeitsumgebung hat sich innerhalb eines einzigen Tages grundlegend verändert. In den sozialen Medien häufen sich Berichte, Fragen, Hilferufe und Beschwerden von Betreibern, die versuchen, sich an die neue Normalität anzupassen. Es gibt Skalierungsprobleme. Sicherheitsherausforderungen. Zugriffsprobleme. Der Wechsel vom Büro ins Homeoffice war für diejenigen schwierig, die dafür sorgen müssen, dass der Geschäftsbetrieb trotz aller Widrigkeiten weiterläuft. Wenn die Belegschaft orientierungslos ist, sind die Betreiber angesichts der plötzlichen Verlagerung hin zu einer noch größeren Abhängigkeit von Anwendungen zweifellos überfordert.
Experten behaupteten jahrelang, die Cloud würde Unternehmen die nötige Agilität bieten, um genau eine solche Situation zu bewältigen. Doch solange wir nicht alle mit demselben Szenario konfrontiert waren, konnte niemand diese Behauptungen auf eine Weise belegen, die für jedes Unternehmen galt.
Jetzt können sie es.
Für Unternehmen, die bereits hauptsächlich auf cloudbasierte Software setzen, war diese plötzliche Umstellung zu bewältigen, wenn auch nicht ganz reibungslos. Schließlich änderten sich weder der Ort noch die Art und Weise, wie die Beschäftigten auf diese Software zugriffen. Derselbe Browser. Dieselben Zugangsdaten. Dieselben Systeme. Lediglich der Standort der Nutzer änderte sich, was im Grunde keine Rolle spielte. Vielleicht mussten wir uns erneut anmelden. Insgesamt war der Vorgang nicht mehr oder weniger mühsam als die vorgeschriebenen vierteljährlichen Änderungen von Unternehmenspasswörtern, die eine erneute Authentifizierung erfordern.
Wie viele unserer Kunden und Unternehmen im Allgemeinen nutzt auch F5 Office 365 für einen erheblichen Teil seiner Arbeitsabläufe. Diese liefen ohne Unterbrechung weiter, selbst als die Mitarbeitenden in ihre (manchmal hastig eingerichteten) Homeoffices wechselten. Teams und Zoom sorgen dafür, dass wir virtuell in Verbindung bleiben. Auch der E-Mail-Verkehr läuft weiter. Da uns die Umstellung schnell gelungen ist, konnten wir uns darauf konzentrieren, anderen dabei zu helfen, sich an diese neue (und hoffentlich vorübergehende) Normalität anzupassen.
Millionen anderer Organisationen und Institutionen konnten ebenfalls nahtlos von einer lokalen Infrastruktur auf eine vollständig remote arbeitende Belegschaft umstellen – dank der Cloud. Meine Skepsis ist damit offiziell beendet.
Bleiben Sie gesund.
Wenn Sie Unterstützung bei der Arbeit im Homeoffice benötigen – schließlich ist nicht jede Anwendung SaaS-basiert oder in der Cloud –, sind wir für Sie da. Wir bieten Technologie- und Supportoptionen für Verfügbarkeit, Fernzugriff und Sicherheit. Außerdem finden Sie bei unserem NGINX-Geschäftsbereich kostenlose Ressourcen, die Ihnen weiterhelfen. Und auch unsere DevCentral-Community – bestehend aus F5-Mitarbeitenden, Anwendern und Fachleuten – ist kostenlos und rund um die Uhr erreichbar, um Fragen zu beantworten und Ihnen bei der Suche nach Lösungen zu helfen.
Über den Autor

Lori MacVittie ist Distinguished Engineer und Chief Evangelist im Office of the CTO von F5 und verfügt über umfassende Expertise in den Bereichen Anwendungsbereitstellung, Automatisierungsstrategie und Infrastruktur. Sie ist dafür bekannt, Komplexität verständlich zu machen – ob sie Leitplanken für KI-Agenten definiert, fragile Multicloud-Architekturen analysiert oder die Grenzen skalierbarer Systeme auslotet. Sie verfügt über mehr als dreißig Jahre Branchenerfahrung in der Anwendungsentwicklung, IT-Architektur sowie im Netzwerk- und Systembetrieb. Bevor sie zu F5 kam, war sie als mehrfach ausgezeichnete Technologie-Redakteurin tätig. MacVittie hat einen Masterabschluss in Informatik und ist eine produktive Autorin, deren Veröffentlichungen die Bereiche Sicherheit, Cloud und Unternehmensarchitektur abdecken. Außerdem spielt sie leidenschaftlich gern Brett- und Videospiele und vertritt mit voller Überzeugung klare Ansichten zum Thema Käse.
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