Container, APIs und Sicherheitsregel Nummer zwei

F5-Ökosystem | 10. September 2018

#LockTheDoor endlich

Man sollte meinen, dass mich in Sachen Sicherheit inzwischen nichts mehr überraschen könnte.

Vielleicht bin ich nicht überrascht, sondern vielmehr enttäuscht.

Enttäuscht darüber, dass nicht einmal die grundlegendsten Sicherheitsprinzipien eingehalten werden. Zum Beispiel: die Tür abschließen.

Ein kürzlich veröffentlichter Bericht von Lacework verdeutlichte, dass eine der grundlegenden Sicherheitsregeln erneut in Erinnerung gerufen werden muss:

DU SOLLST ADMINISTRATIONSKONSOLEN NICHT OFFEN LASSEN

Der Bericht, für den das Internet durchsucht wurde, ergab, dass „mehr als 21.000 Systeme zur Container-Orchestrierung und API-Verwaltung“ zugänglich waren.

Das ist an sich nicht besorgniserregend, da 95 % davon in AWS betrieben wurden. Wenn Sie Container und API-Gateways in der Public Cloud bereitstellen, müssen Sie diese auch verwalten können. Dies geschieht in den meisten Fällen über eine Art Verwaltungskonsole.

Besorgniserregend ist jedoch, dass für den Zugriff auf mehr als 300 dieser Dashboards keinerlei Anmeldedaten erforderlich waren.

Ich möchte darauf hinweisen, dass nicht nur der Lacework-Bericht auf dieses existenzielle Risiko aufmerksam macht. Bereits im Mai 2017 veröffentlichte der RedLock Cloud Security Report seine Erkenntnis, dass Hunderte von Kubernetes-Verwaltungskonsolen ohne Zugangsdaten über das Internet zugänglich waren.

Das ist also nichts Neues, aber wir müssen versuchen, dem Problem zuvorzukommen, bevor die breite Akzeptanz weiter zunimmt. Denn Angreifer nutzen diese offenen Konsolen unter anderem dazu, ihre eigenen Container zu starten, um verschiedensten schädlichen Aktivitäten nachzugehen, wie etwa Bitcoin-Mining und dem Ausführen von Bots. Sie haben es nicht unbedingt auf Ihre Daten abgesehen, sondern wollen kostenlose Rechenleistung und einen neuen Satz von IP-Adressen, die derzeit nicht auf Sperrlisten im Internet stehen.

Und sie wollen den uneingeschränkten ausgehenden Zugriff, den sie in diesen Umgebungen nur allzu oft vorfinden. Der aktuellste RedLock-Bericht stellte fest: „85 % der Ressourcen, die Sicherheitsgruppen zugeordnet sind, schränken den ausgehenden Datenverkehr überhaupt nicht ein. Das ist ein Anstieg gegenüber dem Vorjahr, als dieser Wert noch bei 80 % lag.“ Angesichts des uneingeschränkten ausgehenden Datenverkehrs überrascht es nicht, dass das RedLock-Team außerdem bei etwa 39 % der von ihm überwachten, bei Amazon bereitgestellten Hosts „Aktivitätsmuster feststellte, die auf eine Kompromittierung der Instanz oder auf Aufklärungsversuche durch Angreifer hindeuten“.

Es sollte selbstverständlich sein, dass Sie jede Art von web- oder API-basierter Konsole absichern müssen. Zumindest sollten Sie eine Authentifizierung mit Zugangsdaten verlangen.

Ich weiß, dass Unternehmen unzählige Sicherheitsregeln und Checklisten haben, die überwältigend wirken können. Doch fast alle lassen sich auf diese drei grundlegenden Sicherheitsregeln zurückführen:

1. Du sollst Benutzereingaben nicht vertrauen. Niemals.

2. Du sollst Zugangsdaten nicht fest im Code hinterlegen. Niemals.

3. Du sollst Admin-Konsolen nicht offen lassen.

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Schlagwörter: 2018

Über den Autor

Lori Mac Vittie
Lori Mac VittieDistinguished Engineer und Chief Evangelist | F5

Lori MacVittie ist Distinguished Engineer und Chief Evangelist im Office of the CTO von F5 und verfügt über umfassende Expertise in den Bereichen Anwendungsbereitstellung, Automatisierungsstrategie und Infrastruktur. Sie ist dafür bekannt, Komplexität verständlich zu machen – ob sie Leitplanken für KI-Agenten definiert, fragile Multicloud-Architekturen analysiert oder die Grenzen skalierbarer Systeme auslotet. Sie verfügt über mehr als dreißig Jahre Branchenerfahrung in der Anwendungsentwicklung, IT-Architektur sowie im Netzwerk- und Systembetrieb. Bevor sie zu F5 kam, war sie als mehrfach ausgezeichnete Technologie-Redakteurin tätig. MacVittie hat einen Masterabschluss in Informatik und ist eine produktive Autorin, deren Veröffentlichungen die Bereiche Sicherheit, Cloud und Unternehmensarchitektur abdecken. Außerdem spielt sie leidenschaftlich gern Brett- und Videospiele und vertritt mit voller Überzeugung klare Ansichten zum Thema Käse.

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