Die Macht von FIPS

F5-Ökosystem | 07. Juni 2016

Wenn Sie für eine der zahlreichen Regierungen weltweit tätig sind oder im Gesundheitswesen, im Finanzsektor, im Rechtswesen oder in einer anderen Branche arbeiten, die mit der Erfassung und Übermittlung sensibler, aber nicht als geheim eingestufter Daten (Sensitive But Unclassified, SBU) befasst ist, sind Sie wahrscheinlich bereits mit den Federal Information Processing Standards (FIPS) vertraut.

Falls nicht, hier eine kurze Einführung:

FIPS ist ein Standard der US-Regierung für verschiedene Sicherheitsbereiche. Er wird von Behörden der US-amerikanischen und kanadischen Regierung verwaltet, insbesondere vom National Institute of Standards and Technology (NIST) und vom Communications Security Establishment (CSE) in Kanada.

Es gibt zahlreiche unterschiedliche FIPS-Anforderungen, die verschiedene Sicherheitsaspekte abdecken. Dazu gehören beispielsweise FIPS 197, der Advanced Encryption Standard (AES), und FIPS 201, die Personal Identity Verification (PIV) für Bundesbedienstete und Auftragnehmer – die Grundlage für die PIV-Karten, die in vielen Regierungsbehörden zur Identitätsprüfung verwendet werden.

Eine der FIPS-Anforderungen, die für uns im Bereich der Netzwerk- und Cloud-Sicherheit besonders relevant ist, ist FIPS 140-2, die für die Sicherheitsakkreditierung kryptografischer Module gilt, also für die Validierung und Zertifizierung der Sicherheit einer Kombination aus Hardware, Software und Firmware, die kryptografische Funktionen ausführt. Viele US-amerikanische Bundesbehörden und kanadische Regierungsbehörden sowie sicherheitsbewusste Unternehmen verlangen, dass ihre Netzwerk- und Sicherheitsausrüstung die Vorgaben von FIPS 140-2 erfüllt und damit konform ist.

Innerhalb von FIPS 140-2 gibt es vier zusätzliche Sicherheitsstufen, die von Stufe 1, die zugelassene Verschlüsselungsverfahren, definierte Sicherheitsgrenzen innerhalb des Systems und die Validierung der Initialisierung kryptografischer Komponenten voraussetzt, bis hin zu Stufe 4 reichen. Diese umfasst zusätzlich zu den Anforderungen der anderen drei Stufen Schutzmaßnahmen gegen atmosphärische Einflüsse und andere physische Einwirkungen für ein sicherheitsgehärtetes physisches Gehäuse, wobei die Schlüssel gelöscht werden, sobald ein physischer Angriff erkannt wird.

Die am häufigsten angewandten Standards sind FIPS 140-2 Level 2, der manipulationsanzeigende Maßnahmen zum Erkennen eines physischen Zugriffs auf kryptografische Schlüssel oder Sicherheitsparameter vorschreibt, und FIPS 140-2 Level 3, der zusätzlich Manipulationsschutz, weitere Erkennungsmöglichkeiten über die manipulationsanzeigenden Methoden von Level 2 hinaus sowie eine Reaktion auf physische Zugriffsversuche oder auf die Nutzung bzw. Manipulation des kryptografischen Moduls vorsieht. Im Wesentlichen helfen diese FIPS-Sicherheitsstufen Netzwerkadministratoren dabei, zu erkennen, ob sich ein Angreifer Zugriff auf Ihre kryptografischen Schlüssel verschafft oder dies versucht hat.

Für Behörden und sicherheitsbewusste Unternehmen, etwa in den Bereichen Finanzdienstleistungen, Recht und Gesundheitswesen, liegt die Bedeutung von FIPS im Schutz kryptografischer Schlüssel und Sicherheitsparameter sowie in der integrierten Bedrohungsabwehr. Die Einhaltung der FIPS-Vorgaben stellt sicher, dass Bundesbehörden und Unternehmen mit hohen Sicherheitsanforderungen behördliche und branchenspezifische Vorschriften erfüllen, wie etwa den Datensicherheitsstandard der Zahlungskartenbranche (PCI DSS), Gesetz zur Übertragbarkeit und Rechenschaftspflicht von Krankenversicherungen (HIPAA), die International Traffic in Arms Regulations (ITAR) und weitere Vorschriften. FIPS bietet mehrschichtige physische und logische Sicherheit und schützt Daten vor Diebstahl sowie vor Angriffen auf Schicht 3 und Schicht 4 (einschließlich Netzwerk- und DNS-Angriffen) und auf Schicht 7 (SSL- und HTTP-Angriffe).

