Als Chris Meredith 1998 die U.S. Navy verließ, hatte er keine Ahnung, wie es für ihn weitergehen sollte. Er hatte als Elektroniker die Radar- und Kommunikationssysteme auf dem Flugzeugträger USS John F. Kennedy gewartet, konnte sich aber nicht vorstellen, wie sich diese Fähigkeiten auf eine Stelle in einem Unternehmen übertragen ließen.
Schließlich fand Meredith eine Stelle im IT-Support eines kleinen Technologieunternehmens, wo er der einzige Veteran war. „Der Wechsel von Zwölf-Stunden-Tagen auf einem Schiff zu acht Stunden mit Mittagspause in einem Büroabteil war einfach ein totaler Schock“, sagt er. „Niemand hatte ähnliche Erfahrungen gemacht wie ich, also musste ich mich irgendwie durchmogeln, bis ich herausgefunden hatte, wie ich damit zurechtkomme.“

Nachdem Meredith sich bei PNC Bank und Comcast als Netzwerkingenieur hochgearbeitet hatte, nahm er eine Stelle als Senior Solutions Engineer bei F5 an. Dort stellte er erfreut fest, dass das Unternehmen über eine Employee Inclusion Group (EIG) für Militärveteranen verfügt. Schließlich trat er der Gruppe bei und übernahm vor drei Jahren deren Vorsitz.
„Da ich bei meinem Wechsel ins Zivilleben anfangs kaum Unterstützung erhielt, ist es mir heute besonders wichtig, dass andere Veteraninnen und Veteranen sich von Anfang an einbezogen fühlen und alles an die Hand bekommen, was sie brauchen, um in einem Unternehmensumfeld erfolgreich zu sein“, sagt Meredith. „Ich möchte sicherstellen, dass Veteraninnen und Veteranen für ihre Führungsqualitäten und technischen Fähigkeiten anerkannt werden. Gleichzeitig möchte ich einen geschützten Raum schaffen, in dem sie ihre Erfahrungen und die Herausforderungen, mit denen sie konfrontiert sind, miteinander teilen können.“
Eingewöhnung in den Unternehmensalltag
Für ehemalige Militärangehörige kann der Übergang in ein Unternehmensumfeld eine Herausforderung darstellen. Zum einen lassen sich ihre Fähigkeiten „im Lebenslauf nicht ohne Weiteres den Kompetenzen zuordnen, nach denen Arbeitgeber suchen“, sagt Meredith. So erfordert etwa die Führung Hunderter Soldatinnen und Soldaten bei Militäreinsätzen ausgeprägte Führungskompetenzen, doch diese als Managementerfahrung darzustellen, kann schwierig sein. Daher hätten hoch qualifizierte und erfahrene militärische Führungskräfte laut Meredith oft Schwierigkeiten, Stellen zu finden, in denen ihre Expertise anerkannt wird, und viele landeten in Positionen, in denen ihre Fähigkeiten nicht voll ausgeschöpft werden.
Eine weitere Herausforderung besteht darin, dass Veteranen aus einem Umfeld kommen, in dem direkte Kommunikation und das Befolgen von Befehlen die Norm sind. Daher verstehen sie nicht immer, was in der Unternehmenswelt von ihnen erwartet wird, wo die Kommunikation weniger eindeutig sein kann. „Zum Beispiel sagt vielleicht jemand zu Ihnen: ‚Es wäre toll, wenn Sie das erledigen könnten‘, und Sie fragen sich: ‚Soll ich es nun tun oder nicht?‘“, sagt Meredith.

