Kundenerlebnis hängt von Transparenz ab

F5-Ökosystem | 25. November 2019

Eine Umfrage von Dimensional Research unter mehr als 3.000 Nutzern mobiler Apps bestätigte, was viele von uns über die heutigen Kundenerwartungen denken.

  • Fast die Hälfte (49 %) erwartet, dass Apps innerhalb von höchstens zwei Sekunden reagieren.
  • Mehr als die Hälfte (55 %) macht die App für Leistungsprobleme verantwortlich

Diese Statistiken zur Performance können frustrierend sein, da wir als IT-Fachleute wissen, dass die App nur einen kleinen Teil der gesamten Performance ausmacht.

Wir wissen, dass sich die Anwendungsleistung aus mehreren Faktoren zusammensetzt. Sie hängt von der Leistung aller darunterliegenden Schichten ab. Im großen OSI-Gesamtbild sind das alle Komponenten mit Ausnahme des eigentlichen Codes und der Daten, aus denen eine Anwendung besteht.

Betrachten wir diese (stark vereinfachte) Darstellung des „Stacks“. Jede dieser Schichten weist ein eigenes Leistungsprofil und eigene Herausforderungen auf. Selbst die Bitübertragungsschicht kann die Anwendungsleistung erheblich beeinträchtigen. Eine nachlassende Stromversorgung Ihres Kabelmodems kann beispielsweise zu einem drastischen Einbruch der Anwendungsleistung führen, da letztlich die Signale auf der untersten Schicht die Daten übertragen. Verschlechtert sich die Qualität dieser Signale, müssen Daten möglicherweise erneut übertragen werden. Durch die erneute Übertragung dauert es länger, bis die gesamte Nachricht übertragen ist. Dadurch verschlechtert sich das Kundenerlebnis, weil alles, was auf ein starkes, stabiles Signal angewiesen ist, negativ beeinträchtigt wird.

Diese Zusammenhänge ließen sich über den gesamten Stack hinweg aufzeigen. Probleme mit Fenstergrößen, Pakete, die in der falschen Reihenfolge eintreffen, und ein überlasteter Webserver wirken sich letztlich allesamt auf die Gesamtleistung der „App“ aus. Wenn eine Schicht nicht optimal arbeitet, gilt das wahrscheinlich auch für die Anwendung. Die Performance der App ist tatsächlich die Summe der Performance aller darunterliegenden Schichten.

Anwendungsspezifische Anwendungsdienste waren schon immer die beste Option zur Steuerung der Anwendungsleistung. Durch den Einsatz dedizierter Anwendungsdienste für jede einzelne Anwendung können diese Dienste gezielt auf die Anforderungen der jeweiligen Anwendung abgestimmt werden.

Kenner der App-Performance wissen, dass sich manche TCP-Einstellungen besser für langlebige App-Sitzungen eignen, während andere für kurze, stoßweise Transaktionen besser geeignet sind. Selbst Kleinigkeiten wie die MTU auf der Netzwerkschicht können erheblichen Einfluss darauf haben, wie lange es dauert, ein 20-GB-Spiel für Ihre Xbox herunterzuladen.

Die Anwendungsleistung wird von vielen Faktoren beeinflusst. Um ein optimales Kundenerlebnis zu erzielen, sollten Unternehmen all diese Faktoren für jede Anwendung optimieren.

Aus diesem Grund habe ich in der Vergangenheit schon so oft darauf hingewiesen, dass Performance (Optimierung und Beschleunigung) ein anwendungszentrierter Dienst ist. Dies bedeutet zunehmend, dass Dienste zur Anwendungsbeschleunigung – wie Lastverteilung und Anwendungsschutz – enger mit der jeweiligen Anwendung verknüpft sein müssen. Neue Bereitstellungsmodelle, die auf Konzepten wie Unveränderlichkeit, Cloud-nativen Architekturen, Containern und Infrastructure-as-Code basieren, erleichtern es, anwendungsspezifische Dienste für Beschleunigung, Schutz und Optimierung zusammen mit der jeweiligen Anwendung bereitzustellen und zu betreiben. Das ist von großer Bedeutung, denn diese Dienste tragen dazu bei, dass mobile und webbasierte Anwendungen die Performance-Erwartungen der Kunden erfüllen.

Aber dabei dürfen wir nicht stehen bleiben.

Wir dürfen nicht vergessen, dass die Bereitstellung eines optimalen Kundenerlebnisses auch von demselben Zusammenspiel verschiedener Faktoren in der Kundenumgebung abhängt. Die Leistungsfähigkeit des Geräts, die Stabilität und Geschwindigkeit der Verbindung sowie die Systemauslastung können dieses Zusammenspiel beeinflussen und die Leistung beeinträchtigen.

Dies ist einer der Gründe, warum Anwendungsdienste Transparenz benötigen. Informationen aus der Kundenumgebung liefern in Kombination mit Informationen aus der Anwendungsumgebung wertvolle Erkenntnisse über die Ursache von Leistungsproblemen. Auch die Möglichkeit, diese Umgebungen anzupassen, ist entscheidend, um die Erwartungen der Kunden an ihr Anwendungserlebnis zu erfüllen oder zu übertreffen.

Transparenz ist nach wie vor eine wesentliche Voraussetzung dafür, dass Unternehmen Anwendungen absichern, skalieren und beschleunigen können. Je breiter wir diese Anwendungen verteilen – über Container und Clouds hinweg bis in die Umgebungen der Kunden –, desto umfassender müssen wir auch die Anwendungsdienste verteilen, die nicht nur für Transparenz sorgen, sondern bei nachlassender Leistung auch ein Eingreifen ermöglichen.

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Schlagwörter: 2019, Office of the CTO

Über den Autor

Lori Mac Vittie
Lori Mac VittieDistinguished Engineer und Chief Evangelist | F5

Lori MacVittie ist Distinguished Engineer und Chief Evangelist im Office of the CTO von F5 und verfügt über umfassende Expertise in den Bereichen Anwendungsbereitstellung, Automatisierungsstrategie und Infrastruktur. Sie ist dafür bekannt, Komplexität verständlich zu machen – ob sie Leitplanken für KI-Agenten definiert, fragile Multicloud-Architekturen analysiert oder die Grenzen skalierbarer Systeme auslotet. Sie verfügt über mehr als dreißig Jahre Branchenerfahrung in der Anwendungsentwicklung, IT-Architektur sowie im Netzwerk- und Systembetrieb. Bevor sie zu F5 kam, war sie als mehrfach ausgezeichnete Technologie-Redakteurin tätig. MacVittie hat einen Masterabschluss in Informatik und ist eine produktive Autorin, deren Veröffentlichungen die Bereiche Sicherheit, Cloud und Unternehmensarchitektur abdecken. Außerdem spielt sie leidenschaftlich gern Brett- und Videospiele und vertritt mit voller Überzeugung klare Ansichten zum Thema Käse.

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