Hier kommt die F5 BIG-IP 10350v-F-Plattform ins Spiel: eine FIPS-140-2-Level-3-konforme Implementierung des Hardware-Sicherheitsmoduls (HSM) der neuesten Generation und die erste von F5 unterstützte FIPS-140-2-Level-3-Plattform. Die BIG-IP 10350v-F-Plattform schützt die Schlüsselspeicherung durch ein manipulationssicheres HSM und weitere physische Sicherheitsmaßnahmen. Mithilfe ihres HSM bietet die BIG-IP 10350v-F Behörden, Finanzdienstleistern und anderen sicherheitsbewussten Unternehmen eine sichere Skalierbarkeit und erfüllt zugleich die stetig steigenden Anforderungen an die SSL-Leistung. Sie bietet eine führende SSL-Massenverschlüsselungsleistung und ein hervorragendes Preis-Leistungs-Verhältnis. Die 10350v-F vereinfacht die Zertifikatsverwaltung und senkt die Compliance-Kosten.

Aber warum ist ein HSM so wichtig, fragen Sie sich vielleicht? Kann man nicht einfach Software-Kryptobibliotheken verwenden? Bei jeder Implementierung muss bewertet werden, welche Daten geschützt werden sollen. Während FIPS 140-2 Level 1 und Level 2 ein gewisses Maß an Vertrauen darin schaffen, dass die verwendete Verschlüsselung ein bestimmtes Sicherheitsniveau erreicht hat und ihre Implementierung überprüft wurde, benötigen viele Behörden und andere sicherheitskritische Programme ein höheres Schutzniveau. Die Anforderungen an den Schutz personenbezogener Daten (PII) und geschützter Gesundheitsdaten (PHI) können dort nur mit einem HSM gemäß FIPS 140-2 Level 3 erfüllt werden. Darüber hinaus sichern HSMs kryptografische Vorgänge und schützen kritische kryptografische Schlüssel, indem sie Administrations- und Sicherheitsdomänen voneinander trennen und Richtlinien für die Schlüsselnutzung durchsetzen.

Die Plattform F5 BIG-IP 10350v-F bietet eine beispiellose Skalierbarkeit sowie verbesserte Sicherheit und einen optimierten Schutz von Schlüsseln und ermöglicht dadurch eine hervorragende Kosteneffizienz. Zu den von dieser Plattform unterstützten Anwendungsfällen zählen SSL-Offloading, -Transparenz und -Beschleunigung sowie Forward-Proxy-Funktionen, entweder mittels Air-Gap-Funktionalität oder in Verbindung mit den Secure Web Gateway (SWG) Services.

Jede Behörde und jedes Unternehmen, die bzw. das mit der Erfassung, Speicherung und Verteilung sensibler, nicht als Verschlusssache eingestufter Daten befasst ist, sollte sich für FIPS-140-2-konforme Netzwerk- und Sicherheitsprodukte interessieren. Darüber hinaus sollten alle Behörden und Unternehmen, die die Sicherheit ihrer sensiblen Daten gewährleisten möchten, dafür sorgen, dass ihre kryptografischen Schlüssel geschützt bleiben. Diese Organisationen benötigen FIPS 140-2 Level 3.

Aus diesem Grund benötigen all diese Behörden und Unternehmen die F5 BIG-IP 10350v-F Plattform, die von allen Application Delivery Controllern (ADCs) mit HSM die niedrigsten Kosten pro FIPS-TPS bietet.

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Schlagwörter: 2016

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Jay Kelley
Jay KelleySenior Manager, Produktmarketing | F5

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