Veteranen beim Übergang ins Berufsleben unterstützen
Unter Merediths Leitung unterstützt die Military Veterans EIG Veteraninnen und Veteranen bei ihrer beruflichen Weiterentwicklung, indem sie eine Reihe von Führungs- und Schulungsveranstaltungen mit professionellen Referentinnen und Referenten organisiert. Mit Workshops von „Vom Schlachtfeld in die Vorstandsetage“ bis hin zu „Anpassung an die Unternehmenskultur“ sollen Veteraninnen und Veteranen ihre Führungskompetenzen ausbauen und zugleich die Feinheiten, Verhaltensweisen und bewährten Methoden kennenlernen, die für den Erfolg in der Unternehmenswelt erforderlich sind.
Die Veterans EIG arbeitet auch mit den anderen EIGs von F5 zusammen, um Veranstaltungen zu Themen von gemeinsamem Interesse zu organisieren. So lud sie beispielsweise gemeinsam mit der F5 Connects Women EIG Sheryl Tullis ein, über ihre Erfahrungen als eine der Frauen zu sprechen, die in den ersten zehn Jahren nach der Zulassung von Frauen ihren Abschluss in West Point machten. Außerdem veranstaltete sie zusammen mit der F5 Ability EIG eine Gesprächsrunde, um das Bewusstsein für psychische Gesundheit zu schärfen, wobei der Schwerpunkt auf der posttraumatischen Belastungsstörung lag. „Allein in den USA nehmen sich täglich etwa 17 Veteranen das Leben. Deshalb ist es so wichtig, dass wir uns mit diesem Thema befassen“, sagt Meredith.

Neben Workshops organisiert die Veterans EIG auch Gesprächsrunden, in denen Veteraninnen und Veteranen sowohl über ihre Erfahrungen beim Militär als auch über ihr Engagement für andere Veteraninnen und Veteranen in ihren Gemeinden berichten. Darüber hinaus bringt sie neu eingestellte Veteraninnen und Veteranen mit Kolleginnen und Kollegen aus der EIG zusammen, die ihnen berufliche Orientierung und Unterstützung bieten.
Die Gruppe unterstützt auch Veteraninnen und Veteranen in der Gesellschaft. So haben sich beispielsweise EIG-Mitglieder am F5-Hauptsitz in Seattle ehrenamtlich bei einer örtlichen Tafel engagiert. Außerdem haben sie Jobmessen auf Militärstützpunkten besucht, um das Talent-Acquisition-Team von F5 bei der Rekrutierung von Veteraninnen und Veteranen für F5 zu unterstützen. „Wir konnten bereits einige Personen für F5 gewinnen, insbesondere für Stellen, die eine staatliche Sicherheitsfreigabe erfordern“, so Meredith.
Gemeinschaft und Verbundenheit fördern
Bis heute haben sich mehr als 150 Mitarbeitende der EIG für Militärveteranen angeschlossen – rund 89 % davon in den USA, die übrigen 11 % im Vereinigten Königreich, in Indien, Polen, Mexiko, Kanada, Deutschland und Australien. „Durch unsere gemeinsamen Erfahrungen haben wir hier bei F5 eine starke Gemeinschaft geschaffen, die sich wie eine Familie anfühlt“, sagt Meredith. „Unsere EIG-Mitglieder wissen, dass sie jederzeit jeden anrufen und über alles sprechen können, ohne verurteilt zu werden – ganz gleich, ob es um eine persönliche oder berufliche Angelegenheit geht, ob sie Unterstützung bei ihrer Karriereplanung benötigen oder eine Frage zum Thema Führung haben. Wir sind sehr offen und inklusiv und jederzeit bereit, einander zu helfen, wenn es nötig ist.“
Nachdem Rick Jorolemon nach 20 Jahren im aktiven Dienst als Master Sergeant aus der U.S. Army ausgeschieden war, kam er vor vier Jahren als Senior Solutions Engineer zu F5. Als er von der Military Veterans EIG erfuhr, trat er der Gruppe bei, um andere Veteraninnen und Veteranen bei F5 kennenzulernen und dabei zu helfen, weitere ehemalige Militärangehörige für das Unternehmen zu gewinnen. „Ich sehe es als unsere Aufgabe als Veteraninnen und Veteranen an, bekannter zu machen, wie viele Fähigkeiten und Erfahrungen wir in ein Unternehmen einbringen können“, sagt er.
