Was tun, wenn man zwei Dinge braucht, aber „jeder weiß“, dass sie sich gegenseitig ausschließen?
In den Netzwerk- und Sicherheits-Communitys hält sich seit Langem ein Mythos: Sichere Softwarearchitekturen seien unflexibel und agil entwickelte Software sei weniger sicher. Aber Moment mal – gibt es überhaupt Belege dafür, dass Software, die nach einem iterativen Modell entwickelt wurde, grundsätzlich weniger sicher ist? Falls ja, hat meine „Recherche“ (sprich: Googeln) sie jedenfalls nicht wirklich zutage gefördert.
Tatsächlich lässt sich überzeugend argumentieren, dass ein schnellerer Bereitstellungszyklus und ein automatisierter, optimierter Release-Prozess das Risiko verringern, indem sie den Zeitraum verkürzen, in dem Schwachstellen ausgenutzt werden können.
Gibt es also wirklich einen Zielkonflikt zwischen Flexibilität und Sicherheit? Leider würde ich nach wie vor sagen: Ja, den gibt es.
Allerdings bin ich nicht davon überzeugt, dass ein agiler Softwarelebenszyklus grundsätzlich zu mehr Schwachstellen im Code führt (auch wenn einige der neuen Plattformen – etwa Container-Management-Systeme – zweifellos neue Angriffsflächen schaffen), da der Anwendungscode nur einen Teil der gesamten Sicherheitslage eines Unternehmens ausmacht.
Da jede Software Fehler enthält, umfassen IT-Technologie-Stacks neben dem Anwendungscode auch Sicherheitskontrollen wie Netzwerk-Firewalls, Systeme zur Angriffserkennung und Web Application Firewalls. Viele dieser Systeme müssen das Anwendungsverhalten überwachen und auf neu entdeckte Bedrohungen in Frameworks oder Betriebssystemen reagieren. Idealerweise sollten diese Systeme ebenso agil sein wie der Softwarebereitstellungszyklus. Andernfalls tritt eines von zwei Szenarien ein: Entweder werden die Sicherheitskontrollen als Beeinträchtigung der Bereitstellungsgeschwindigkeit und der Zeit bis zur Wertschöpfung wahrgenommen, oder sie bieten nicht den Schutz, für den sie eingerichtet wurden. Keines dieser Szenarien ist wirklich optimal.
Die naheliegende Lösung besteht darin, das Modell der Sicherheitskontrollen stärker an das Modell des Softwarebereitstellungszyklus anzugleichen. Tatsächlich beginnt die DevSecOps-Bewegung damit, Methoden aus Softwareentwicklung und DevOps auf die Bereitstellung von Sicherheitskontrollen anzuwenden und die Verantwortung für die Sicherheit auf alle Teammitglieder zu verteilen, auch wenn das fundierte Fachwissen weiterhin bei einem hoch qualifizierten, spezialisierten Expertenteam verbleibt.
Parallel zu diesem kulturellen Wandel vollzieht sich eine technologische Entwicklung, bei der die Implementierung von Sicherheitskontrollen in die Softwarebereitstellungspipeline integriert wird. Dabei begleiten die Sicherheitskontrollen jede neue Softwareiteration durch Tests, Staging und Bereitstellung, anstatt erst am Ende nachträglich hinzugefügt zu werden. Telemetrie- und Rückverfolgbarkeitselemente werden an mehreren Stellen im Stack eingebunden und nachverfolgt. Neue Metriken, die dabei helfen, Angreifer zu identifizieren, zu verfolgen und entsprechende Berichte zu erstellen, können schnell erfasst und analysiert werden.
Um dies zu ermöglichen, muss Ihr Technologie-Stack ebenso gut zusammenarbeiten wie Ihre Teams. Darin liegt eine der interessantesten Möglichkeiten einer künftigen gemeinsamen Organisation von F5 und NGINX. Mit einem Portfolio, das von der Netzwerk-Firewall bis zum Anwendungsserver reicht und alle dazwischenliegenden Ebenen abdeckt, eröffnen sich enorme Möglichkeiten für agilere, stärker integrierte und aussagekräftigere Sicherheitskontrollen. Das Versprechen von Sicherheit und Transparenz auf Enterprise-Niveau, kombiniert mit schlanker Agilität, birgt das Potenzial, allen Teammitgliedern die Tools, Informationen und die (relative) Gewissheit zu geben, die sie sich wünschen.
Weitere Informationen zu den Vorteilen einer Zusammenführung von F5 und NGINX finden Sie in einem Beitrag des CEO von F5, mit dem die Blogreihe „Bridging the Divide“ vorgestellt wird.
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