Chad Wise trat der Veterans EIG bei, nachdem er 20 Jahre lang als Techniker für Satellitenkommunikation bei der US Air Force gedient hatte. Als ehemaliger Soldat im Ruhestand sah er in der Möglichkeit, Veteraninnen und Veteranen weiterhin zu unterstützen, den nächsten logischen Schritt seines Engagements für die Militärgemeinschaft. Als Senior Solutions Engineer bei F5 weiß Wise aus eigener Erfahrung, wie es ist, „noch einmal von vorn anzufangen“. Der Wechsel vom streng geregelten Militäralltag in die weniger klar strukturierten Verhältnisse des Zivillebens ist eine Herausforderung. „Es ist ein beängstigendes und riskantes Unterfangen, 20 Jahre Berufserfahrung hinter sich zu lassen und einen neuen Karriereweg einzuschlagen“, sagt er.
Wie bei den anderen EIGs von F5 ist ein ähnlicher Hintergrund keine Voraussetzung für die Mitgliedschaft in der Veterans EIG. Jeff Bellamy, Senior Director bei F5 und einer der vielen Unterstützer der Gruppe, entschied sich für den Beitritt, nachdem er von den Schwierigkeiten erfahren hatte, mit denen der Ehemann einer Mitarbeiterin nach einem Kampfeinsatz zu kämpfen hatte.
Bellamy hat sich im Rahmen einer von ehemaligen Offizieren der U.S. Navy SEALs gegründeten Gruppe mit dem Thema Führung beschäftigt und ist fasziniert davon, wie sich militärische Führungsprinzipien auf die Geschäftswelt übertragen lassen. „Ich denke, die meisten Angehörigen der Streitkräfte lernen Selbstdisziplin“, sagt er. „Sie lernen auch, Opfer zu bringen, anderen zu dienen und ihre eigenen Bedürfnisse zum Wohl des Teams zurückzustellen. All das sind wertvolle Eigenschaften in einem Unternehmensumfeld.“
Als Mitglied mehrerer EIGs bei F5 ist Bellamy überzeugt, dass diese Gruppen allen Beschäftigten zugutekommen. „Bei EIGs geht es darum, Menschen zusammenzubringen, die ähnliche Erfahrungen oder einen ähnlichen Hintergrund haben“, sagt er. „Es geht aber auch darum, Beschäftigte wie mich einzubeziehen, damit wir aus den Erfahrungen anderer lernen und mehr Empathie und Unterstützung zeigen können.“

Meredith wiederum konnte dank der Veterans EIG enge Beziehungen zu anderen Veteraninnen und Veteranen bei F5 aufbauen, die er sonst wahrscheinlich nie kennengelernt hätte. Außerdem konnte er dadurch seine Führungskompetenzen über seine tägliche Arbeit hinaus weiterentwickeln. Neben seiner Tätigkeit als Vorsitzender der Veterans EIG ist Meredith zwei weiteren EIGs beigetreten: F5 Appreciates Blackness und F5 Connects Women. Dadurch, so sagt er, sei ihm bewusster geworden, vor welchen Herausforderungen andere Gruppen stehen, und er habe mehr Sensibilität dafür entwickelt.
„EIGs schaffen Gemeinschaft“, sagt er. „Ob für Veteranen oder andere Gruppen: EIGs sind ein Ort, an dem man sich unterstützt fühlt und von anderen lernen kann, die ähnliche Lebenserfahrungen gemacht haben. Ich halte diese Möglichkeiten für äußerst wichtig, um ein inklusives Arbeitsumfeld zu schaffen.“
Weitere Informationen zu den EIGs von F5 finden Sie auf unserer Webseite „Allyship bei F5“.
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